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Finanzen

Neumarkts Haushalt steuert auf Rekord zu

Der Entwurf des Stadtkämmerers sieht ein Volumen über 155,4 Millionen Euro vor. Hauptgrund sind die hohen Steuereinnahmen.
Von Bernhard Neumayer

  • 2018 belief sich das Gesamtvolumen des Haushalts auf 139,8 Millionen Euro – 2019 wird mit dem Rekordwert von 155,4 Millionen Euro gerechnet.Foto: Endlein
  • Stadtkämmerer Josef Graf stellte die Vorberatung des Haushalts für für 2019 vor. Foto: Röhrl

Neumarkt.Die Stadt Neumarkt legt finanziell noch einmal kräftig zu. Kämmerer Josef Graf rechnet mit einem Gesamtvolumen des Haushalts von 155,4 Millionen Euro für das kommende Jahr. Der Rekordetat setzt sich aus dem Verwaltungshaushalt mit 98,8 Millionen Euro und dem Vermögenshaushalt mit 56,6 Millionen Euro zusammen. Der Stadtkämmerer stellte die „wahrlich stolze Gesamtsumme“, wie er die 155,4 Millionen Euro nannte, am Mittwochabend dem Verwaltungs- und Kultursenats vor. Die anwesenden Mitglieder des Gremiums segneten die Vorberatung des Kämmerers einstimmig ab.

UPW-Fraktionsvorsitzender Martin Meier sprach von einer „schwindelerregenden Zahl“, welche die positive Entwicklung der Stadt Neumarkt aufzeigt. 2018 haushaltete die Verwaltung mit 139,8 Millionen Euro, im kommenden Jahr stehen gut 16 Millionen Euro mehr zu Verfügung.

Steuereinnahmen steigen

Einen wesentlichen Anteil an diesem Etat leisten die Bürger mit ihren Steuern. Die Stadt kalkuliert 2019 mit 27 Millionen Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Die Verwaltung berücksichtigt dabei die in diesem Jahr tatsächlich erwarteten 29,7 Millionen Euro. Mit 25 Millionen Euro Einkommenssteuer rechnet der Stadtkämmerer. 2018 wird diese Position 24 Millionen Euro betragen. Trotz dieser Einnahmen warnte der Stadtkämmerer am Mittwochabend, dass am Konjunkturhimmel auch schwarze Wolken aufziehen können. Ein globaler Wirtschaftsabschwung treffe auch den Haushalt der Stadt womöglich negativ. 25 Millionen Euro wird die Stadt 2019 aus den Rücklagen entnehmen. Zudem muss sie einen Kredit von 3,6 Millionen Euro schultern.

Herausstechende Zahlen des Neumarkter Haushalts 2019

  • 155,4 Millionen Euro beträgt 2019 das erwartete Haushaltsvolumen der Stadt Neumarkt. Diese Summe setzt sich aus Verwaltungs- und Vermögenhaushalt zusammen.
  • 25 Millionen Euro Einkommenssteuergelder erwartet die Stadt Neumarkt im kommenden Jahr. 2018 wird diese Position etwa eine Million Euro weniger betragen.
  • 13 Millionen Euro sind 2019 für die Finanzierung des Schlossbades eingestellt. Insgesamt kostet das Großprojekt rund 42 Millionen Euro. Mit dem Spatenstich 2017 wurde offiziell mit dem Bau begonnen.
  • 3 Millionen Euro rechnet Stadtkämmerer Josef Graf 2019 für Straßensanierungen ein. Die Straßen rund um das Schlossbad verschlingen über zwei Millionen, die Regensburger Straße 800 000 Euro.

Zahlreiche Großprojekte 2019

13 Millionen Euro sind 2019 für den Bau des Ganzjahresbades einkalkuliert. Foto: Heil
13 Millionen Euro sind 2019 für den Bau des Ganzjahresbades einkalkuliert. Foto: Heil

Kein Wunder bei einem Blick auf die geplanten Ausgaben für 2019. Zahlreiche Millionenbeträge sieht die Stadtverwaltung für verschiedene Projekte vor. Die größte Investition wird das Schlossbad sein. Für das Ganzjahresbad kalkuliert der Stadtkämmerer im kommenden Jahr mit 13 Millionen Euro. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 42 Millionen Euro.

Mega-Projekt

Wie aus Beton das Neumarkter Bad wird

Noch ist das Schlossbad eine riesengroße Baustelle. Die MZ hat sich dort umgesehen, wo ab 2020 Kinder planschen werden.

Ein weiterer hoher Ausgabeposten sind die Personalkosten. Im Vergleich zum Vorjahr steigen diese 2019. Wegen den zahlreichen Projekten in der Stadt haben vor allem die Bauverwaltung sowie das Hochbau- und Straßenbauamt eine Menge Arbeit zu bewältigen. In der Abteilung Bauwesen der Stadtverwaltung ergeben sich 5,5 zusätzliche Stellen, die gleichzeitig höhere Personalkosten nach sich ziehen. Auch im Verwaltungshaushalt der Feuerwehr fallen höhere Personalkosten auf. 430 000 Euro sind im kommenden Jahr für vier neue Stellen vorgesehen.

Die Neumarkter Feuerwehr fällt auch im Vermögensplan des Haushaltes auf. 375 000 Euro sind für verschiedene Anschaffungen vorgesehen, unter anderem für einen Gefahrgutcontainer, ein neues Einsatzleitfahrzeug und einen fahrbaren Stromerzeuger.

Millionenbeträge für Kinder

Auffallend sind auch die ansteigenden Kosten für die Mittagsbetreuung von Schülern. An vielen Schulen sei weiteres Personal notwendig, sagte der Stadtkämmerer. Außerdem seien an der Theo-Betz-Schule, an den Grundschulen in Woffenbach, Pölling und an der Bräugasse Sanierungen nötig. Die höchste Summe (284 000 Euro) kommt den Pöllinger Schülern zugute. Zudem sind für den Unterhalt der Kindergärten 340 000 Euro vorgesehen. Die Kindertageseinrichtung am Klinikum sticht mit einer Investition über 2,8 Millionen Euro heraus.

Neue Zusammenarbeit mit der Diakonie

Stadtkämmerer Josef Graf sieht im Haushaltsentwurf für 2019 noch einige „Deckungsringe“. Er meint damit potenzielle Reserven, die zwar eingeplant sind, aber dann doch nicht ausgeschöpft werden und eventuell für andere Projekte frei würden, zum Beispiel für die ASV-Turnhalle. Dafür sind aktuell nur 150 000 Euro vorgesehen.

Ein deutlicher geringerer Betrag ist für ein neues Konzept eingerechnet, das die Stadt mit der Diakonie ausgearbeitet hat. 30 000 Euro zahlt die Verwaltung künftig jährlich für eine Art Streetworker für erwachsene Obdachlose und Suchtkranke. Die Tätigkeit umfasst 15 Stunden pro Woche.

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