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Schule

Neumarkter BLLV protestiert bei Füracker

Die Lehrer wünschen sich mehr Wertschätzung und Geld. Einen höheren Verdienst lehnt der Finanzminister allerdings ab.
Von Christiane Vatter-Wittl

Die Kreisvorstandschaft des BLLV Neumarkt zeigt deutlich ihre Meinung zu den geplanten Maßnahmen des Freistaats, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken.  Fotos: Christiane Vatter-Wittl
Die Kreisvorstandschaft des BLLV Neumarkt zeigt deutlich ihre Meinung zu den geplanten Maßnahmen des Freistaats, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Fotos: Christiane Vatter-Wittl

Breitenbrunn.Die Lehrer des Landkreises Neumarkt sind enttäuscht ob der Maßnahmenpakete, die Kultusminister Piazolo angekündigt hat, um dem akuten Lehrermangel entgegenzutreten. Dabei geht es ihnen nach eigenen Angaben nicht um die Unterrichtsstunde, die Grundschullehrer ab dem nächsten Schuljahr mehr arbeiten sollen, auch nicht um die Einführung eines Arbeitszeitkontos. Beides könnte und würde man in den Kollegien an den Schulen bewältigen können. Was den Lehrern im Landkreis fehlt, ist vor allem „die fehlende Wertschätzung gegenüber ihrer Arbeit und auch die Nachhaltigkeit der nun angekündigten Maßnahmen“.

Darum hat sich ein Teil der Vorstandschaft des BLLV-Kreisverbandes Neumarkt nun mit Finanzminister Albert Füracker getroffen, um die aktuelle Notsituation zu besprechen und Sofortmaßnahmen zu diskutieren.

Kreisvorsitzender Albert Semmler und seine Stellvertreterinnen Elisabeth Plankl, Maria Pfeiffer sowie Christine Fersch, Kerstin Menzl und Christiane Vatter-Wittl erinnerten zunächst an ein ähnliches Gespräch im Kreisverband, an dem der Minister vor zwei Jahren teilgenommen hatte (wir berichteten).

Finanzminister Albert Füracker nahm die Forderungen entgegen.
Finanzminister Albert Füracker nahm die Forderungen entgegen.

Auch damals sei es um die Sicherung der Unterrichtsversorgung und Bildungsqualität gegangen. Dass die damals beschlossenen Maßnahmen nicht reichten, sei mittlerweile klar, so der BLLV. Albert Semmler führte mit der Inklusion, der Integration, der Evaluation, dem Übertrittsdruck in der Grundschule und dem erheblichen Mehraufwand bei den Zeugnissen nur einige Aufgaben an, die die Lehrer zu stemmen hätten. Hinzu kämen die Mehrarbeit bei Vertretungsstunden, die Einarbeitung von Zweitqualifikanten aus anderen Schularten, sowie verhaltenskreative und immer förderbedürftigere Kinder.

Zudem fehle die generelle Wertschätzung der Arbeit der Grund-, Mittel und Förderschullehrer. Semmler: „Unsere Belastungsgrenze ist erreicht.“

Mehr Lohn „schlichtweg nicht finanzierbar“

Finanzminister Füracker betonte, dass er als Finanzminister die Forderung nach einer höheren Eingangsbesoldung für die Grund- und Mittelschullehrer nicht unterstützen könne. Eine solche Erhöhung bei einer Beamtengruppe ziehe im Gefüge auch die anderen Gruppen zwangsläufig nach sich. Die gesamten Mehrkosten seien schlichtweg nicht finanzierbar. 2019 sei zudem schon die erste Stufe bei den Eingangsbesoldungen gestrichen worden, so dass gerade jüngere Lehrer mehr in der Tasche hätten. Bei Bezahlung und Arbeitsbedingungen für seine Beamten nehme der Freistaat im Vergleich mit dem Bund und anderen Ländern schon jetzt einen Spitzenplatz ein, so Füracker.

Die Lehrer beharrten auf ihrer Forderung und forderten auch, Vertretungsstunden wie an Realschulen und Gymnasien abrechnen zu dürfen. Christine Fersch und Elisabeth Plankl plädierten für einzelne und temporäre Stundenkürzungen in den dritten und vierten Klassen. Auch an der Mittelschule könne einiges umgesetzt werden, hier werde das Fach Informatik eingeführt, allerdings fehlten ausgebildete Lehrkräfte zur Umsetzung.

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Das sagt Füracker

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    Die kürzlich beschlossenen 3000 zusätzlichen Beförderungsämter für Grund- und Mittelschullehrer seien ein handfestes Zeichen für diese Wertschätzung.

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