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Wettbewerb

Poetry Slam: Texte gingen unter die Haut

Sechs Wortakrobaten präsentierten im G6 ihre Dichterkünste. Eine Jury aus dem Publikum bewertete die Vorträge.
Von Doris Distler

May Luchs drückte in ihrem Vortrag in Neumarkt ihre Trauer um den verstorbenen Vater aus  Foto: Doris Distler
May Luchs drückte in ihrem Vortrag in Neumarkt ihre Trauer um den verstorbenen Vater aus Foto: Doris Distler

Neumarkt.Die Sprache ist das Medium, mit dem die Barden beim Poetry Slam im G6 antraten. Vor voll besetztem Haus trugen sechs Wortakrobaten ihre Dichterkünste vor, teilweise in atemberaubender Geschwindigkeit. Als Moderator fungierte Michael Jakob, der zweifache fränkische Slam-Meister. Wegen der guten Spendenbereitschaft des Publikums blieb der Eintritt auch diesmal frei. Somit konnte jeder Interessierte kulturell anspruchsvolle Unterhaltung genießen, unabhängig vom Geldbeutel.

Und dies ließen sich auch zwei Schulklassen samt Lehrern nicht entgehen, die sich unter das Publikum gemischt hatten. Um den Sieg dichteten diesmal Franzi Lepschies aus Berlin, Rheinland-Pfalz-Meister Phriedrich Chiller aus Mannheim, Baden-Württemberg-U20-Meister Kai Bosch aus Backnang, der Frankenmeister von 2018 Steven aus Erlangen, May Luchs aus Bamberg und Michi Malcherek aus Nürnberg. Michael Jakob holte aus dem Publikum eine Jury, welche die Texte bewerten sollte, um einen Sieger festzustellen.

Poetry Slam

  • Redezeit:

    Die Redezeit pro Dichter beträgt dabei maximal sieben Minuten.

  • Ablesemedium:

    Die Dichter dürfen grundsätzlich ein Ablesemedium nutzen – was aber viele gar nicht brauchten.

  • Wertung:

    Sieger des Abends wurde Slammer Steven aus Erlangen mit einer Geschichte mit unerwarteter Pointe. (ndd)

Die Poeten brachten die unterschiedlichsten Themen vor, über die sie sich offensichtlich eingehend Gedanken gemacht hatten. Von einem Kino-Sitznachbarn, der permanent stört, von Steven aus Erlangen über Kay Bosch, der seine Behinderung als Spastiker zum Thema machte und Gleichbehandlung für Behinderte forderte – und kein „In-Watte-Packen“, bis hin zu Michi Malcherek aus der Generation Z, der die Menschen aus den Augen eines Hochleistungsrechners betrachtete und Angst vor der schweigenden Masse äußerte.

Trauer um Vater

May Luchs trauerte auf ihre Weise um den verstorbenen Vater und Franzi Lepschies – in Neumarkt geboren und nach Thüringen gezogen „worden“ - äußerte ihr Entsetzen über die Einstellung der „braunen Masse“. Die Texte gingen teilweise schmerzhaft unter die Haut, die jungen Künstler verstanden es, Emotionen mit sprachlichen Mitteln auszudrücken, dass man am „Land der Dichter und Denker“ nicht mehr zweifeln brauchte.

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