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Motorsport

Nürnbergs DTM so schnell wie noch nie

Die populäre Rennserie ist Anfang Juli zu Gast in Nürnberg. Am Samstag gab es mitten in der City bereits einen Vorgeschmack.
Von Birgit Ropohl

Die Vorstandsvorsitzenden des Motorsportclubs Nürnberg, Wolfgang Schlosser (l.) und Jürgen Schielein (r.), hießen die DTM-Fahrer Nico Müller (2.v.l.) und Marco Wittmann am Hauptmarkt willkommen. Foto: Ropohl
Die Vorstandsvorsitzenden des Motorsportclubs Nürnberg, Wolfgang Schlosser (l.) und Jürgen Schielein (r.), hießen die DTM-Fahrer Nico Müller (2.v.l.) und Marco Wittmann am Hauptmarkt willkommen. Foto: Ropohl

Nürnberg.Die neue DTM-Ära ist eingeläutet. Motorsportfans dürfen sich auf das schnellste Norisring-Rennen aller Zeiten freuen. Turbo-Power heißt das Zauberwort: 610 PS starke Motoren, dazu eine Karosserie, so leicht ist wie noch nie. Das macht die Autos superschnell.

Neun Renn-Wochenenden in fünf Ländern umfasst der DTM-Kalender. Vom 5. bis 7. Juli gastiert die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft auf dem Norisring. Einer der Favoriten: Lokalmatador Marco Wittmann. Nach 2014 und 2016 will er heuer endlich wieder DTM-Champion werden. Die Aussichten sind glänzend. Wittmann hat einen perfekten Saisonstart hingelegt, mit eine Sieg beim Auftakt-Rennen in Hockenheim. Aktuell liegt der 29-Jährige nach vier Läufen hinter Team-Kollege Philipp Eng (BMW) und René Rast (Audi) auf Platz drei.

Interviews am Hauptmarkt

Einen kleinen Vorgeschmack auf das DTM-Gastspiel gab es bereits am Samstag auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Am Rande eines großen Beachvolleyball-Turniers schrieben die DTM-Fahrer Marco Wittmann und Nico Müller Autogramme und schlugen die Werbetrommel für das 77. ADAC Norisring-Speed-Weekend. Zuvor standen sie bei einer Pressekonferenz auf der Provenza-Terrasse Journalisten Rede und Antwort. Und die wollten vor allem von Wittmann (er lebt in Fürth) viel wissen. Ob er denn beim Heimrennen zu Hause schlafe und mit der S-Bahn zum Norisring fahre?

„Ich glaube, das war mein emotionalster Sieg überhaupt.“

Marco Wittmann

Nein, erklärte Wittmann, das mache er nicht. Aber es sei natürlich schon angenehm, in der Heimat zu starten. Zumal der Norisring zu seinen Lieblingsstrecken gehöre. Besonderes seit seinem Sieg dort im vergangenen Jahr beim Sonntagsrennen. „Ich glaube, das war mein emotionalster Sieg überhaupt“, erzählt er. „Es war ein super-cooles Gefühl, vor allem, weil so viele Freunde und die Familie da waren.“

Marco Wittmann startet (wie hier 2018 am Norisring) wieder mit Nummer 11. Sein Auto allerdings hat ein neues Design bekommen. Foto: Ropohl
Marco Wittmann startet (wie hier 2018 am Norisring) wieder mit Nummer 11. Sein Auto allerdings hat ein neues Design bekommen. Foto: Ropohl

Kein Wunder, dass er sich auf den Norisring freut. Obwohl er den Kurs kennt, ist diesmal alles neu. „Mit dem neuen Motor muss man an den Norisring mit einer ganz anderen Handlungsweise rangehen als bisher.“

Entsprechend bereitet sich auch Nico Müller (Audi) vor. Seinen neuen Dienstwagen mit dem Zwei-Liter-Turbo-Motor findet er „absolut geil.“ Deutlich mehr Leistung. „Und für uns hinter dem Lenkrad gibt es mehr zu tun.“ Es mache richtig Laune, noch mehr Top-Speed aus dem Audi herauszukitzeln. Gerade auf dem Norisring werde das möglich sein, bei den langen Geraden, „aber die Bremsen werden leiden.“

Mit seinen langen Geraden ist der Norisring der perfekte Ort, Höchstgeschwindigkeiten zu erzielen. „Wir werden nahe an die 300 km/h kommen“, schätzt Wolfgang Schlosser, Vorstandsvorsitzender des veranstaltenden Motorsportclubs Nürnberg(MCN).

