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Spendenübergabe

Passionsspiele helfen 45 „Schutzengeln“

Vom Reinerlös, den die Passionsspiele erwirtschafteten, gehen 160 000 Euro an Spenden. Heimische Hilfsprojekte profitieren.
Von Lothar Röhrl

  • An 45 Empfänger übergaben die Passionsspiele 2019 einen Großteil des eingespielten Erlöses.
  • Im Johanneszentrum ging quasi der letzte Akt der Passionsspiele über die Bühne: die Übergabe der Spenden, welche die 18 Aufführungen erwirtschaftet haben.

Neumarkt.Der Termin war mit dem „Schutzengel-Sonntag“ nicht zufällig gewählt: Die Spitze der Passionsspielgemeinde überreichte den Großteil des Erlöses der 18 Aufführungen. 160 000 Euro wurden, aufgeteilt auf 45 Empfänger, übergeben. Bei diesen handelte es sich um Hilfsprojekte, caritative Organisationen sowie gemeinnützige Vereine. Allesamt seien sie „personifizierte Schutzengel“, wie Domkapitular Norbert Winner zuvor bei einem Gottesdienst im Münster St. Johannes bei der Predigt hingewiesen hatte.

Mit diesem Gottesdienst wurde die Spendenübergabe danach im Johanneszentrum eingeleitet. Diese stellte quasi den letzten Akt der Neumarkter Passionsspiele 2019 dar. Wie schon beim ersten Pressetermin vor zweieinhalb Jahren und damit lange vor der Premiere am 9. März heuer angekündigt, sollte der Hauptteil des Reinerlöses gespendet werden.

Die Fürbitten beim Gottesdienst im Münster sprachen mit Sabine Radschinsky (Maria) und Thomas Fries (Jesus) zwei Hauptdarsteller.
Die Fürbitten beim Gottesdienst im Münster sprachen mit Sabine Radschinsky (Maria) und Thomas Fries (Jesus) zwei Hauptdarsteller.

Mit einer weiteren Summe sollte ein finanzieller Grundstein für die angestrebten nächsten Passionsspiele geschaffen werden. Darauf wies Franz Ebenhöch hin. Er war zusammen mit Franz Düring einer der beiden Hauptorganisatoren der Spiele 2019. Die Zuversicht, dass es auch 2029 diese Spiele geben wird, war nicht zu überhören. So lud Ebenhöch schon jetzt zum Mitmachen ein. Die Zeit bis 2029 wird sich die Passionsspielgemeinde vor allem mit ihren jährlichen Treffen vertreiben. Mit dem 28. März (19 Uhr im Johanneszentrum) steht der Termin im kommenden Jahr schon fest.

„Engel in Menschengestalt“

Im Mittelpunkt dieses Abschlusstages des Passionsspielejahres 2019 standen die Empfänger der Spenden. Auf sie ging Münsterpfarrer Norbert Winner in seiner Predigt beim vom Kinderchor der Pfarrei umrahmten Gottesdienst ein. Engel seien in der heutigen Zeit „wieder in“. Vielfach würden sie aber nicht im religiösen Sinn, sondern als übernatürliche und außerirdische Wesen verstanden.

An einem Dankgottesdienst im Münster St. Johannes vor der Spendenübergabe nahmen Vertreter der Hilfsprojekte sowie Akteure der Passionsspiele (hier im Bild).
An einem Dankgottesdienst im Münster St. Johannes vor der Spendenübergabe nahmen Vertreter der Hilfsprojekte sowie Akteure der Passionsspiele (hier im Bild).

Allein der Blick in die Bibel zeige laut Winner, dass es im Alten und im Neuen Testament rund 100 Erwähnungen geben, in denen Engel als Diener Gottes und als Mitglieder im himmlischen Hofstaat aufgeführt werden. Das Wichtigste an Engeln sei, dass sie Botschaften Gottes an den Menschen wie den Appell „Fürchte Dich nicht. Ich bin da“ überbringen. Diese Engel hätten Menschen genauso nötig wie jene Engel, die sich in Menschengestalt um Bedürftige kümmern oder sich in den Dienst der Gesellschaft stellen.

Breite Palette der Empfänger

Diese Schlussfolgerung in Winners Predigt sah bestätigt, wer sich die Liste der 45 Spendenempfänger ansah. Vom Hospizverein, dem Krankenpflegeverein, der Palliativabteilung am Klinikum über Freiwillige Feuerwehr Neumarkt und THW bis zur Diözese Poona, der Brasilien-Hilfe und den Comboni-Missionaren reichte die Palette der Hilfsprojekte beziehungsweise Institutionen. Auch der Hilfsverein „Für Menschen in Not e.V.“ des Neumarkter Tagblatts wurde bedacht. Zur Übergabe im Johanneszentrum war mindestens ein Vertreter des jeweiligen Empfängers gekommen.

