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Region Neumarkt
Sonntag, 19. August 2018 29° 3

Stadtpolitik

Neumarkts Klostergasse feiert Comeback

City-Manager Eisner sieht eine gute Zukunft für die schon abgeschriebene Straße. Verwaltungssenat wertet den Kulturpreis auf.
Von Lothar Röhrl

Christian Eisner freut sich über die Aufwertung der von Baumaßnahmen wohl noch länger am stärksten betroffenen Gasse der Altstadt.Foto: Röhrl
Christian Eisner freut sich über die Aufwertung der von Baumaßnahmen wohl noch länger am stärksten betroffenen Gasse der Altstadt.Foto: Röhrl

Neumarkt.Immer mehr blaue Punkte haben die roten Punkte verdrängt. So enorm verändert hat sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate die Situation in der Klostergasse. Denn die blauen Punkte stehen für eine neue Nutzung von noch vor einem Jahr leerstehenden, damals mit 13 roten Punkten markierten Geschäften. Die nur noch zwei übrigen roten Punkte werden verschwinden, weil die Häuser abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Zwar ist der Marketingverein aktives Neumarkt bei keinem Projekt der Bauherr, doch dessen Geschäftsführer Christian Eisner reklamiert für seine Organisation das Erreichen einer „Aufbruchstimmung“ in der Klostergasse, die von vielen schon gedanklich abgeschrieben worden sei.

Eisners Gedanken zur Klostergasse waren Teil seines ersten Jahresberichts. Im Herbst 2017 hatte er die Funktionen Geschäftsführer und City-Manager von Roland Kittel, der nach Schwandorf gewechselt war, übernommen. Am Montag legte Eisner dem Verwaltungssenat Rechenschaft gegenüber ab. Dieser Verwaltungs- und Kultursenat repräsentiert quasi die Stadt Neumarkt, die wichtigster Geldgeber des Vereins ist.

„Hey, da passiert was!“

In der Rückschau erinnerte Eisner an die im Dezember gestartete Initiative für die Klostergasse. Sie sollte allen signalisieren: „Hey, da passiert was!“. Mittlerweile zeugten 30 Unternehmen, die es in der Klostergasse gibt, von einer großen Dynamik. Am Beispiel dieser Gasse freute sich der Geschäftsführer und City-Manager in Personalunion, dass sich das Konzept der „Zwischennutzung“ bewährt habe. Dabei ziehen kleine Geschäfte, sogenannte „Pop Up-Stores“, für einen begrenzten und damit kurzen Zeitraum in vorher leerstehende Läden ein.

In der Klostergasse sei auch erstmals ein Wettbewerb mit „Street-Art“ gestartet worden. Dabei handelt es sich um künstlerische Graffitis. Ein Schmunzeln bei den Stadträten rief Christian Eisner mit der Bemerkung hervor, dass sich Macher von Graffitis sonst eher nicht in der Öffentlichkeit zeigen würden. Der erste Versuch auf einer eigens dafür reservierten Leinwand sei sehr gut angekommen. Und es soll weitere Graffiti-Aktionen geben. Wie bei der Premiere sollen wieder Leinwände an Bauzaunelemente gehängt werden. An Bauzäunen werde es in der Klostergasse wegen der geplanten Neubauprojekte in nächster Zukunft ohnehin nicht fehlen – zeigte sich Eisner sicher.

Ganz neu: „Heimatshoppen“

Seinen ersten Jahresbericht nutzte Christian Eisner auch zum exklusiven Vorstellen einer neuen Aktion. Zusammen mit der IHK Oberpfalz-Kelheim wird ein Aktionstag mit dem Titel „Heimatshoppen“ stattfinden. Unter fünf Bewerberstädten wurden Schwandorf und eben auch Neumarkt ausgewählt. Ziel dieses Pilotprojekts ist es, für das „Einkaufen vor Ort“ zu werben. Den Gästen einer Stadt, die meist auch Kunden sind, soll etwa vorgestellt werden, welche Menschen ein Geschäft betreiben und wer dort noch alles arbeitet. Als Termin wurde der 8. September festgesetzt. Das ist ein Samstag, an dem es in Neumarkt nicht nur ums Shoppen (Englisch für „Einkaufen“), sondern auch um Schoppen gehen wird. Der Schoppen gehört als Maßeinheit zum alljährlichen Weinfest auf dem Neumarkter Rathausplatz (heuer 7. und 8. September) dazu.

Neu wird auch die Vergabe eines Altstadtpreises sein. Den sollen Neumarkter Bürger oder auch Institutionen erhalten, die sich eben für die Altstadt eingesetzt haben.

Ein Vorschlag: Höheres Preisgeld

Ein weiteres Thema der Sitzung des Senats war eine „Änderung der Satzung Kulturpreis“. Dieser wird seit 1987 meist jährlich vergeben. Abwechselnd gab es auch einen Kulturförderpreis. Dotiert waren beide Preise mit 1500 Euro (Kulturpreis) beziehungsweise 1000 Euro. Barbara Leicht, die seit eineinhalb Jahren Leiterin des Neumarkter Kulturamtes, legte am Montag diesem Senat eine stark veränderte Satzung zur einer ersten Vorberatung vor. Endgültig darüber entscheiden soll noch heuer der Stadtrat.

Der Vorschlag sieht zum einen eine Veränderung im Vergaberhythmus beider Preise vor. Der Kulturpreis soll demnach „biennal“, also im Abstand von zwei Jahren zu einer ungeraden Jahreszahl vergeben werden. Auf eine Vergabe kann ebenso wie beim Kulturförderkreis verzichtet werden. Während der Kulturpreis eine Auszeichnung von bedeutenden Persönlichkeiten, Institutionen und Vereinen aus dem Kulturleben sein soll, bedeutet der Kulturförderpreis auch Anerkennung für zumeist jüngere Akteure.

Barbara Leicht betonte, dass zum anderen in der neuen Satzung mit der unterschiedlichen Dotierung – 5000 Euro für Kulturpreis, 1000 Euro für Förderpreis – bewusst eine „Erhöhung der gesellschaftlichen Wertigkeit“ des Kulturpreises verbunden werden soll.

Während dieser Teil der neuen Satzung auf ungeteilte Zustimmung traf, gab es Kritik an der vorgeschlagenen Zusammensetzung eines neuen Gremiums, das dem Stadtrat je einen Vorschlag über beide Preisträger machen muss. Mit OB, Leitung des Kulturamtes und Kulturreferent waren die Senatsmitglieder noch zufrieden. Von der Einbeziehung der Träger der Kulturpreisträger der jeweils beiden Jahre zuvor hielt man nichts.

Dieses Gremium soll nicht nur selbst Vorschläge erarbeiten. Es soll sich auch mit Anregungen aus dem Stadtrat, der Stadtverwaltung und vor allem der Neumarkter Bürger befassen. Stichtag dafür wird der 30. September eines jeden Jahres.

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