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Region Neumarkt
Donnerstag, 20. September 2018 26° 1

Konzert

Parsberger Burgklassik begeisterte

Das Wupper Trio bot den Besuchern einen besondern Abend. Die Musiker zeigten, dass Klassik auch rockig klingen kann.
Von Günter Treiber

  • Ein Gastspiel mit brillant vorgetragener klassischen Musik bot das Wupper Trio im Burgsaal. Foto: Treiber
  • Friedrich Loré ist Vorsitzender der Donlina. Foto: Treiber

Parsberg. Drei junge Musiker, Sayaka Schmuck (Klarinette), Malwina Sosnowski (Violine und Bratsche) und Benyamin Nuss (Klavier), haben am Sonntag im Burgsaal brilliert. Mit dem „Wupper Trio“ ist der „Dolina Gesellschaft für Landeskunde“ unter Leitung von Friedrich Loré ein besonderes Highlight in Sachen klassischer Musik gelungen.

Humorvolle Moderation

Unter dem Titel „Von Klassik bis Tango“ konnte das Publikum, das sich begeistert zeigte, Kompositionen von Ludwig van Beethoven, Jules Massenet, Max Bruch und Astor Piazzolla hören. Mit viel Humor und noch mehr Wissen um die Komponisten führte Sayaka Schmuck durch das Programm. Sie verwies vor allem auf die Besonderheit der instrumentalen Zusammensetzung, die sehr selten bei konzertanter Musik zu sehen und zu hören sei.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Schmuck: „Es ist unser Markenzeichen, dass Malwina Sosnowski in einem Konzert sehr schnell von der Violine zur Bratsche wechselt, zwei Instrumente, die sehr unterschiedlich zu handhaben sind.“ Mit voluminöser Klangflut führte das Trio das Publikum in Beethovens „Gassenhauer Trio“. Im ersten Satz, dem Allegro con brio, spielte das Wupper Trio sehr harmonisch und hielt auch einige Überraschungen parat. Im zweiten Satz, Adagio, übernahm das Klavier die Führung, das zum Ende hin die drei Instrumente zusammenführte, damit in Satz drei, dem Allegretto, das Trio in großartigen Variationen das Thema Gassenhauer erkennen ließ.

Hier erfahren Sie Wissenswertes über die drei Musiker:

Das Wupper Trio

  • Sayaka Schmuck:

    In Bad Waldsee geboren, studierte sie an den Musikhochschulen in Weimar, Hannover und Berlin. Schmuck wurde schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem hat sie 1998 den „Concursul International de Muzica Jeunesses Musicales“ in Bukarest gewonnen. Sie spielt sowohl beim Bayerischen Rundfunk als auch bei der Staatsoper Hannover.

  • Malwina Sosnowski:

    Sie wuchs in einer Musikerfamilie in Basel auf. Den Bachelor of Music erhielt sie vom Curtis Institute in Philadelphia und das Konzertexamen an der Hochschule der Künste in Bern. Heute ist sie Assistentin von Benjamin Schmid und unterrichtet selbst an Meisterkursen. Als Solistin konzertiert sie mit dem Kammerorchester Berlin und dem Basler Sinfonieorchester.

  • Benyamin Nuss:

    Der Gladbacher erhielt seinen ersten Klavierunterricht mit sechs Jahren. Nuss wuchs durch Vater Ludwig und Onkel Hubert mit Musik unterschiedlicher Genres auf. Seit 2008 studiert er an der Musikhochschule Köln und seit 2010 ist er exklusiv bei dem renommierten Klassiklabel „Deutsche Grammophon“ unter Vertrag. Sein Debütalbum „Nuss plays Uematsu“ im klassischen Kontext schaffte es auf Anhieb in die Klassikcharts. Benyamin Nuss konzertiert weltweit in den größten Konzerthäusern, wie Stockholm Philharmonic Orchestra, Chicago Pops Orchestra oder Deutsche Radiophilharmonie. (pgt)

Hört man dieser Klassik mit Genuss zu, fragt man sich doch, warum sich die Jugend nicht vermehrt klassischer Musik zuwendet. Klassik kann durchaus auch sehr rockig klingen. Dies bewies vor allem auch Max Bruch mit seinen „Acht Stücken“. Daraus holte sich das Wupper Trio „das sechste Stück“, nämlich Nachtgesang. Geheimnisvoll begannen die drei den Nachtgesang, um dann temperamentvoll in den Schlusssatz überzugehen, der das Publikum zum großen Applaus verführte.

Einwandfreie Akustik

Vor diesem Bruchschen Stück gab es ein Duett. Benyamin Nuss und Malwina Sosnowski interpretierten Jules Massenets „Meditation“. Das aus der dreiaktigen Oper „Thais“ entnommene Stück gefiel durch den zarten Geigenklang und den leisen Klaviertönen. Mit viel Liebe und Hingabe interpretierten die beiden Musiker Massenets Musik.

Spannend wurde es im zweiten Teil. Das Publikum war gespannt, was es unter den „Vier Jahreszeiten“ von Astor Piazzolla zu hören gab und hörte aufmerksam zu. Im Focus stand der Tango. Interessanterweise begann das lange, fast einstündige Konzert mit dem Sommer, was durchaus bei „heißer“ Musik zu hören war. Es setzte sich fort mit dem Herbst und Winter und endete mit dem Frühling.

Bei den Vier Jahreszeiten zeigte es sich auch, welch einwandfreie Akustik der Burgsaal aufweist. Die Klarinette und die Geige mussten nicht gegen einen massiven Klavierklang ankämpfen. Nicht nur dieser zweite Teil animierte die Zuhörer zu frenetischem Beifall, sondern auch schon vorher zeigte sich das Publikum enthusiastisch.

Das Ganze war der Schlussakt im Konzertthema. Sayaka Schmuck wies darauf hin, dass man bei einem Tango nuevo nicht unbedingt ans Tanzen denken sollte. Aber die eine oder andere Sequenz ließ doch die Beine des Publikums kleine Tanzschritte vollführen. Jedenfalls waren die Gäste so begeistert, dass dem Trio nichts anderes übrig blieb, als eine Zugabe hören zu lassen.

Großes Interesse an Musik

Im Gespräch mit unserer Zeitung ließ Friedrich Loré wissen, dass die Dolina schon immer mit klassischer Musik die Menschen in der Region erfreue. Aber irgendwann sei es dem Dolina-Vorsitzenden zu bunt gewesen, neben der Suche nach hoch qualifizierten Musikern auch noch die entsprechende Location zu finden, die zum einen eine gute Akustik hergab und zum anderen genügend Sitzplätze hatte. „Für mich“, so Loré, „war es dann die Intention, Klassik nach Parsberg zu bringen, denn bei den Konzerten haben wir bemerkt, dass dafür großes Interesse bestand.“

Vor genau sieben Jahren wollte Loré endlich sesshaft werden und suchte einen Konzertsaal, in dem man die Klassik als Tradition etablieren könnte. „Diesen Wanderzirkus lassen wir sein und suchen einen festen Ort für weitere Konzerte“, sagte Loré und die „Burgklassik“ war geboren. Allerdings musste man zunächst in den Oberen Burgsaal einziehen. Dort war es etwas beengt, aber der neue Burgsaal war ja bereits in Planung.

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