Auf Einladung der führenden Vertreter der Passionsspiele kamen die Vorsitzenden der Hilfsvereine beziehungsweise Hilfsprojekt ins Johanneszentrum, die vom Erlös der Passionsspiele profitieren sollten.
Auf Einladung der führenden Vertreter der Passionsspiele kamen die Vorsitzenden der Hilfsvereine beziehungsweise Hilfsprojekt ins Johanneszentrum, die vom Erlös der Passionsspiele profitieren sollten.

Diese Spenden würden gerne gegeben, betonte Norbert Winner in seiner Funktion als Geistiger Leiter der Spiele. Das sei auch Ausdruck der Dankbarkeit dafür, „dass die Spiele so gelungen sind und so viele Menschen erreicht und auch innerlich angerührt haben“. Winner zeigte sich zudem dankbar für den großen Gemeinschaftssinn unter den rund 500 Mitwirkenden und die Tatsache, dass niemand krank geworden sei.

Überhaupt sei man vor unliebsamen Zwischenfällen bewahrt worden. Das unentgeltliche Mitwirken aller habe es möglich gemacht, dass 160 000 Euro als Spendensumme erreicht worden sind. Ihren Betrag habe auch die Stadt durch das kostenlose Überlassen der Kleinen Jurahalle geleistet, betonte Winner.

Domkapitular Norbert Winner, der Geistige Leiter der Passionsspiele und Präses des Veranstalters der Passionsspiele, freute sich über den großen Erlös.
Domkapitular Norbert Winner, der Geistige Leiter der Passionsspiele und Präses des Veranstalters der Passionsspiele, freute sich über den großen Erlös.

Der damit indirekt angesprochene Oberbürgermeister zeigte sich stolz darüber, dass zum einen ein so hoher Spendenbetrag erreicht worden ist. Zum anderen würdigte Thomas Thumann die „extrem hohe Qualität“ des Spiels in Neumarkt im Vergleich zu Passionsspielen, bei denen Berufsschauspieler die Rollen besetzen. „Was in Neumarkt geleistet worden ist, kann sich sehen lassen.“

Die Liste der Empfänger

  • Empfängernummern bis 15:

    Tagblatt-Hilfsvereinsverein „Für Menschen in Not e.V.“ (3000 Euro), Bürgerstiftung Region Neumarkt (4000 Euro); Missionskreis Neumarkt e.V., (3000 Euro), Kolping International (8000 Euro), Kolpingsfamilie Woffenbach Togo-Hilfe (10 000 Euro), Balthasar Kinder- und Jugendhospiz (1000 Euro), Krankenpflegeverein Z. u. lb. Frau (2000 Euro), Verena und Benjamin Schneider (1000 Euro), Johannes Lindl (1000 Euro), VKKK Ostbayern e.V., (1000 Euro), Regens-Wagner-Stiftung Offene Hilfen Neumarkt-Nord (1000 Euro), Kath. Pfarramt Reichertshofen (3000 Euro), Pfarrei St. Johannes (55 000 Euro).

  • Empfängernummern bis 30:

    Klinikum Neumarkt Abteilung für Palliativmedizin (3000 Euro), Fundacio`n Christo Vive Santiago Chile (1000 Euro), Indien Diözese Poona (3000 Euro), Moldawien, Dorf Homuno Brot den Brotlosen (5000 Euro), SAPV Team PalliVita (2000 Euro), Malteser in der Diözese Eichstätt (2000 Euro), Freiwillige Feuerwehr Landkreis Neumarkt (2000 Euro), THW Neumarkt (2000 Euro), Projekt 1000plus (1000 Euro), SOLWODI (1000 Euro), Comboni-Mission (10 000 Euro), Emmaus Wege Deutscher Verein vom Heiligen Lande (1000 Euro), Chancen statt Grenzen (2000 Euro), Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Neumarkt (2000 Euro), Selbsthilfegruppe Krebskranker Kinder (2000 Euro).

  • Empfängernummern bis 45:

    Karmelitinnenkloster Iskile (1000 Euro), Hofkirche Neumarkt (5000 Euro), Raiffeisenstiftung Neumarkt (3000 Euro), Jedem Kind eine Zukunft in Togo (2000 Euro), Missionsdominikanerinnen (2000 Euro), Anna-Stiftung (2000 Euro), Weißer Ring Neumarkt (1000 Euro), Ärzte ohne Grenzen e.V. (1000 Euro), Lebenshilfe Neumarkt e.V. (1000 Euro), Brasilien Hilfe (4000 Euro),

  • Hospizverein Neumarkt e.V. (1000 Euro), Leb mit Laden Neumarkt (1000 Euro), Brasilien-Missions-Hilfe (4000 Euro), Stiftung Augenlicht (2000 Euro), Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. (5000 Euro).

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