MyMz
Anzeige

Freizeit

Neumarkter Musikverein muss weiter leben

Im Johanneszentrum in Neumarkt fand die Mitgliederversammlung statt. Der Vereinsvorsitzende hört auf. Wie geht es weiter?
Von Josef Wittmann

Christian Hermann muss die Mitglieder erneut einladen. Foto:Wittmann
Christian Hermann muss die Mitglieder erneut einladen. Foto:Wittmann

Neumarkt.Eigentlich sollte es der Schicksalstag des Neumarkter Musikvereins sein. Im Johanneszentrum fand die Mitgliederversammlung statt. Vorsitzender Christian Hermann hatte angekündigt, nach über sechs Jahren an der Spitze des Vereins aufhören zu wollen. Schon 2013 war der auch im Berufsleben stark geforderte Ingenieur als „Nothelfer“ eingesprungen.

Wenn sich diesmal erneut kein neuer Vorstand fände, müssten die Mitglieder laut Satzung den Verein auflösen. Auch die finanzielle Situation spreche für die Auflösung, stellte Hermann noch einmal klar. Bisher sei zwar bei den Konzerten stets ein minimales Plus übrig geblieben. Bei gleichbleibenden Zuschauerzahlen und konstanter Förderung wüchsen aber die Ausgaben. Das berge für die Zukunft Risiken.

Auch Dirigent und Kulturpreisträger Kurt Karl hatte angekündigt, sich mit über 80 Jahren altersbedingt vom Taktstock und aus dem Vorstand zurückzuziehen.

Zum Beschluss, den Musikverein aufzulösen, kam es aber nicht, obwohl sich kein Nachfolger fand. Es waren nicht genug Mitglieder gekommen. Nun muss Hermann noch einmal zu einer Mitgliederversammlung einladen. Und bei dieser zweiten Versammlung wird dann keine Mindestzahl an anwesenden Mitgliedern mehr erforderlich sein. Die Mehrheit der Anwesenden reicht dann für die Auflösung aus.

Ungeklärt ist auch noch wie es mit dem „Salonorchester Collegium Noricum“ weiter geht. Das Orchester wurde 1975 von Kurt Karl gegründet. Es hat sich in Neumarkt und im fränkischen Raum einen guten Ruf erspielt. Bei den Neumarkter Jahresschlusskonzerten im Historischen Reitstadel, den Berchinger Sommerkonzerten und den Freystädter Konzerttagen reüssierten die Musiker mit Konzerten von hoher Qualität.

Nun habe er einen Herzenswunsch meldete sich Karl zu Wort: „Der Name Collegium Noricum ist mit mir verbunden. Und jetzt bitte ich darum, dass man diesen Namen sein lässt, weil ich nicht mehr dabei bin“.

Außer Karl und Hermann „gehen“ noch weitere Musiker. Neue Musiker wollen die Tradition weiter führen und dazu auch einen eingetragenen Verein gründen. Weil der Schwerpunkt des neuen Orchesters nicht mehr wie bisher Nürnberg sein werde, könne man sich eine Namensänderung vorstellen, sagten Wolfgang Jacob und Jörg Riedel. Aber entscheiden müsse darüber das neue Orchester bei einer Sitzung im November.

Der Ausgang scheint offen zu sein, denn es gab auch warnende Stimmen. Mit einem neuen Namen anzutreten sei ein zu großes und unnötiges Handicap.

Sicher sei nur, dass das Jahresschlusskonzert am 28. Dezember wie gewohnt stattfinde.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht