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Fussball

Neumarkter Derbys satt in der Kreisliga

Mit sechs Vereinen geht der Landkreis Neumarkt in die neue Spielzeit. Die Ziele und Erwartungen sind völlig unterschiedlich.
Von Michael Zeh

Der SV Lauterhofen setzt auf Eigengewächse.  Archivfotos: Zeh
Der SV Lauterhofen setzt auf Eigengewächse. Archivfotos: Zeh

SV Lauterhofen: Die Eigengewächse sollen das Ziel Klassenerhalt schaffen

Für den scheidenden Coach Markus Weber hat man sich beim Neuling frühzeitig nach einem adäquaten Ersatz umgesehen und auch gefunden.

Thomas Roth soll den SV künftig trainieren. Durch seine erfolgreiche Arbeit bei der DJK Ammerthal als Co- und Torwarttrainer in der Regional- sowie Bayernliga wurde man in Lauterhofen auf ihn aufmerksam. Zwischenzeitlich sicherte sich auch der FC Amberg die Dienste von Thomas Roth, der jedoch eigenverantwortlich tätig sein wollte und deshalb genau ins Anforderungsprofil der Lauterhofener passte.

Ein dickes Lob hatte der neue Mann an der Linie für den Neumarkter Fußball allgemein parat: „Spielerisch ist das hier ein besseres Niveau als in Amberg. Auch meine Spieler ziehen im Training voll mit und sind sehr diszipliniert“, äußert sich Thomas Roth voll des Lobes. Bei aller Harmonie fällt ein dicker Wermutstropfen in den Becher der Freude, denn mit Fabian Scherer verliert der Aufsteiger den erfolgreichsten Angreifer der vergangenen Saison. 26-mal traf der Stürmer und hatte damit großen Anteil am Erfolg.

Den Kader bleibt ansonsten bis auf zwei dazugekommene Jugendspieler unverändert. „Das Ziel ist der Klassenerhalt, alles andere wäre Zugabe. Wir freuen uns auf die Saison. Die Mannschaft wächst mit den Anforderungen. Daheim wollen wir zum Auftakt (So., 15 Uhr) gegen Deining gewinnen“, hofft Thomas Roth. Unser Tipp: Punktlandung auf Platz zehn.

1. FC Deining: Das zweite Jahr wird wohl schwieriger als die letzte Saison

Zu den positiven Überraschungen der Spielzeit 2017/18 gehörte zweifellos Aufsteiger 1. FC Deining. Das junge Team, angeführt von Spielertrainer Alexander Braun, lieferte sich bis in die Schlussphase hinein mit den Mannschaften aus Woffenbach und Wendelstein einen packenden Kampf um die Meisterschaft und belegte zum Schluss schließlich Rang drei.

In der Vorbereitung wurde neben der Konditionsarbeit verstärkt an der Spielanlage gefeilt, während die Ergebnisse eher im Hintergrund blieben. Für die Außenbahn hat sich der 1. FC die Dienste von Thomas Herrmann gesichert; dagegen soll Oliver Hirsch, der aus Sengenthal zum letztjährigen Tabellendritten stieß, den Konkurrenzkampf im Tor ankurbeln.

Zudem stehen noch zwei talentierte Nachwuchs-Kicker im aktuellen Kader, die aus der eigenen A-Junioren-Mannschaft hervorgingen. „Viele Teams werden wohl gegen uns erst einmal abwarten und tief stehen. Wir wollen nicht immer gleich ins offene Messer rennen, sondern erfolgreich agieren und schauen, dass wir einen guten Start erwischen.

Diesmal ist die Konkurrenz besonders stark, so dass es mit den ersten drei Plätzen wohl kaum etwas werden wird“, meint Alexander Braun, der zum Auftakt mit seiner Elf beim Neuling Lauterhofen antritt (So., 15 Uhr). Dort erwartet der Spielertrainer einen Gegner, der den Deiningern zu Beginn die Initiative überlässt. Unser Tipp: Platz vier bis sechs.

Henger SV: Mehr Kontinuität als Ziel: Nur nicht wieder so eine Zittersaison

Erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison machte der Henger SV den Klassenerhalt perfekt. Bis dahin erlebte der Verein eine turbulente Spielzeit. Dem Rücktritt des langjährigen Trainers Karl-Heinz Wagner in der Winterpause folgten Wochen voller Hoffen und Bangen.

Überraschende Punktgewinne und unerklärliche Pleiten wechselten sich ab und mündeten in ein aus kardiologischer Sicht beinahe unverantwortliches Saisonfinale. Am Ende stand für Interims-Coach Norbert Thoma und sein junges Team der erhoffte zehnte Platz, der ein weiteres Jahr in der Kreisliga sicherte.

Zur neuen Punkterunde präsentierte der Henger SV mit Elefterios Sadikis einen Nachfolger von Karl-Heinz Wagner auf der Trainerbank. Der erfahrene Coach spielte unter anderem in der Landesliga-Elf des SC Schwabach und trainierte darüber hinaus die 2. Mannschaft des gleichen Vereins. „Bisher ist es sehr gut gelaufen, wir haben alle Testspiele gewonnen.

Im Training stehen mir regelmäßig knapp 20 Mann zur Verfügung“, zog Elefterios Sadikis ein positives Fazit seiner bisherigen Arbeit. Philipp Goller ergänzt den ansonsten unveränderten Kader. „Wir erhoffen uns einen einstelligen Tabellenplatz und wollen mit dem Abstieg möglichst schnell nichts zu tun haben, dann sehen wir weiter. Für den Auftakt in Wolfstein (So., 15 Uhr) bin ich trotz sechs fehlender Urlauber guter Dinge“, sagt der Coach optimistisch. Unser Tipp: Platz sieben bis neun.

