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Grossprojekt

Neumarkter Feuerwehr bekommt neue Wache

Neumarkt geht das nächste Großprojekt an. Bei aller Zustimmung für einen Neubau gab es aber auch Kritik von den Stadträten.
von Wolfgang Endlein

Die Feuerwehr Neumarkt soll künftig von einer neuer Wache am Kurt-Romstöck ausrücken. Foto: Endlein
Die Feuerwehr Neumarkt soll künftig von einer neuer Wache am Kurt-Romstöck ausrücken. Foto: Endlein

Neumarkt.Wenn die Feuerwehr Neumarkt zu einem ihrer rund 400 Einsätze im Jahr ausrückt, dann wissen die Neumarkter seit Jahrzehnten woher sich die roten Fahrzeuge mit Blaulicht und Sirenengeheul nähern werden: aus der St.-Florian-Straße. Die Neumarkter werden sich umstellen müssen. Die Stadträte haben am Donnerstag in einer Grundsatzentscheidung für den Neubau einer Feuerwehrwache am Kurt-Romstöck-Ring gestimmt.

So passend der Straßenname für die bisherige Heimat der Feuerwehr auch sein mag, baulich, technisch und funktionell ist es die mehr als 30 Jahre alte Wache nicht mehr. Das war bereits 2016 Botschaft der Feuerwehrexperten gewesen, die mit dem Feuerwehrbedarfsplan eine grundsätzliche Analyse des Neumarkter Feuerwehrwesens erstellt hatten. Zum gleichen Ergebnis kam auch Markus Weber, der den Stadträten am Donnerstag eine Standort- und Machbarkeitsstudie vortrug.

Über den Feuerwehrbedarfsplan und seine Analyse des Neumarkter Feuerwehrwesens hat die MZ in diesem Artikel berichtet.

Die Feuerwehrwache wurde Anfang der 1980er Jahre errichtet und genügt den Anforderungen der Feuerwehr nicht mehr. Foto: Endlein
Die Feuerwehrwache wurde Anfang der 1980er Jahre errichtet und genügt den Anforderungen der Feuerwehr nicht mehr. Foto: Endlein

Der auf den Bau von Feuerwehrgebäuden spezialisierte Architekt verglich in seiner Analyse zwei Varianten einer Sanierung des Altstandorts mit einem Neubau auf dem Grundstück an der Kreuzung Freystädter Straße und Kurt-Romstöck-Ring. Die Kernaussage: Insgesamt günstiger und ohne Verlust von wichtigen Funktionen für die Feuerwehr ist der Neubau.

Statik bereitet große Sorgen

Den Zustand der aktuellen Wache schilderte Weber mit düsteren Worten. Statisch teilweise in einem kritischen Zustand, ohne den benötigten Raum und mit veralteter Technik ausgestattet müssten für einen Verbleib auf dem bisherigen Standort alle Gebäudeteile bis auf den Turm und eine vor einigen Jahren angebaute Fahrzeughalle abgerissen werden.

Weitere Infos zur Feuerwehr Neumarkt beinhaltet das Video:

Die Feuerwehr Neumarkt

Die aus dieser Situation entwickelten zwei Varianten – die erste ein sehr ähnlicher Bau wie der aktuelle und die zweite ein aus zwei länglichen Baukörpern parallel zur St.-Florian-Straße bestehender Entwurf, bergen laut Weber allerdings wirtschaftliche und funktionelle Nachteile. Insbesondere könnte der Raumbedarf nicht erfüllt werden. Vor allem wären beide Varianten aber teurer in Betrachtung aller Kosten.

