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Wirtschaft

Nürnberg feiert Wasserstoff

Bayern setzt auf Nürnberg, um Wasserstoff als sauberen Treibstoff reif für den Einsatz in der Praxis zu machen.
Von Nikolas Pelke

Strahlende Gesichter beim Start des H2-Zentrums: Peter Wasserscheid (links) und Veronika Grimm (mitte) leiten das Zentrum.  Foto: Silvia Kutruff
Strahlende Gesichter beim Start des H2-Zentrums: Peter Wasserscheid (links) und Veronika Grimm (mitte) leiten das Zentrum. Foto: Silvia Kutruff

Nürnberg.Großer Bahnhof für Zukunftstechnologie: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) haben am Donnerstag das neue Wasserstoff-Zentrum in Nürnberg eröffnet. Unter dem Namen „H2.B“ soll auf dem ehemaligen AEG-Gelände der Treibstoff für die Mobilität der Zukunft fit für die Praxis gemacht werden.

„Ich freue mich, dass die Wasserstoff-Forschung in Nürnberg stattfindet“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Das neue Zentrum sei ein „wissenschaftliches Leuchtturm-Projekt“. Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte kündigte Söder an, dass Bayern nicht auf neue Verbote sondern auch neue Technologien setzen wolle. Mit dem neuen Wasserstoff-Zentrum sende der Freistaat auch Aufbruchssignal insbesondere an die Automobilwirtschaft. Wasserstoff sei nicht nur ein sauberer sondern auch ein unerschöpflicher Treibstoff. Mit dem Wasserstoff als sauberen Flüssigtreibstoff könnte Bayern die Themen Umwelt und Wirtschaft unter einen Hut bringen und weltweit viel für das Klima und die heimische Konjunktur tun, freute sich Söder. Das Wasserstoff-Zentrum habe laut Söder nun die Aufgabe, die bestehende Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen.

Aiwanger will Gas geben

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) kann dieser Lückenschluss gar nicht schnell genug gehen. „Ich will, dass das Wasserstoff-Auto in Bayern und nicht in Asien vom Band rollt.“ Damit der Wasserstoff zum „Öl“ einer sauberen Zukunft avanvieren könne, müsste auch die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. Bis zum Jahr 2025 will Aiwanger deshalb mindestens 100 Wasserstoff-Tankstellen im Freistaat in Betrieb nehmen. Die Wasserstoff-Technologie will die Staatsregierung als sinnvolle Ergänzung zum Elektroantrieb verstanden wissen.

Nach dem Motto: Batterien für Kurzfahrer, Wasserstoff für Vielfahrer. Auch für den Schwerlast-Verkehr komme nur der Wasserstoff in Frage. „Wir stoßen jetzt in eine Lücke vor. Die Bürger warten drauf“, ist sich Aiwanger sicher. Damit die Zukunftspläne in Erfüllung gehen, wollen Veronika Grimm und Peter Wasserscheid, die bislang schon am „Energie Campus Nürnberg“ gemeinsam an dem Thema gearbeitet haben, sofort die Ärmel hochkrempeln.

Das Ziel

  • Strategie: Das neue H2-Zentrum auf dem ehemaligen AEG-Gelände soll Wasserstoff zum Treibstoff der Zukunft machen. Mit diesem Kompetenz-Zentrum sollen die enormen Potenziale der Wasserstoffwirtschaft in Bayern gehoben werden.

  • Vorstand: Den Vorstand des neuen H2-Zentrums übernehmen Professor Veronika Grimm und Professor Peter Wasserscheid.

Ziel der neuen Vorstände des Wasserstoff-Zentrums ist der Einsatz von Wasserstoff in der breiten Praxis. Peter Wasserscheid will zunächst Demonstrationsanlagen bauen. Mit diesen Erfahrungen will der Professor, der seit 2003 den Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität inne hat und obendrein Direktor am Helmholtz-Institut für Erneuerbare Energie ist, die Wasserstoffwirtschaft von der Erzeugung bis zur Nutzung voranbringen. Unterstützung bekommen die Volkswirtin und der Chemiker von dem Who-is-who der bayerischen Industrie.

Problem ist zu lösen

Firmen wie BMW, MAN und Siemens sollen die technischen Apparate für den globalen Einsatz später in hohen Stückzahlen produzieren. Mit dem Wasserstoff-Einsatz im industriellen Maßstab will Peter Wasserscheid die Kosten senken. Denn noch habe die Zukunftstechnologie ein Kostenproblem. Auch dieses Problem soll das Nürnberger „H2.B“ aus der Welt schaffen. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wollen der Technologie jetzt wohl endlich zum Durchbruch verhelfen. Wenn dies gelingt, würde nicht nur das Klima profitieren. Auch Schlüsselindustrien wie die Automobilwirtschaft könnten in eine rosigere Zukunft blicken. Die Verbraucher könnten sich ebenfalls freuen.

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