Zu Gast am Norisring

  • Termin:

    Das 77. Internationale ADAC Norisring Speedweekend findet vom 5. bis 7. Juli auf dem Gelände am Dutzendteich statt.

  • Programm:

    Neben Motorsport gibt es zahlreiche Aktivitäten für Fans, Möglichkeiten zum Blick hinter die Kulissen und eine Showbühne.

  • Tickets:

    Das Wochenendticket ist ab 39 Euro erhältlich. Infos im Internet unter: www.dtm.de oder www.norisring.de

Unabhängig davon machen technische Neuregelungen die Rennen spannender. Das Beschleunigungssystem DRS etwa können die Fahrer jetzt in bis zu zwölf Runden aktivieren, in den letzten fünf sogar ohne Abstandsregelung. Zudem können sie per Knopfdruck am Lenkrad kurzfristig die Motorleistung um rund 30 PS erhöhen. Zwölf Mal pro Rennen ist dieses Push-to-pass erlaubt. Und darüber hinaus kommt es beim Start stärker auf die Reaktionszeit des Fahrers und gekonnten Umgang mit der Kupplung an, weil eine automatische Starthilfe weggefallen ist.

Neben BMW und Audi kämpft erstmals Aston Martin mit um den DTM-Titel, nachdem Mercedes aus der Serie ausgestiegen ist. Ein berühmter Name fällt im Team R-Motorsport der britischen Luxusmarke auf: Pietro Fittipaldi, Enkel des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi.

Fahrer-Legenden im BMW M1

Für jede Menge Abwechslung neben der DTM sorgen ein breitgefächertes Rahmenprogramm und dichte Zeitpläne. Autogrammstunden, Abstecher in Boxengasse und Fahrerlagern, Showbühne, Konzerte, Fandorf, Food-Trucks – für die ganze Familie ist was geboten.

Durchgängige Renn-Action versprechen Porsche-Carrera-Cup, die Formula European Masters und die exklusiv für Frauen geschaffene W-Serie mit 18 Starterinnen sowie die Tourenwagen Classics.

Dazu ein ganz besonderer Auftritt: Die legendären Sportwagen BMW-M1-Procar kehren nach 39 Jahren auf den Norisring zurück, wo sie zuletzt im Juni 1980 bei den „200 Meilen von Nürnberg“ zu sehen waren. An allen drei Tagen drehen sie Demorunden. Welche Rennfahrer-Legenden hinter den Lenkrädern sitzen, steht laut Schlosser noch nicht ganz fest. Vielleicht Marc Surer, Christian Danner oder Jan Lammers?

Philipp Eng führt aktuell die Wertung an. Foto: Hoch Zwei/Jürgen Tap
Philipp Eng führt aktuell die Wertung an. Foto: Hoch Zwei/Jürgen Tap

Unterdessen laufen beim MCN die Vorbereitungen für das Großereignis in knapp vier Wochen auf Hochtouren. „Es ist extrem viel zu tun, um aus einer normalen Straße eine Rennstrecke zu gestalten“, erklärt Wolfgang Schlosser. Zäune, Leitplanken, Boxengasse, Fahrerlager, massenweise Kabel und Wasserleitungen: Alles muss hergeschafft und aufgebaut werden. Von einem kleinen Team Freiwilliger, das zwar längst über große Routine verfügt, aber keinen einzigen Fehler machen darf. „Der könnte tödlich sein.“

Weil der Vorverkauf so gut läuft, werden derzeit zusätzliche Tribünen aufgebaut. Es gibt in vielen Kategorien noch Karten. Schlosser empfiehlt den Vorverkauf, denn da seien die Tickets grundsätzlich billiger.

Die DTM-Rennen starten am Samstag und Sonntag um 13.30 Uhr. Jeweils am Vormittag ist die Qualifikation. Das Rennen dauert rund eine Stunde. Die Trainingsläufe finden – erstmals – ausschließlich am Freitag statt.

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