SV Pölling: Gemeinsam den Karren wieder aus dem Dreck ziehen

Für den SV Pölling hätte es nach dem Abstieg aus der Bezirksliga schlimmer kommen können. Den Verantwortlichen um Abteilungsleiter Norbert Mursch sowie Übungsleiter Thomas Brunner war es gelungen, bis auf einen Akteur den Kader nicht nur zusammenzuhalten, sondern sogar noch zu verstärken.

Stürmer David Meyer kommt von der Reserve des FC Holzheim, während Max Weißmüllers Stationen Seligenporten und zuletzt Batzhausen hießen. Dazu gesellen sich einige hoffnungsvolle Nachwuchskicker aus dem eigenen Jugendbereich. Der Abgang von Atilla Görücü war bereits seit längerem bekannt.

Aus beruflichen Gründen muss der frühere Kapitän Philipp Feihl außerdem kürzertreten, die Binde übernimmt deshalb zur neuen Spielzeit Alexander Brix. Dennoch hat Pöllings Coach vor allem eine Baustelle im Blick: „Wir haben in der Vorbereitung zu viele Gegentore kassiert, da-ran müssen wir noch arbeiten“, sieht Thomas Brunner Nachholbedarf im Defensivbereich.

Ohne Umschweife dagegen definiert Pöllings Trainer das Ziel: „Wir wollen ganz vorne mitmischen“, lautet seine Vorgabe an die Mannschaft. Eine hohe Meinung hat Thomas Brunner vom ersten Heimgegner (Sa., 14 Uhr) Unterreichenbach: „Die haben eine brutal starke Offensive (Anmerkung: 106 Tore in 26 Spielen), das wird sicher eine interessante Begegnung“. Unser Tipp: Der SV Pölling spielt um den Aufstieg mit.

TSV Wolfstein: Der Dauerbrenner wird durch Verletzungen ausgebremst

Trotz diverser Schwierigkeiten in der vergangenen Spielzeit erreichte der TSV Wolfstein Platz sechs, ein durchaus achtbares Ergebnis in Anbetracht der Umstände. Immer wieder wurden die „Siedler“ durch Verletzungen zurückgeworfen und auch in diesem Jahr sieht es nicht besser aus.

„Wenn alle Spieler an Bord wären, hätten wir eine Bombenmannschaft beisammen“, versichert Spielertrainer Dominik Pöllet. Die Misere beginnt schon bei ihm selbst, denn ein Riss des vorderen Kreuzbandes wird ihn möglicherweise die komplette Runde außer Gefecht setzen – ebenso wie seinen Leidensgenossen Timo Achhammer.

Mit mehreren Wochen Ausfallzeit rechnet man im TSV-Lager bei dem an der Leiste operierten Andi Merchel. „Wir konnten in der Testphase praktisch nicht zweimal mit der gleichen Elf antreten. Insgesamt stehen 49 Feldspieler zur Verfügung, so dass wir eine dritte Mannschaft angemeldet haben“, erläutert Dominik Pöllet. Aus Holzheim kehrt Stürmer Christoph Meier zurück, Anton Renker kommt von der Jugend des ASV Neumarkt und elf eigene A-Junioren komplettieren das Wolfsteiner Aufgebot.

Nur die Reserve musste den Abgang zweier Kicker verkraften. „Das wird heuer richtig schwer, man kann kaum etwas vorhersagen. Gegen Heng (So., 15 Uhr) erwarte ich ein heißes Match. Zuhause wollen wir natürlich die drei Punkte holen“, blickt Dominik Pöllet nach vorne. Unser Tipp: Platz sechs bis acht.

SC Pollanten: Das Ziel heißt, sich in der Liga auf Dauer zu etablieren

Auch der SC Pollanten hat eine aufreibende Aufstiegssaison hinter sich. Letztendlich setzte man sich gegen die punktgleiche Elf aus Göggelsbuch durch. Trainer Christian Blaser hat die Aufgabe, den Kader fit zu machen für eine Kreisliga, die nach Meinung vieler Kenner der Szene lange nicht mehr so ausgeglichen und hochkarätig besetzt war wie heuer.

Leicht wird es ihm dabei nicht gemacht, wie die aktuelle Situation zeigt: „Wir mussten in den letzten drei bis vier Wochen insgesamt neun verletzte Spieler ersetzen. Darunter sind auch einige Leistungsträger. Ich hoffe, dass zum Auftakt in Wendelstein (heute, 18.30 Uhr) ein Teil von ihnen wieder fit sein wird“, berichtet Christian Blaser.

Gut möglich, dass einer der Neuzugänge von Beginn an zum Einsatz kommt. Tobias Mehringer hat zuletzt beim TSV Berching gegen den Ball getreten, Sebastian Bierschneider stößt aus Eichenkofen zum Neuling und Eigengewächs Matthias Weidinger stammt aus der SC-Jugend. Den Verein haben Matthias Blaser und Andreas Zetocil verlassen.

Von Abstiegskampf und Klassenerhalt spricht Übungsleiter Christian Blaser nicht. Vielmehr lautet sein Credo: „Wir wollen uns in der Kreisliga etablieren“. So sieht er auch der Partie in Wendelstein pragmatisch entgegen: „Jeder gewonnene Punkt wird registriert“, soll wohl heißen: jedes Spiel ist gleich wichtig, zusammengezählt wird am Ende. Unser Tipp: Es muss alles passen dann könnte der Klassenerhalt gelingen.

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