Auf diesem städtischen Grundstück an der Ecke Freystädter Straße und Kurt-Romstöck-Ring soll die neue Feuerwehrwache entstehen. Foto: Endlein
Auf diesem städtischen Grundstück an der Ecke Freystädter Straße und Kurt-Romstöck-Ring soll die neue Feuerwehrwache entstehen. Foto: Endlein

Ein Neubau käme zwar nach der Prognose auf 11,65 Millionen Euro im Vergleich zu 11,5 beziehungsweise 11,2 Millionen Euro für die Varianten am alten Standort. Allerdings müsste für Letztere während der Bauzeit ein Provisorium für die Feuerwehr bereit gestellt werden, das natürlich auch Geld kostet. Zudem sieht der Feuerwehrbedarfsplan bei Verbleib der Wache am alten Standort eine neue Stadtteilfeuerwehr im Stadtosten vor, um die gesetzlich vorgeschriebenen Einsatzzeiten gewährleisten zu können. Bei einem Neubau am Romstöck-Ring wäre dies aufgrund der besseren verkehrstechnischen Lage laut Feuerwehrexperten nicht nötig, womit der Neubau doch wieder günstiger wäre – bei gleichzeitigen Funktionsgewinnen für die Wehr.

„Filetstück“ an der St.-Florian-Straße

Zudem seien Fördergelder bei den Prognosen noch nicht einberechnet, sagte Weber. Klar sei aber: Für einen Neubau fielen diese deutlich höher aus als im Altbestand. 1,65 Millionen Euro sei eine erwartbare Größenordnung im Vergleich zu rund 700 000 Euro bei den Sanierungsvarianten.

„Ich präferiere einen Neubau.“

Oberbürgermeister Thomas Thumann

Auf einen weiteren Aspekt, nämlich das „Filetstück“ an der St.-Florian-Straße beispielsweise für ein Wohnbauprojekt gewinnbringend verkaufen zu können , wies Oberbürgermeister Thomas Thumann hin.

In der Diskussion der Stadträte drückte sich eine mehrheitliche Zustimmung für einen Neubau aus. Allerdings wurde auch in mehreren Wortmeldungen deutlich, dass die Stadträte Verbesserungen bei der Verkehrsanbindung fordern.

Verkehrsanbindung in der Kritik

Ferdinand Ernst (CSU) bemängelte bei der vorgestellten Variante für den Neubau, dass sich die Anfahrt für aus Norden anrückende Einsatzkräfte bei einem Alarm verlängere. Nicht nur aufgrund der Distanz, sondern vor allem aufgrund der Verkehrsführung auf dem Ring. Wie etwa sollten Einsatzkräfte, die von Osten aus anfahren auf das auf der anderen Straßenseite gelegene Gelände kommen, ohne lange an einer Ampel zu stehen? Ähnliches beschäftigte Ernst auch bei ausrückenden Einsatzfahrzeugen: Wie soll es diesen möglich sein, möglichst schnell beispielsweise Richtung Stadtsüden oder -westen auszurücken, ohne durch die aktuelle Verkehrsführung aufgehalten zu werden?

Die Neumarkter Feuerwehr stand zuletzt auch politisch während des OB-Wahlkampfes im Blickpunkt. Mehr hierzu lesen Sie in diesem Artikel.

Eine detaillierte Verkehrsplanung sei gar nicht Inhalt der Voruntersuchung gewesen, die vor allem den Standort und die Kosten im Blick gehabt habe, erklärten Stadtverwaltung und Experte unisono. Allerdings deutete Stadtbaumeister Matthias Seemann bereits mögliche Lösungen an wie etwa den Zugriff der Feuerwehr auf die Ampelschaltung und Überfahrungsmöglichkeiten des Mittelstreifens. Derartige Lösungen sollen nun in der Feinplanung ausgearbeitet werden. Oberbürgermeister Thomas Thumann betonte indes: „Wenn es am vierspurigen Kurt-Romstöck-Ring keine Möglichkeiten gibt, eine gute Anbindung zu gestalten, wo dann“.

Ries hatte Vertagung beantragt

Letztlich fand sich eine klare Mehrheit für einen Neubau. Vier Räte – die beiden von FLitZ und das Ehepaar Stagat (beide SPD) – waren dagegen.

Übrigens wurde der gestellten Antrag von FLitZ-Stadtrat Dieter Ries, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, von der Mehrheit abgelehnt. Ries hatte moniert, nicht alle Informationen vorab erhalten zu haben, was OB Thumann bestritt.

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