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Mittwoch, 15. August 2018 25° 6

Stadtpolitik

Pöllinger Bürgerhaus muss abspecken

Damit das Pöllinger Gemeindezentrum in den Genuss von Fördergeldern kommen kann, müssen die Pläne geändert werden.
von Wolfgang Endlein

So sollte das neue Gemeindezentrum nach den Plänen des Architekturbüros Distler aussehen. Doch jetzt kommt es anders. Foto: Distler Architekten und Ingenieure GmbH
So sollte das neue Gemeindezentrum nach den Plänen des Architekturbüros Distler aussehen. Doch jetzt kommt es anders. Foto: Distler Architekten und Ingenieure GmbH

Neumarkt.Richard Graf machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Die bisherigen Pläne für das Bürgerhaus in Pölling liegen mir sehr am Herzen“, betonte der CSU-Stadtrat aus dem Neumarkter Stadtteil. Aus diesen Plänen, über die die MZ mehrfach berichtete, wird nun aber nichts. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Neumarkter Stadtrats am Montag deutlich. Stattdessen läuft es auf eine abgespeckte Version hinaus.

Grund dafür sind staatliche Fördergelder – oder vielmehr die abgelehnte Gewährung dieser im Rahmen des Förderprogramms 2017. Doch das bedeutet nicht das Ende des Projekts. OB Thomas Thumann erklärte, dass sich die Regierung der Oberpfalz nach wie vor sehr für das Vorhaben beim Freistaat einsetze.

Die Hausaufgaben der Stadt

Im Zuge des neuen Städtebauförderprogramms „Investitionspaket soziale Integration im Quartier“ könnten bis zu 90 Prozent der förderfähigen Gesamtbaukosten des mit 3,1 Millionen Euro angesetzten Projekts bezuschusst werden. Aber: Versprechen könne das niemand, betonte Thumann. Die Regierung der Oberpfalz habe für das entlang der Zielsetzungen des neuen Förderprogramms neu erarbeiteten Konzepts ihre Unterstützung zugesagt. Letztlich entscheide aber der Freistaat in Vertretung des Bundes über die Vergabe der Fördergelder.

Damit es überhaupt so weit kommt, muss die Stadt ihre Hausaufgaben machen. Einen ersten Schritt dazu hat die Stadtverwaltung in Verhandlungen mit der Regierung der Oberpfalz bereits getan.

Der Pöllinger Stadtrat Richard Graf kann mit den geänderten Plänen leben. Foto: Endlein
Der Pöllinger Stadtrat Richard Graf kann mit den geänderten Plänen leben. Foto: Endlein

Dabei kam ein grober planerischer Rahmen heraus, mit dem man sich für das neue Förderprogramm 2018 bewerben will. Wie der Leiter des städtischen Hochbauamts, Thomas Beygang, erklärte, habe der überarbeitete Projektrahmen nicht mehr die großzügigen Dimensionen, wie sie sich der Heimat- und Kulturverein ursprünglich gewünscht habe. Die neuen Dimensionen seien aber angemessen und die Funktionen blieben erhalten.

Neubau nur noch erdgeschossig

Die Vorgaben des neuen Förderprogramms geben im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen des Architekturbüros Distler vor, dass ein Neubau sich dem bestehenden und zu sanierenden Altbau unterordnen muss. „Das ist ein K.O.-Kriterium“, betonte Stadtbaumeister Matthias Seemann. Die daher veränderten Pläne sehen einen erdgeschossigen Neubau mit zentralem Veranstaltungssaal vor, der an das Pfarrheim angeschlossen werden soll. Dessen mögliche Dimensionen beschrieb Beygang mit 150 Quadratmeter und Platz für 130 bis 150 Menschen. Dies sei vergleichbar mit dem großen Saal im Kapuzinerkloster, erklärte Oberbürgermeister Thomas Thumann, der die gesamte Nutzfläche des künftigen Gemeindezentrums mit rund 845 Quadratmetern bezifferte.

„Der neue Plan ist nicht meine Nummer eins, aber es ist eine Nummer.“

Stadtrat Richard Graf

Auch wenn der Neubau also kleiner ausfallen wird, versuche die Stadt, möglichst viel aus dem Projekt herauszuholen, betonte Stadtbaumeister Matthias Seemann. Wie das gehen soll, erläuterte Thomas Beygang. Das bislang ungenutzte Dachgeschoss des bestehenden Altbaus soll ausgebaut und so Räume gewonnen werden. So könnten auch die „Funktionsideen“ der Pfarrgemeinde wie die Bibliothek, Gruppenräume und der Eine-Welt-Laden integriert werden.

Ebenso Bestandteil der für das Förderprogramm beantragten Vorhaben sind laut Stadtverwaltung wie gehabt die Neugestaltung des Dorf- und Kirchplatzes, die Neuanlage der Grünflächen mit Kinderspielplatz, die barrierefreie Ertüchtigung des „Hauses der Selbsthilfegruppen“ und der Abbruch des alten Pfarrsaals.

Genauer ausarbeiten muss all dies ein neu zu beauftragendes Architekturbüro. Dazu muss ein öffentliches Vergabeverfahren angestrengt werden, was auch eine Voraussetzung ist, um überhaupt in das Förderprogramm kommen zu können. Einem solchen Vorgehen stimmten die Stadträte am Donnerstag mit großer Mehrheit zu.

Gespräche mit dem Bistum

„Der neue Plan ist nicht meine Nummer eins, aber es ist eine Nummer“, sagte auch Richard Graf. Der Stadtrat und Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins betonte, dass man nun bestrebt sein müsse, das für Pölling wichtige Projekt voranzubringen.

OB Thomas Thumann will möglichst schnell mit dem Bistum Eichstätt sprechen. Foto: Röhrl
OB Thomas Thumann will möglichst schnell mit dem Bistum Eichstätt sprechen. Foto: Röhrl

OB Thumann versprach, die nötigen Unterlagen noch am nächsten Tag zu unterschreiben wie er auch ankündigte, mit der Diözese Eichstätt Kontakt zwecks deren finanzieller Beteiligung aufzunehmen. Thumann wie auch Seemann betonten aber ebenso, dass ein finanzielles Einsteigen der Kirche nicht zwingend erforderlich sei. Seemann fand es durchaus attraktiv, wenn die Stadt das Gebäude in eigener Regie baue und von der Kirche Miete verlangen könne. Zumal mögliche Zuwendungen des Bistums wiederum von der staatlichen Förderung abgezogen werden müssten.

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