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Region Neumarkt
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Kirche

Neumarkter Dekan muss Spagat meistern

Neben der Arbeit in der Pfarrei warten viele Herausforderungen auf Artur Wechsler. Zuerst muss er die Wogen im Büro glätten.
Von Bernhard Neumayer und Wolfgang Endlein

Der Berchinger Pfarrer Artur Wechsler wird ab 1. März der neue katholische Dekan im Dekanat Neumarkt. Foto: Bachhuber

Neumarkt.Als ihn Bischof Gregor Maria Hanke am Montag vor einer Woche anrief, war Artur Wechsler überrascht, wie er sagt. Das Oberhaupt des Bistums Eichstätt ernannte den Berchinger Pfarrer zum neuen Dekan des katholischen Dekanats Neumarkt. Bis September hatte Monsignore Richard Distler dieses Amt inne, ehe er in den Ruhestand ging. Ab 1. März wird Wechsler die Stelle übernehmen. Für ihn bedeutet die neue Aufgabe eine Doppelbelastung.

„Ich will aber nicht jammern“, sagt Wechsler über die neue Aufgabe. Neben seinem Job als Berchinger Pfarrer repräsentiert er ab März das Dekanat Neumarkt. „Dieses Amt ist eine Ehre.“ Für Wechsler ist der zusätzliche Posten aber vor allem eine organisatorische Herausforderung. Es werde Terminüberschneidungen geben. „Ich kann nicht überall sein“, sagt Wechsler. Wie sich der Arbeitsalltag für ihn genau ändere, könne er jetzt noch nicht sagen.

Welche Aufgaben ein Dekan hat, erklärt unser Video:

Die Aufgaben eines Dekans

Offiziell ist der Dekan vor allem für „ein gemeinsames, pfarreienübergreifendes Planen und Handeln aller im Dekanat tätigen Mitarbeiter“ zuständig, teilt die Pressestelle der Diözese Eichstätt auf Nachfrage mit. Darüber hinaus müsse der Dekan dafür sorgen, dass die Liturgien gemäß der Vorschriften gefeiert und die pfarrlichen Bücher ordentlich geführt werden.

Außerdem: Was Wechslers Vorgänger Richard Distler zu der Personalentscheidung sagt, lesen Sie im Interview.

Als Vertreter des Bischofs im Dekanat ist es laut Diözese die Aufgabe des Dekans, die Beziehungen zu anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften ebenso zu pflegen wie den Kontakt zur Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und zu den Medien. „Ich bin ein Bindeglied zwischen dem Bischof und den Pfarrern“, sagt Wechsler. Er wolle diese Aufgaben mit Leben füllen. „Aber es wird sicher mehr auf mich zukommen, als ich bisher denke.“

Dekanatsreferent ist enttäuscht

Christian Schrödl erfuhr von der Personalentscheidung aus der Presse. Foto: Gaupp

Einer, der weiß, was einen Dekan in seiner sechsjährigen Amtszeit erwartet, ist Dekanatsreferent Christian Schrödl. Er arbeitete mit Wechslers Vorgänger Monsignore Distler zusammen. „Im Normalfall soll ich die Pressearbeit für den Dekan übernehmen“, sagt Schrödl, der am Telefon enttäuscht klingt, als er davon erzählt, dass er aus der Zeitung erfahren habe, wer neuer Dekan wird. Es seien nur immer Gerüchte herumgeschwirrt. Ein offizielles Statement des Bistums erreichte den Dekanatsreferenten nicht, wie er sagt. „Die Diözese Eichstätt nahm bislang keinen Kontakt zum Dekanatsbüro in Neumarkt auf“, sagt Schrödl.

Bislang habe sich der neue Dekan auch noch nicht bei ihm gemeldet, sagt der Dekanatsreferent. Wie die Zusammenarbeit mit Wechsler ab März geplant ist, könne Schrödl noch nicht sagen. „Das müssen wir erst im Detail bei einem Gespräch klären.“

Dass der neue Dekan sein Büro in Berching hat, stellt für Schrödl grundsätzlich kein Hindernis dar. „Physische Präsenz im Dekanatsbüro ist nicht entscheidend.“ Via Mails und per Telefon könne man regelmäßig Kontakt halten.

Bischof Gregor Maria Hanke überraschte Artur Wechsler. Foto: Christian Klenk

Auch der Pfarrer der Hofkirche, Stefan Wingen, sieht keinen Nachteil darin, dass Wechsler in Berching arbeitet. „Es kann von Vorteil sein, dass er seinen Sitz im geografischen Zentrum des Dekanats hat“, sagt Wingen. „Das Dekanat ist weit mehr als nur die Stadt Neumarkt“, sagt Wingen. Es erstreckt sich südlich bis Dietfurt.

Wingen schätzt Wechslers Art

Was Wechsler als neuer Dekan alles verändern wird, müsse sich erst zeigen, sagt Wingen, der die Ernennung Wechslers als kluge Entscheidung des Bischofs einstuft. „Er ist ein Pfarrer mit einem guten Ruf.“ Seit ein paar Jahren kenne und schätze er ihn als erfahrenen Seelsorger, der engen Kontakt zu den Menschen halte. „Er verfügt über eine integrative Kraft“, sagt Wingen über Wechsler.

Dekanat Neumarkt

  • Zugehörigkeit:

    Das Dekanat Neumarkt in der Oberpfalz ist ein Dekanat der römisch-katholischen Kirche im Bistum Eichstätt.

  • Gläubige:

    Im Dekanat leben über 60 000 Katholiken.

  • Gründung:

    Es wurde am 12. Juni 2011 aus den ehemaligen Dekanaten Berching und Neumarkt gegründet.

  • Bistum:

    Dem Bistum Eichstätt gehören insgesamt acht Dekanate an: Herrieden, Weißenburg-Wemding, Roth-Schwabach, Nürnberg-Süd, Eichstätt, Ingolstadt, Neumarkt und Habsberg. Laut eigenen Angaben gibt es im Bistum Eichstätt insgesamt 401 482 Katholiken (Stand: 31. Dezember 2016). (jh)

Laut Dekanatsstatuten ist Integrationsfähigkeit neben seelsorglicher Erfahrung und Leitungskompetenz eine wesentliche Eigenschaft, die ein Dekan mitbringen muss. Wer zu einem Dekan im Bistum Eichstätt ernannt wird, entscheidet allein Bischof Gregor Maria Hanke. Voraussetzung ist, dass der Priester seit zehn Jahren tätig ist.

Der 53-jährige Wechsler ist im Sommer seit 25 Jahren Seelsorger. Seit 2002 leitet er die Berchinger Pfarrei. Ab
1. März tritt er zusätzlich die Stelle des neuen Dekans an. Welche Ziele er im Amt verfolgt, könne er noch nicht sagen. „Das werde ich erst im Laufe der Zeit merken“, sagt Wechsler, der bereits von ein paar Kollegen Glückwünsche bekommen habe. „Jeder freut sich für mich – außer der, der den Titel Dekan trägt.“

Außerdem: Ein A bis Z mit Wechslers Vorgänger lesen Sie hier.

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