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Kultur

Parsberg: Realität trifft auf Phantasie

Die Malerin Ilse Degel stellt derzeit in Parsberg aus. Die Waldetzenbergerin hat sich dem Surrealismus verschrieben.
Von Peter Tost

In Ilse Degels Bildern verschmelzen Wirklichkeit und Traum. Foto: Tost
In Ilse Degels Bildern verschmelzen Wirklichkeit und Traum. Foto: Tost
Erinnerungen: Auf einer Treppe liegen verstreut Gegenstände aus Ilse Degels Leben. Foto: Tost
Erinnerungen: Auf einer Treppe liegen verstreut Gegenstände aus Ilse Degels Leben. Foto: Tost

Parsberg. Parsberg. Surrealistische Maler wie Max Ernst oder Salvador Dalí haben Ilse Degel schon immer fasziniert. Deshalb war es auch nur eine Frage der Zeit, dass sich die aus München stammende Malerein selbst diesem Kunststil verschrieb. In ihren Ölbildern, die sie in der Galerie in der Stadtmitte noch bis Sonntag zeigt, verschmelzen dementsprechend Realität und Traum zu einem phantastisch anmutenden Einblick in Degels Gedankenwelt, der unter dem Motto „Fantastisches und Realistisches“ steht.

Ihr Bild „Erinnerungen“ etwa zeigt scheinbar achtlos auf eine Treppe geworfene Gegenstände, die für wichtige Ereignisse oder Personen im Leben der Malerin stehen. Dabei gesellen sich zur Puppe aus ihrer Kindheit und einem weißen Spitzentuch von ihrem Kommunionkleid auch das kleine Buch, in dem ihre Mutter ihre Lieblingsgedichte aufschrieb. Auf einem Schiffchen aus Zeitungspapier kann der Betrachter das Wort „Frieden“ entziffern.

„Ich wollte schon als Kind Künstlerin werden“, erzählt Ilse Degel, die einer Münchner Familie entstammt und seit mehr als 35 Jahren in Waldetzenberg, einem Ortsteil von Laaber lebt. „Mein Eltern wollten aber, dass ich eine solide Ausbildung mache und so lernte sich Sekretärin.“ Also verschob sie das Malen in die Freizeit – „hauptsächlich waren es Porträts“.

Fernstudium der Malerei

Neben ihrem Beruf als Sekretärin an einer Münchner Schule absolvierte Ilse Degel ein Fernstudium in Malerei an der Akademie Karlsruhe. Sie lernte ihren späteren Mann kennen, der sich in Regensburg selbstständig machte, zog mit ihm nach Waldetzenberg und gründete eine Familie. „In dieser Zeit habe ich nicht mehr gemalt“, erinnert sie sich.

Jahre später habe sie ihr Mann auf einen Zeitungsartikel hingewiesen. „Darin wurde berichtet, dass der rumänische Kunst-Professor Constantin Flondor in Beratzhausen eine Meisterklasse anbietet.“ Sie bewarb sich und wurde angenommen. Schließlich entstand 1994 ihr erstes surrealistisches Bild. Dieser Schritt brauchte ihr nicht allerdings nicht nur positive Kommentare ein. „Du mit Deinen verschrobenen Gedanken“, habe es immer wieder einmal geheißen.

Freiheit: Der Stacheldraht verwandelt sich in Rosen und die Taube kann entkommen. Foto: Tost
Freiheit: Der Stacheldraht verwandelt sich in Rosen und die Taube kann entkommen. Foto: Tost

Zur Kunstgilde Parsberg stieß Ilse Degel vor ein paar Jahren, nachdem sie im Naturkundemuseum in Regensburg ausgestellt hatte. „Der damalige Vorsitzende der Kunstgilde, Albert Fromm, hatte die Ausstellung besucht und rief mich ein paar Tage später an.

Sein Angebot, Mitglied der Künstlervereinigung für den Altlandkreis Parsberg zu werden, nahm sie gerne an. Daneben ist Ilse Degel unter anderem Mitglied im Neuen Kunstverein Regensburg und im Kuratorium europäische Kulturarbeit Beratzhausen. Ausgestellt hat sie unter anderem schon in Karlsruhe, Genf, Nürnberg, München, Timisoara in Rumänien , Regensburg und Parsberg..

Versuchung: Aus dem Ast eines Baumes entwickelt sich eine Schlange. Foto: Tost
Versuchung: Aus dem Ast eines Baumes entwickelt sich eine Schlange. Foto: Tost

Zu sehen sind die Bilder der Waldetzenbergerin am heutigen Mittwoch, am Freitag und am Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr in der Galerie in der Stadtmitte in der Parsberger Marktstraße.

Die nächste Ausstellung vereint vom 25. Juli bis 12. August Kunstaktionen und Bildhauerei von Hanna Rothenbücher und Regine Scholtyssek unter dem Motto „Kunst geht Gassi“. Was damit genau gemeint ist, erklärt Rothenbücher so: „Immer wieder begegnen mir Gemälde von Parsberg – im Rathaus, in Wohnzimmern, in Treppenhäusern, im Kellerbüro…“

Auch bei ihren Eltern Hans und Ursula Luther in Klapfenberg hänge ein stimmungsvolles Herbstbild, das Parsberg zeigt. Gemalt wurde es im Jahr 1997 von Karl Heinrich Emanuel Peschke aus Ebenhausen bei München, dem Schwiegervater ihrer Schwester Dorothee.

„Wo wohl noch andere interessante, bekanntere oder unbekanntere Bildern von Parsberg existieren? Wie wäre es, wenn diese Werke mal an die frische Luft nach draußen kämen?“ fragten sich Rothenbücher und Scholtyssk. So entstand ihre Idee zur Ausstellung „Kunst geht Gassi.“ Es wäre sehr nett, wenn Personen, die ein Gemälde von Parsberg besitzen, unter Telefon (01 63) 2 63 83 29 oder (09492) 90 77 57 mit ihnen Kontakt aufnehmen würden, sagen die beiden Künstlerinnen.

Parsberger Ansichten gesucht

In der Galerie ausgestellt würde entweder das Original oder auch eine Fotografie davon. „Oder die Leute besuchen uns in der Galerie und bringen ihr Werk gleich mit“, sagen Hanna Rothenbücher und Regine Scholtyssek, die sich auf viele Beiträge, einen regen Austausch und eine vielseitige Ausstellung freuen, die sich in den 19 Tagen immer wieder verändern werde.

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