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Region Neumarkt
Mittwoch, 19. September 2018 26° 1

Wasser

Nitrat-Werte in Neumarkt eingehalten

Für den Wasser-Experten Andreas Bulla geht die neue Düngeverordnung „in die richtige Richtung“. Aber ist sie ausreichend?
Von Katrin Böhm

Wenn Wasser aus der Leitung kommt, sollte es frei von Schadstoffen sein. Foto: Lukas Schulze/dpa
Wenn Wasser aus der Leitung kommt, sollte es frei von Schadstoffen sein. Foto: Lukas Schulze/dpa

Neumarkt.Herr Bulla, die neue Düngeverordnung ist für die Wasserwirtschaft von großer Bedeutung. Wie schlägt sich das im Raum Neumarkt nieder?

Der Landkreis Neumarkt lässt sich aus geologischer Sicht in zwei Teile gliedern. Im Nordwesten haben wir das Grundwasser in größerer Tiefe von mehr als 100 Metern und oben drüber gute Deckschichten mit sehr viel Lehm. Hier ist das Wasser praktisch nitrat- und pflanzenschutzmittelfrei. Im Süden und Südosten, im Jura-Karst, sieht es leider ganz anders aus. Da fehlen die Deckschichten – und Schadstoffe schlagen sehr schnell durch.

Der Grenzwert für Nitrat liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Wie sieht es hier im Landkreis aus?

Wir haben keine einzige Überschreitung, was sehr positiv ist. Aber gerade im Karst-Gebiet haben wir Gebiete, die nicht allzu weit darunter sind. An der Sippl-Quelle bei Dietfurt haben wir etwa Messwerte von 48,5 oder 47,8.

Warum gerade dort?

Man kann tatsächlich sagen: Dort, wo sehr viel Landwirtschaft ist, paust sich das direkt ins Grundwasser durch. Zum Vergleich: Beim Truppenübungsplatz Hohenfels etwa haben wir fast gar keine Probleme mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln – weil es dort keine Landwirtschaft gibt.

Der Hydro-Geologe Andreas Bulla ist Fachbereichsleiter Waserversorgung, Grundwasser und Bodenschutz am Wasserwirtschaftsamt Regensburg. Foto: Wasserwirtschaftsamt Regensburg
Der Hydro-Geologe Andreas Bulla ist Fachbereichsleiter Waserversorgung, Grundwasser und Bodenschutz am Wasserwirtschaftsamt Regensburg. Foto: Wasserwirtschaftsamt Regensburg

Wie schnell werden Schadstoffe im Wasser abgebaut?

Grundwasser hat ein langes Gedächtnis. Das Pflanzenschutzmittel Atrazin etwa ist seit Anfang der 90er verboten – trotzdem ist es immer noch nachweisbar. Dabei dachte man anfangs, das wäre nach wenigen Jahren weg.

Ihre Einschätzung der neuen Verordnung?

Es geht in die richtige Richtung, aber ob sie ausreicht, ist die Frage und hängt von vielen Faktoren ab. Diese Prognose traut sich jetzt noch keiner zu stellen.

Auf dieser Karte sehen Sie, wie es um die Nitratbelastung in der Region bestellt ist:

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