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Engagement

Parsberg will Fairtrade-Town bleiben

Seit zwei Jahren ist Parsberg eine Stadt des fairen Handels. Aber trotz schöner Erfolge gibt es noch einige Lücken zu füllen.
Von Peter Tost

Uli Sellner und Luitpold Fuchs stellen die Computermaus und das Kinderlätzchen vor. Foto: Tost
Uli Sellner und Luitpold Fuchs stellen die Computermaus und das Kinderlätzchen vor. Foto: Tost

Parsberg.Seit knapp zwei Jahren darf sich die Stadt Parsberg offiziell Fairtrade-Town nennen. Anfang Mai 2017 war das Zertifikat bei einer Feierstunde an die Repräsentanten der Stadt übergeben worden. Es bescheinigt, dass sich Parsberg für die Förderung Fair-Trade-zertifizierter Waren im Rahmen des fairen Handels einsetzt.

Da das Zertifikat im Zwei-Jahres-Turnus erneuert werden muss, sind Uli Sellner und Luitpold Fuchs von der Steuerungsgruppe des Projekts mit dem Antrag auf Verlängerung beschäftigt. Das Neumarkter Tagblatt hat die Gelegenheit genutzt und nachgefragt, was in den vergangenen beiden Jahren in der Fairtrade-Town Parsberg bereits passiert ist – und wo es noch Handlungsbedarf gibt.

Seit dem Jahr 2009 können sich deutsche Kommunen bei TransFair e.V. – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt – um den internationalen Titel „Fairtrade Town“ bewerben. Uli Sellner und Luitpold Fuchs, die sich nunmehr seit fast drei Jahrzehnten für den Weltladen in Parsberg engagieren, hatten bei der Stadt 2016 den Antrag gestellt, dass Parsberg der internationalen Kampagne „Fairtrade-Towns“ beitreten möge.

Hintergrund der Fairtrade-Town-Kampagne ist es, dass Städte und Gemeinden in der heutigen Zeit eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung internationaler Entwicklungsstrategien spielen. „Dazu gehören auch die sogenannten nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen“, erklären Sellner und Fuchs.

Ziel ist nachhaltige Produktion

Diese Ziele beziehen alle Länder mit ein und es werden ökologische und ökonomische Aspekte von Nachhaltigkeit und Entwicklung benannt. Fairer Handel und nachhaltiger Konsum rücken damit noch stärker in den Fokus. Beim fairen Handel geht es konkret darum, die Produzenten der Waren fair zu entlohnen und die Produktion nachhaltig zu gestalten.

Vor der Zertifizierung als Fairtrade-Town musste Parsberg etliche Kriterien erfüllen, zunächst einmal den offiziellen Beschluss des Stadtrats für die Bewerbung. „Danach haben wir eine Steuerungsgruppe gegründet, die die Unterlagen für die Bewerbung als Fairtrade-Town zusammenstellte“, erzählen die beiden. Zu der Gruppe gehörten neben Mitarbeitern des Weltladens auch Vertreter der Stadt, der Schulen, der Pfarrei und der Parsberger Unternehmergemeinschaft. Ein Bewerbungskriterium waren nämlich auch, ausreichend viele Parsberger Gastronomiebetriebe, Geschäfte, Schulen und Vereine für den fairen Handel zu gewinnen.

 Vor knapp zwei Jahren wurde Parsberg offiziell eine Fairtrade-Stadt. Foto: Treiber
Vor knapp zwei Jahren wurde Parsberg offiziell eine Fairtrade-Stadt. Foto: Treiber

Die Bilanz von Uli Sellner und Luitpold Fuchs zwei Jahre nach der Zertifizierung der Stadt Parsberg als Fairtrade-Town fällt rundum positiv aus. „Woran man es am deutlichsten merkt und auch mit Zahlen belegen kann, ist der Rekordumsatz im vergangenen Jahr im Weltladen“, stellen sie fest. Daran lasse sich deutlich ablesen, dass die Nachfrage nach fair gehandelten und nachhaltig produzierten Waren gestiegen sei.

Auch bei den Schulen sei das Interesse noch größer geworden. „Die Mittelschule will dieses Jahr ebenfalls einsteigen und im Frühjahr ein Fußballturnier veranstalten, bei dem fair gehandelte und eigens für Parsberg produzierte Fußbälle vorgestellt werden. Auf dem Ball ist die Silhouette der Stadt zu sehen sowie der Schriftzug: „Parsberg spielt fair!“ Neu ist auch ein Kinderlätzchen aus fair gehandelter Bio-Baumwolle, auf dem das Maskottchen der Parsberger Burg – der Ritter Parsival – aufgenäht ist.

Fair gehandelte Computermaus

Für Technikfans gibt es im Weltladen nun auch die erste Computermaus, die sich dem Fairen Handel und damit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen verschrieben hat. Sellner und Fuchs wollen zusammen mit ihren Mitstreitern aus der Steuerungsgruppe die Parsberger Geschäfte noch stärker ins Boot holen. Vor allem fair gehandelte und nachhaltig produzierte Textilien suche man in Parsberg derzeit noch vergeblich. Man will deshalb versuchen, einen entsprechenden Stand an den verkaufsoffenen Sonntagen nach Parsberg zu holen. „Man braucht halt einfach einen langen Atem.“

Dass noch viel Luft nach oben ist, weiß auch Bürgermeister Josef Bauer, der das Engagement der Fairtrade-Aktivisten nach Kräften unterstützt. „Es geht einfach darum, unsere Bürger für das Thema Gerechtigkeit beim Einkauf zu sensibilisieren.“ Einen Beitrag dazu leiste die Tatsache, dass die Geschenkkörbe der Stadt – etwa für Geburtstagsbesuche – nun mit fair gehandelten Produkten gefüllt werden. „Da fragen die Leute immer wieder nach, wo die Sachen herkommen, nicht zuletzt deshalb, weil sie von der Qualität begeistert sind“, sagt Bauer.

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