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Stadtrat

Parsbergs Kanalsystem unter der Lupe

Eine aufwendige Computersimulation zeigt die Schwachstellen. Sie bildet die Grundlage für die weiteren Planungen.
Von Peter Tost

Anfang August 2018 verwandelte sich die Jurastraße nach einem Unwetter in einen Bach. Foto: Linda Segerer
Anfang August 2018 verwandelte sich die Jurastraße nach einem Unwetter in einen Bach. Foto: Linda Segerer

Parsberg.Ein lokales Unwetter hatte Anfang August vergangenen Jahres mit wolkenbruchartigem Regen in der Pfarrer-Fischer-Straße und der Jura-Straße die Abwasserkanäle vor den Wassermassen kapitulieren lassen. Überschwemmte Garagen und Keller waren die Folge. Betroffene Bürger sahen damals die Stadt in der Pflicht, für Abhilfe zu schaffen.

Um sich – nicht zuletzt mit Blick auf neue Baugebiete – einen Überblick über die Kanalkapazitäten zu verschaffen, hatte die Stadt eine Generalentwässerungsplanung für Parsberg in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der detaillierten Computersimulation stellte Roland Hammerschmid vom Ingenieurbüro Kehrer am Donnerstagabend dem Stadtrat vor.

Fünfjähriges Regenereignis

„Wir haben alle Daten in ein 3D-Modell gepackt und ein fünfjähriges Regenereignis simuliert“, erklärte er. Das bedeutet, dass ein Unwetter angenommen wird, das nur alle fünf Jahre vorkommt. Dabei stellte sich heraus, dass es in diesem Fall vor allem in der Pfarrer-Knott- und Pfarrer-Fischer-Straße, in der Jura- sowie in der Lupburger, Lindlberg- und Jahnstraße zu Rückstaus im Kanal und damit zu Überschwemmungen kommt.

„Wir haben auch eine Prognosesimulation erstellt, bei der die Situation in rund 20 Jahren mit möglicherweise neuen Baugebieten getestet wurde“, sagte Hammerschmid. Weil bei neuen Gebieten die Ableitung von Niederschlagswasser und Schmutzwasser getrennt erfolgt, ändern sich dabei die Problemstellen nicht.

Um die Situation zu verbessern, regte der Kanal-Fachmann an, dass möglichst viel des Niederschlagwassers auf den Grundstücken selbst – zum Beispiel in Rasenflächen –versickern sollte. „Gründächer sind dafür auch eine gute Möglichkeit.“ Als Anreiz könnte die Stadt eine gesplittete Abwassergebühr einführen. „Damit könnte man auch große Betriebe dazu bewegen, sich selbst um die Ableitung von Niederschlagswasser zu kümmern.“ Auch das Anlegen von weiteren Rückhalteanlagen käme in Betracht, um den Kanal bei Starkregen zu entlasten.

Bauer: Große Zukunftsaufgabe

Es sei eine große Zukunftsaufgabe, so Bürgermeister Josef Bauer, das Kanalsystem bei allen Baumaßnahmen im Hinterkopf zu haben. Denn: „Die Regenereignisse werden immer dramatischer.“ Das Wichtigste sei, dass kein Schaden entstehe, auch wenn der Kanal einmal überlaufe. Die Stadt werde sich diesbezüglich auf den Weg machen, kündigte er an.

Das gilt auch für die Förderung der Elektromobilität. So werden zusätzlich zu den bereits vorhandenen Ladesäulen am Rathaus und der Schnellladestation im Gewerbegebiet Hackenhofen weitere Ladesäulen am Technologiecampus, am Bahnhof und in der Parkgarage errichtet. Der Auftrag ging an die Bayernwerk Netz GmbH.

Integrationsbeauftrager hört auf

Bestätigt wurde vom Stadtrat die Rückgabe des Amtes als Integrationsbeauftragter der Stadt durch Hans Schuster. „Er hat mitgeteilt, dass er aus beruflichen Gründen ab 1. Januar leider nicht mehr für diese Aufgabe zur Verfügung stehen kann“, teilte der Bürgermeister mit. Gleichzeitig habe Schuster angeboten, dass er gerne bei der Suche nach einem Nachfolger mithelfen würde.

„Herr Schuster hat sich in den vergangenen Jahren in hervorragender Art und Weise für die Belange der Stadt eingesetzt und als Integrationsbeauftragter – gerade in der schwierigen Zeit nach dem Sommer 2015 – beispielhaft Einsatz und Engagement gezeigt“, betonte der Bürgermeister.

Servicenummer für Bürger kommt

Bei drei Gegenstimmen wurde der Antrag der CSU-FWL-JB-Fraktion auf Einführung einer Service-Nummer angenommen, unter der Bürger Mängel und Probleme an die Stadtverwaltung melden können. Tobias Kinskofer hielt diese für überflüssig, da es diese Möglichkeit schon jetzt über die App der Stadt Parsberg gebe.

Bauer erklärte, nicht jeder habe die App installiert und die Einrichtung einer Servicenummer, die über SMS oder WhatsApp erreichbar sein soll, sei kein großer Aufwand. Michael Forster merkte an, dass es diese Möglichkeit auch auf der Homepage der Stadt geben sollte.

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Städtebauliche Planung

  • Antrag:

    Um Geld von der Städtebauförderung zu bekommen, muss die Stadt jedes Jahr für drei Jahre im Voraus ihre geplanten Projekte mit den voraussichtlichen Kosten an die Regierung der Oberpfalz melden.

  • Projekte:

    Für die Jahre 2020 bis 2023 sind unter anderem die Umgestaltung der Stadtmitte mit 1,5 Millionen Euro in diesem Zeitraum und die Umgestaltung des Bahnhofs mit Umfeld und Zugang zur Stadtmitte mit 1,9 Millionen Euro geplant.

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