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Theater

Parsberger spielt so gerne Petrus

Hans Lang ist inzwischen der älteste aktive Burgspieler. Das Urgestein erzählt von den ersten Auftritten.
Von Peter Tost

Hans Lang hat in seinem Treppenhaus Fotos der Burgspielensembles aus 37 Jahren aufgehängt. Foto: Peter Tost
Hans Lang hat in seinem Treppenhaus Fotos der Burgspielensembles aus 37 Jahren aufgehängt. Foto: Peter Tost

Parsberg.Er ist das Urgestein der Parsberger Burgspiele: Hans Lang ist der Letzte der Gründergeneration von 1983, der noch immer auf der Bühne steht. Diese Saison ist für den 69-jährigen ehemaligen Leiter der Mittelschule sogar ein ganz besonderer Traum in Erfüllung gegangen.

Franz Sellner, damals Leiter der Hauptschule, war laut Lang die treibende Kraft hinter den ersten Burgspielen im Jahr 1983. „Ich war damals Lehrer an der Schule und weil ich schon etwas Bühnenerfahrung von den Sketchen bei den Pfarrfamilienabenden mitbrachte, war ich natürlich gleich dabei.“

Start mit „Haug von Parsberg“

Das erste Stück war damals das Historienspiel „Haug von Parsberg“, bei dem Lang einen Boten spielte, der Haugs Frau die Nachricht von dessen Tod überbringen musste. „Es war natürlich eine spannende Zeit, schließlich hatte es zuvor etliche Jahre keine Theateraufführungen mehr gegeben.“ Interessant sei natürlich auch gewesen, dass man plötzlich gemeinsam mit Leuten auf der Bühne stand, die man vorher nur aus dem normalen Alltag gekannt hatte.

Der „Haug“ kam beim Publikum sehr gut, nicht zuletzt wegen des Bezugs zu Parsberg. „Es war allerdings ein eher trauriges Stück, weshalb im Jahr darauf mit dem „Lumpazivagabundus“ eine Posse von Johann Nestroy auf die Bühne der Burgspiele kam – zusammen mit Regisseur Manfred Janikulla. „Ein grandioses und sehr lustiges Stück“, erinnert sich Lang.

Auf der Bühne – oder dahinter

Im Laufe der kommenden Jahrzehnte stand der Lehrer insgesamt rund 25 Mal selbst auf der Bühne – in größeren und kleineren Rollen – oder er arbeitete hinter den Kulissen beim Bühnenbau oder bei der Organisation der Burgspiele mit. Bei Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“, der im Rahmen der Parsberger Burgspiele insgesamt fünfmal aufgeführt wurde, spielte Lang jedes Mal den armen Schuldknecht, wie er erzählt.

Das Burgspiel-Urgestein und seine Rollen

Mit der Rolle, die er aktuell im „Brandner Kasper“ spielt, ist für den 69-Jährige sogar ein Traum in Erfüllung gegangen. „Das Stück hatten wir bereits vor 29 Jahren das erste Mal in Parsberg aufgeführt und damals spielte der damalige Spielleiter Hugo Lehner die Rolle des Petrus“, erinnert sich Hans Lang noch ganz genau.

Diese Figur habe ihm damals durch seine gemütliche und gütige Art sehr imponiert. „Schon damals habe ich mir gedacht, dass ich unglaublich gerne den Petrus spielen würde, wenn das Stück nochmals aufgeführt wird.“ Diese Saison ist es nun soweit.

Den Umbruch gemeistert

Seit damals hat sich allerdings viel geändert. Vor drei Jahre fand ein Umbruch statt, alte Weggefährten hörten aus Altersgründen auf und mit Bernhard Hübl kam ein neuer Regisseur. „Ich bin mit 69 Jahren mit Abstand der älteste Burgspieler, nach mir kommt Holger Ramburger mit 52 Jahren.“

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Brandner Kasper auf der Parsberger Burg

Die Burgspiele feierten mit einem Klassiker Premiere. Die Theatersaison in Parsberg dauert noch bis 27. Juli.

Um so mehr freut er sich, dass es der junge Spielleiter Simon Staudigl geschafft hat, junge Leute für die Burgspiele zu begeistern. „Die Parsberger Theatertradition geht dank des großen Engagements des Nachwuchses weiter – und das ist das Wichtigste.“ Denn alle ziehen an einem Strang: „Uns Burgspielern geht es darum, etwas für unsere Heimatstadt zu tun.“

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