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Parsberg

Parsberg: Dirigent feiert gelungenen Einstand

Mit dem Klassik Open Air hat das Symphonische Blasorchester Parsberg einen Weg beschritten, der viel Beifall fand.
Von Günter Treiber

Das Publikum war der Meinung, dass das ein hörenswertes Konzert mit dem neuen Dirigenten Matthias Zippel war. Foto: Treiber
Das Publikum war der Meinung, dass das ein hörenswertes Konzert mit dem neuen Dirigenten Matthias Zippel war. Foto: Treiber

Parsberg.Die 40 Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters Parsberg (SBOP), das erstmals unter dem Dirigat von Matthias Zippel stand, waren zur Freude des zahlreich erschienenen Publikums hoch motiviert und haben gezeigt, mit welcher Freude sie Musik machen. Auch der neue Dirigent fand den erwartet guten Zuspruch der Gäste im Burggarten.

Es war durchaus zu spüren, dass hier ein neuer Wind weht. Matthias Zippel ist ein Dirigent, der schon mal zu seinem Sopran-Saxofon greift und das Publikum hören lässt, dass er nicht nur dirigieren kann. Das veranlasste den ehemaligen Vorsitzenden des SBOP Dr. Rainer Munzinger zu der Aussage: „Der tut dem Orchester gut und wird es weiter voranbringen“. Der laue Sommerabend tat sein übriges, um die musikalische Brillianz so richtig genießen zu können.

„Ruhm und Triumph zu diesen Helden. Sie fielen auf die Felder des Vaterlandes“, so würde es lauten, wenn Hector Berlioz‘ Apotheose, die „Grande symphonie funébre e triomphale“ gesungen würde. Für das SBOP war die Triumphsymphonie das Entré des hervorragenden Konzertabends. Mit „Puszta“, der viersätzigen Suite von Jan Van der Roost, ging es beschwingt weiter. Die Musiker verstanden es, gemeinsam auf höchstem Niveau die wilde Reiterei über die Ebenen der ungarischen Puszta, den heißblütigen Csárdás junger Mädchen und Burschen und dann am Abend die leisen Töne der am Lagerfeuer sitzenden Hirten erklingen zu lassen.

So schön kann Klassik sein

Walzerklänge mit einem Hauch von Varieté. Das Publikum konnte sich in die vertraute Melodie des Walzer Nummer 2 von Dmitri Schostakowitsch regelrecht hineinfallen lassen. Der weiche Klang der Klarinetten holte den Zuhörer ab und ließ ihn in Gedanken einen Tanz vollführen. Das Feingefühl des Dirigenten, seine Musiker mit vollem Körpereinsatz zu führen, wurde zum Genuss der Konzertbesucher.

Apropos Dirigent: Er verstand es, zu dirigieren, er zeigte im zweiten Teil, zu Astor Piazzolas „Oblivion“, dass er mit seinem Sopran Saxofon auch instrumental sein musikalisches Metier beherrscht – und aktuell zeigte er auch, dass er mit viel Witz und informativ auch moderieren kann. Zippel hat auch ein Faible für den russischen Komponisten Antonin Dvorák.

Hier finden Sie Informationen zu den weiteren Terminen des SBOP:

Die Termine des SBOP

  • Herbstkonzert:

    Samstag, 3. November, 20 Uhr, Herbstkonzert in Parsberg in der Mehrzweckhalle; das Konzert wird mit dem gleichen Programm am 17. November um 20 Uhr im Reitstadel in Neumarkt aufgeführt.

  • Weihnachtskonzert:

    Es findet am Sonntag, 16. Dezember, in Daßwang statt, in Parsberg wird es mit dem gleichen Programm am 18. Dezember aufgeführt.

Das SBOP ließ in beeindruckender Spielweise zwei Sätze aus seiner viersätzigen fünften Sinfonie hören, die er während seines dreijährigen Aufenthalts in Amerika geschrieben hatte. Er verwendete Themen der schwarzen Bevölkerung Amerikas, ebenso Melodien der Indianer. Für das SBOP ein gehöriges Stück Arbeit, diese doch sehr unterschiedliche Musik harmonisch und rhythmisch erkennen zu lassen. Sie haben es blendend bewältigt und erhielten großen Applaus.

Im zweiten Teil des lauschigen Abends machten Dirigent und Orchester einen Ausflug in die Filmmusiken. Auch das kann Klassik sein. Wer hat den Film „Der Pate“ aus dem Jahr 1972 nicht gesehen? Den musikalischen Part hat Nino Rota dazu geschrieben. Schon bei den ersten Tönen wurden Erinnerungen wach, hört man diese Melodie doch auch zu anderen Gelegenheiten. Mit wunderbarer Dynamik verzauberte das Orchester das Publikum.

Filmmusiken sind auch Klassik

Amerikas „Wilder Westen“ ließ grüßen. Das SBOP wird am 3. November eine Oscar Nacht zelebrieren und Musiken aus Filmen, die einen Oscar erhalten haben, spielen. Als kleinen Vorgeschmack und Test, ob so etwas beim Publikum ankommt, interpretierten die 40 Musikerinnen und Musiker die „Moments of Morricone“. Aus den Filmen „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ brachte das Orchester das Feeling des Wilden Westens rüber. Dass das Publikum so lange im Einklang mit den Glocken der Stadtpfarrkirche Beifall klatschte, war ein Beweis, dass das Symphonische Blasorchester einen großen Stellenwert in der Stadt Parsberg besitzt.

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