MyMz
Anzeige

Neumarkter Online-Spieler lehrt die Koreaner das Fürchten

Christoph Semke (vorne links) ist ein Ass im Online-Spiel StarCraft.

Der Neumarkter Christoph Semke ist 21 Jahre alt, studiert BWL und geht gerne mit seiner Freundin aus – so weit, so gewöhnlich. Auf den ersten Blick wirkt der 1,92 Meter große junge Mann auch unscheinbar – doch der Schein trügt: Denn der Neumarkter ist ein Ausnahmetalent. Semke ist weltweit einer der besten Online-Spieler, er hat Medaillen gewonnen und Preisgelder abgeräumt.

Wenn vom 5. bis 9. November in Köln die World Cyber Games (WCG), quasi die Olympischen Spiele der PC- und Videospieler stattfinden, ist Semke dabei. Unter rund 1,3 Millionen Spielern weltweit hat er sich behauptet – nun gehört er der 800-köpfigen Zocker-Elite an. Unter dem Benutzer-Namen „Mondragon“ genießt der Neumarkter in der virtuellen Online-Spiele-Welt einen exzellenten Ruf. Sein Spiel, das ist StarCraft: In dieser Pixelwelt ist er gefürchtet. StarCraft ist ein Echtzeit-Strategie-Spiel, das seit knapp zehn Jahren auf dem Markt ist. Worum es dabei geht? Semke: „So schnell wie möglich Geld machen, mit dem Geld Einheiten bauen und damit den Gegner zerstören.“ Und Semke alias „Mondragon“ hat schon tausende Online-Gegnern weltweit via Mausklicks den virtuellen Gar ausgemacht.

Mit 13 Jahren betrat er das erste Mal die Science-Fiction-Welt von StarCraft. Seitdem macht er sich vornehmlich mit dem Insektenvolk der „Zerg“ über die millionenfache Spielergemeinde gnadenlos her. „Ich bin ein aggressiver Spieler und suche schnell die Entscheidung“, erklärt der StarCraft-Virtuose. Und dessen Fähigkeiten sind global gefragt – gerade in Südkorea, dem Online-Spiele-Mekka. „Ich wurde von professionellen Teams gefragt, ob ich bei ihnen mit einsteige“, sagt Semke. In Südkorea ist Online-Spielen Volkssport. Hier verdienen talentierte Zocker wie er ihren Lebensunterhalt mit Computerspielen. „Die besten bekommen mehrere hunderttausend Dollar jährlich“, weiß Semke. Dennoch: „Für mich ist das nichts!“ Unter kasernengleichen Bedingungen täglich acht Stunden am PC trainieren – „nein Danke. Ich will noch Spaß an meinem Hobby haben“, sagt Semke, der zwei bis drei Stunden täglich mit seinem Online-Team „Templars of Twilight“ sein Spielegeschick übt.

Dreimal hat er bereits bei den WCG teilgenommen. Er war in San Francisco, Monza und Seattle dabei – im Vorjahr gewann er Bronze. Seine Ziele für heuer? „So weit wie möglich kommen und gegen die Koreaner erfolgreich abschneiden“, sagt der Neumarkter. Wie lange er noch auf Spitzenniveau spielen kann, wird sich in einem halben Jahr zeigen: „Dann kommt StarCraft II auf den Markt und es beginnt wieder alles bei null.“ Und wenn‘s in der neuen virtuellen Welt nichts wird, gibt es immer noch die gewöhnliche Realität: mit BWL-Studium und Freundin. Auch nicht schlecht.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht