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Neumarkts Wurzeln reichen bis zum Rhein

Stadtführungen gibt es jetzt keine. Doch die Gästeführer verraten Interessantes über die Stadt – heute über die Pfalzgrafen.
Von Erika Marx

Das ehemalige Schloss von Pfalzgraf Johann beherbergt heute das Neumarkter Amtsgericht. Foto: Gaupp
Das ehemalige Schloss von Pfalzgraf Johann beherbergt heute das Neumarkter Amtsgericht. Foto: Gaupp

Neumarkt.Im Jahr 1314 wurde zum ersten Mal ein Wittelsbacher König. Es war Ludwig der Baier, der später sogar noch die Kaiserwürde erhielt. Er teilte im Hausvertrag von Pavia das Herzogtum der Wittelsbacher.

In der norditalienischen Stadt Pavia übergab er den Söhnen seines verstorbenen Bruders Rudolf die Rheinpfalz und einen großen Teil der heutigen Oberpfalz. Es gab fortan eine bayerische und eine pfälzische Linie des Herrschergeschlechtes.

Neumarkt und der größte Teil der heutigen Oberpfalz gehörten nun zur Kurpfalz, die sich in eine „untere Pfalz“ an Neckar und Rhein und in die „obere Pfalz“ auf dem alten Nordgau teilte.

Zur Person

  • Leidenschaft: Seit 22 Jahren stellt Erika Marx Einheimischen wie Touristen Neumarkt vor.

  • Angebote:

    Dabei ist sie vielseitig aufgestellt: Ob G’schichtswandlerführung mit Schauspieleinlagen in historischen Gewändern oder per Fahrrad – für Kinderführungen hat sie ein extra pädagogisches Zertifikat.

Erika Marx ist zertifizierte Gästeführerin in Neumarkt. Foto: Gehrmann
Erika Marx ist zertifizierte Gästeführerin in Neumarkt. Foto: Gehrmann

Erster Pfalzgraf hier war Pfalzgraf Johann. Er erhielt den größten Teil der Oberpfalz und erwählte Neumarkt zu seiner Residenzstadt, deshalb „Neumarkt in der Oberen Pfalz“. Durch den Aufstieg zur Residenzstadt begann in Neumarkt ein beachtlicher, wirtschaftlicher Aufschwung und eine rege Bautätigkeit.

Die Erlebnisführung „Neumarkter G’schichtswandler“ enthält szenische Einlagen. Foto: Susanne Weigl
Die Erlebnisführung „Neumarkter G’schichtswandler“ enthält szenische Einlagen. Foto: Susanne Weigl

Damals wie heute war und ist Neumarkt wirtschaftlicher Mittelpunkt der ganzen Umgebung. Landwirte, Händler, Handwerker erzeugten alle Waren des täglichen Bedarfs.

Am Marktplatz wurde gehandelt und gefeilscht. Es gab eine Marktordnung und Handelsgenehmigungen, Marktpolizei, Stadtbüttel und Marktgericht, Warenkontrolle, Brotprüfer und Eichmeister, Markzollpflicht und eine Marktgeldpflicht, also Standgebühr, für alle Händler.

Geschichte

Neue Fakten über Neumarkter Pfalzgraf

Johann nahm am Konstanzer Konzil teil. In einer alten Handschrift wurde er fälschlich als Herzog Hans von Bayern bezeichnet.

Der „Stadtbüttel“ ist auch heute noch unterwegs. In einer unserer Führungen wird diese Szene nachgespielt. Dabei kann man viel Wissenswertes über Maße und Maßeinheiten im Mittelalter lernen.

Speziell für Kinder ist es immer wieder unbegreiflich, warum man durch eine Stadt musste und nicht einfach außen herum fahren bzw. gehen konnte…All das erklären wir in unseren Führungen – auch für Kinder.

Das Birgittenkloster in Gnadenberg wurde auf Wunsch von Katharina von Pommern-Stolp erbaut. Archivfoto: Hans Stepper
Das Birgittenkloster in Gnadenberg wurde auf Wunsch von Katharina von Pommern-Stolp erbaut. Archivfoto: Hans Stepper

Pfalzgraf Johann von Wittelsbach war ein unermüdlicher Bauherr. Unter seiner Regentschaft entstanden in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter anderem das Pfalzgrafenschloss, die Zehntscheune als Zeughaus, jetzt historischer Reitstadl, die Hofkirche und das Birgittenkloster in Gnadenberg. Die beiden letzteren wurden auf Wunsch seiner Frau Katharina von Pommern-Stolp gebaut, die bei ihrer Heirat dies zur Bedingung gemacht hatte.

Die gesamte Regentschaft der Pfalzgrafen in unserer Stadt umfasste insgesamt sieben Wittelsbacher Regenten.

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