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Bezirk

Parsberger 50-Millionen-Bau kann starten

Die Drogenklinik Parsberg bekommt ihren Ersatzbau. Verantwortliche aus dem Bezirk Oberpfalz gewähren den Bürgern Transparenz.
Von Vera Gabler

Der Eingangsbereich zur Drogenklinik und das gesamte Areal mit den Therapiehäusern wird neu errichtet und gestaltet.  Fotos: Vera Gabler
Der Eingangsbereich zur Drogenklinik und das gesamte Areal mit den Therapiehäusern wird neu errichtet und gestaltet. Fotos: Vera Gabler

Parsberg.Bei einem öffentlichen Informationsabend haben die Verantwortlichen des Bezirks Oberpfalz für Medizinische Einrichtungen den geplanten Ersatzbau für die Drogenklinik Parsberg an der Pfarrer Fischer Straße vorgestellt. Zahlreiche Anwohner, aber auch Stadträte mit Bürgermeister Josef Bauer nahmen an dem Treffen im großen Sitzungssaal des Rathaus teil.

Wo man 2002 noch einen Bürgerentscheid brauchte, um eine Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie bauen zu können, war der Infoabend am Dienstag relativ entspannt. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte Marco Hutzler als Leiter der Bauverwaltung der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (Medbo) das Projekt vorgestellt. Der Bezirk Oberpfalz wird ab März bis Sommer 2025 das Zentrum für Suchtbehandlungen von Jugendlichen und Heranwachsenden neu bauen und damit 50 Millionen Euro investieren.

Gericht

Sieben Jahre Haft für Drogendealer

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„Anlieferzone“ sorgt für Unmut

Bürgermeister Josef Bauer erinnerte an den Bürgerentscheid im Jahr 2002, als die Entscheidung für den Bau einer Drogenklinik für den Bezirk positiv ausgefallen war. Jeder, der es schaffe, in die Gesellschaft zurückzukommen, sei ein Gewinn. Gleichzeitig betonte das Stadtoberhaupt die Wichtigkeit der Therapie und der Nachbetreuung. Bevor Hutzler die Pläne auch den Anliegen vorstellte, verwies das Stadtoberhaupt bereits auf schon strapazierte Verkehrssituation an der Pfarrer Fischer Straße und „Zum Dallmeierkreuz“ durch Anlieger, Besucher und Personal des Zentrums für Betreuung und Pflege.

Mit der Pfarrer Fischer Straße gibt es nur eine Zufahrt zur künftigen Baustelle des Bezirks.
Mit der Pfarrer Fischer Straße gibt es nur eine Zufahrt zur künftigen Baustelle des Bezirks.

Der Standort des Seniorenzentrums sei nicht der glücklichste, zudem würde auch die „Anlieferzone“ immer wieder für Unmut sorgen, ergänzte der Bürgermeister. An die Anlieger gewandt, ergänzte er, dass er von Seiten der Stadtverwaltung nur den Dienst der kommunalen Überwachung anbieten könne. Was nun das Zentrum für Suchtbehandlungen von Jugendlichen und Heranwachsenden selbst betreffe, so betonte er, dass der Bezirk ein wichtiger Arbeitgeber für Parsberg sei und in den drei Kliniken 300 Menschen beschäftigte. Auch die Investition von 50 Millionen Euro stelle eine wichtige Wirtschaftsförderung für die gesamte Region dar.

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Der zweite Redner war Medbo-Vorstand Dr. Helmut Hausner, der sich zuerst dafür entschuldigte, gerade in der „trubeligen“ Zeit diesen Infoabend abzuhalten, wo die Parsberger sich Sorgen um den Gesundheitsstandort machen würden (Schließung des Krankenhauses). Nichtsdestotrotz habe man sich aber entschieden, noch vor der Vergabe der Arbeiten an die Baufirmen, die Anlieger anzuhören, um eventuell auftretende Probleme gleich mit in die Planungen zur Verbesserung aufnehmen zu können. Ehe Besucher zu Wort kamen, stellte Hutzler mit einer Bilderpräsentation die Pläne vor. Herausforderung für die Umsetzung sei, dass während der Bauphase der Betrieb weiterlaufe. „Deshalb werden die bestehenden Gebäude mit zeitlichem Abstand abgerissen, während parallel die neuen gebaut werden.“

Die Parkfläche wird erweitert

  • Parkplatz:

    Derzeit gibt es eine Parkfläche gegenüber dem Eingang der Drogenklinik, die auch von Anliegern der Pfarrer-Fischer-Straße und deren Besuchern sowie von Beschäftigten benutzt werden. Dieser wird mit Beginn der Bauarbeiten vergrößert und zudem auch ausgeleuchtet. Eine Anregung von einem Anlieger, man möge auch einen Gehweg vom Parkplatz bis zur Pfarrer-Fischer-Straße anlegen, damit die Straßenseite nicht gewechselt werden muss, wurde als Anregung mit aufgenommen. Das erste gebrochene Material vom Abbruch könne für den Parkplatz wiederverwendet werden.

  • Zufahrt:

    Um einen reibungslosen Verkehr von Baustellenfahrzeugen zu ermöglichen, wird es ein zeitlich befristetes Halteverbot entlang der Pfarrer-Fischer-Straße geben. Was die Anliefer-Situation für das Seniorenzentrum betrifft, so stehe noch ein Gespräch mit der Verwaltung an.

  • Therapie:

    Medbo – Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie; es werden Menschen behandelt, die aufgrund einer psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung zum Straftäter geworden sind. In der spezialisierten Einrichtung werden die Patienten behandelt und therapiert.

Zeitraum reicht bis April 2023

Man stehe kurz vor den Vergaben und werde im März und April mit der Demontage der Arbeitstherapiehalle beginnen. Haus 2 mit drei Stationen und 60 Planbetten auf 6094 Quadratmeter Grundfläche werde von April diesen Jahres bis März 2023 gebaut. Auf dem bisherigen Parkplatz im Außenbereich beginne man mit dem Bau eines 60 Meter langen Gebäudes, das für Entlassungspatienten mit 24 Betten geplant sei. Der Abbruch des derzeitigen Hauses 2 und der Neubau einer Arbeitstherapiehalle sind ab 2023 geplant – sowie der Neubau der Pforte in Haus 4.

Hauptthema für die Anlieger war die Zufahrt der Baufirmen, wobei Hutzler schon von zeitweise 20 Lastwagen und 40 Kleintransporter pro Tag ausgehe. Im Vorfeld habe man eine Einbahnregelung von der Lupburger Straße über die Seitenstraßen zur Pfarrer-Fischer-Straße anvisiert. Eine Beweissicherung über den Zustand der in Frage kommenden Straßen, einschließlich einer Kamera-Befahrung über den Zustand des Kanals sei bereits durchgeführt worden.

Auf die Frage eines Anwohners, was mit Schäden sei, die dann ein halbes Jahr nach Bauende auftreten würden, versicherte Hutzler, dass nach Bauende eine Nachweissicherung durchgeführt werde. Was nun die Zufahrtsstraßen für die Baufirmen betrifft, so werde es letztendlich Gespräche mit den Ansprechpartnern geben, man sei für Alternativrouten noch immer offen.

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