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Jubiläum

Neumarkter Jugendbüro ist 25 Jahre alt

Damals wurde die Einrichtung kontrovers diskutiert. Bei der Geburtstagsfeier wurde hingegen die Erfolgsgeschichte gewürdigt.
Von Doris Distler

Zu einem Gruppenbild stellten sich die Verantwortlichen und Förderer von Jugendbüro und G6.  Foto: Doris Distler
Zu einem Gruppenbild stellten sich die Verantwortlichen und Förderer von Jugendbüro und G6. Foto: Doris Distler

Neumarkt.Vor 25 Jahren hat die Stadt Neumarkt ein eigenes Jugendbüro eingerichtet. Daraus ist eine erfolgreiche Institution geworden, deren positive Entwicklung sich an den Gebäuden und Räumlichkeiten genauso wie an der stark ausgeweiteten Zahl von Veranstaltungen und Angeboten ablesen lässt. Das Jubiläum war Anlass, diese Erfolgsgeschichte im Rahmen einer Festveranstaltung zu würdigen.

Damals kontrovers diskutiert, waren die Redner und Gäste nun des Lobes voll für die Jugendarbeit in Neumarkt.

Oberbürgermeister Thomas Thumann eröffnete die Veranstaltung mit einer langen Begrüßung von Vertretern aus Politik, Landkreis, Schulen, Ämtern, Kunst und Kultur und Wirtschaft. Danach ging das Stadtoberhaupt auf die Geschichte des Jugendbüros ein. 1994 gab es in Neumarkt den ersten Jugendpfleger, Richard Teil, der ebenfalls zu der Veranstaltung gekommen war.

Jugendräume wurden geöffnet

1996 wurden im Gesindehaus Woffenbach die ersten Jugendräume eröffnet. Ein Jahr später hatte Neumarkt den ersten Streetworker, schließlich kam im Jahr 2000 Siegfried („Siggi“) Müller als Jugendvertreter dazu, der heute das Jugendbüro leitet. Im Jahr 2001 fiel die Entscheidung für den Bau eines Jugendzentrums, bis zum Spatenstich des heutigen G6 vergingen noch vier Jahre, währenddessen es ein G6-Internet-Café gab. 2007 wurde schließlich der erste Bauabschnitt des G6 am Volksfestplatz eingeweiht. Einen Kletterturm erhielt das G6 im Jahr 2009, seitdem gibt es auch das Hoffest, bei dem sich im Sommer alle Gruppen mit Vorführungen präsentieren. Eine weitere Neuerung kam 2010: Eine Stelle für mobile Jugendarbeit, mit der inzwischen rund 1000 Jugendliche erreicht werden. Schließlich wurde 2012 der zweite Bauabschnitt des G6 übergeben und 2013 zog das Jugendbüro von der Grünbaumwirtsgasse in die Türmergasse, wo es noch immer beheimatet ist.

Die ehemaligen Kinder des Rotkreuz-Kindergartens übergaben ein Gemeinschaftsbild für die Fassadengestaltung des G6.  Foto: Doris Distler
Die ehemaligen Kinder des Rotkreuz-Kindergartens übergaben ein Gemeinschaftsbild für die Fassadengestaltung des G6. Foto: Doris Distler

Seit 2014 gibt es das Spielmobil, seit 2015 hat das Jugendbüro eine mobile Bühne und seit 2017 führt Christiane Lischka-Seitz Kunstprojekte mit den Jugendlichen durch. „Neumarkt hat Jugendarbeit schon früh selbst in die Hand genommen,“ konstatierte Thumann.

Den Dank an alle Beteiligten von Oberbürgermeister Thomas Thumann formulierte anschließend Siggi Müller noch weiter aus, der auch für das Vertrauen dankte in Zeiten, in denen mancher Stadtrat über den generationsübergreifenden Ansatz des G6 gemeint habe: „Der spinnt doch!“

Kunst am G6

  • Künstler:

    Mit großem Applaus würdigte das Publikum das „Swimmy“-Bild. Auch Architekt Johannes Berschneider stellte ein Werk vor wie auch Ute Gräber

  • Modelle:

    Alexandra Hiltl hatte Jugendliche als Modelle gehabt. Otto Bernreuther steuerte ein Bild über jugendliche Melancholie bei.

Umso lobenswerter sei das Engagement von vielen Ehrenamtlichen, Beteiligten des G6 bis hin zum Bauhof, der ebenfalls immer helfend dabei sei, wie auch Vertreter der Wirtschaft, die das G6 schon in frühen Zeiten unterstützt hätten, wo noch nicht absehbar gewesen sei, dass einmal Tausende von Besuchern pro Jahr hierher kommen würden.

Partner ausgezeichnet

Deshalb sollten erstmals Unternehmen ausgezeichnet werden, die „ohne wirtschaftliches Interesse halfen“: Tevi und die Raiffeisenbank hatten sich hier besonders hervor gehoben. An sie ging die Urkunde „Partner der Jugend“.

„Jugendpflege klingt antiquiert“, meinte Siggi Müller angesichts von Sozial-Management-Begriffen. „Aber ich pflege die Jugend lieber, als sie zu managen“, kommentierte er seine Einstellung. Er wollte Raum und Räume schaffen für Jugendliche und so auf deren direktes Umfeld einwirken. „Nur sie selbst wissen, wie ihre Generation denkt, und dafür sind „Kümmerer“ eingesetzt, denn Jugendliche brauchen Unterstützung.“ Eine Person, die sich ebenfalls schon früh für die Belange der Jugendlichen eingesetzt hatte, war Hemma Ehrnsperger, die dem G6-Förderverein zusammen mit Richter Leo Spies vorsteht. Künstlerisch ausleben können sich Jugendliche inzwischen bei der Gestaltung der G6-Fassade.

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