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Kommunalwahl

Polit-Aufsteigerin packt mit an

Neumarkts Grüne starteten den Wahlkampf. Dazu kam Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze aus München.
Von Josef Wittmann

„Katha“ Schulze und die Neumarkter Spitzenkandidaten Olaf Böttcher, Franziska Hutzler, Thomas Leykam, Judith Schönberger, Manfred Herrmann und Eva Borke-Thoma (v.r.) diskutierten mit den Wählern im Kloster St. Josef über Flächenfraß und den Zusammenhang von Ökonomie und Ökologie. Foto: Wittmann
„Katha“ Schulze und die Neumarkter Spitzenkandidaten Olaf Böttcher, Franziska Hutzler, Thomas Leykam, Judith Schönberger, Manfred Herrmann und Eva Borke-Thoma (v.r.) diskutierten mit den Wählern im Kloster St. Josef über Flächenfraß und den Zusammenhang von Ökonomie und Ökologie. Foto: Wittmann

Neumarkt.Am Mittwochnachmittag klingelte es bei vielen Bewohnern im Altenhof. Vor der Tür wartete mit einem strahlenden Lächeln „Katha“ Schulze. Die Oppositionsführerin der bayerischen Grünen im Münchner Landtag war mit der Bahn angereist, um die Spitzenkandidaten des Neumarkter Stadtverbands von „Bündnis 90/Die Grünen“ beim Wahlkampfauftakt für die Kommunalwahl am 15. März zu unterstützen. Wer nicht zu Hause war, kann, wie CSU-Stadtrat Marco Gmelch, dem die Gruppe auf der Straße begegnete, im Flyer der Neumarkter Grünen persönliche Informationen zu den Kandidaten nachlesen.

Etwa 40 interessierte Bürger fühlten am Abend im Festsaal im Kloster St. Josef den kommunalen Spitzenkandidaten in einer Diskussionsrunde „auf den Zahn“. Mit Blick auf die jüngste CSU-Tagung in Kloster Seeon scherzte der Vorsitzende Thomas Leykam: „Auch wir können Kloster.“ Eva Borke-Thoma, sein Pendant im örtlichen Führungsduo, bekam den ersten Applaus des Abends für die Info, dass die Partei sich 2019 über großen Zuspruch aus der Bevölkerung und 30 Prozent Mitgliederzuwachs freute. Man wolle in der Stadt etwas verändern und habe zum ersten Mal für die Kommunalwahl „eine volle Liste, mit sogar einer Frau mehr als Männern“. Das große Ziel: Mehr Klimaschutz in Neumarkt.

„Wir sind Verfassungsschützer“

Bevor die Neumarkter Spitzenkandidaten ihre weiteren persönlichen Schwerpunkte vorstellten, fasste Katharina Schulze in einem engagierten Impulsvortrag zusammen, „was uns Grüne und die Kandidaten auf unseren Listen mit ihren unterschiedlichen Lebenserfahrungen ausmacht“.

Die Grünen hätten sich schon immer für die Demokratie eingesetzt. „Wir sind die Verfassungsschützer“, sagte Katharina Schulze. Die Grünen hätten auch so viel Zulauf, weil sie „gegen Verrohung und Verschiebung nach rechts“ stünden. Als jüngstes Beispiel dafür nannte Schulze Morddrohungen gegen den Ratsvorsitzenden der deutschen Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, weil er die Forderung der Grünen nach der Aufnahme von 500 Flüchtlingen aus dem heillos überfüllten Lager Lesbos unterstützt habe.

Ziele der Grünen

  • Klima

    Klimaneutrale Häuser bis 2050, Solaranlagen auch in der Innenstadt und Begrünung der Stadt

  • Mobilität:

    Mehr Platz fürs Rad, besserer ÖPNV und bessere Parksituation für Pendler; die Parkplätze in der Marktstraße sollen weg.

  • Kontakt:

    Informationen zu den Kandidaten stehen im neuen Flyer und bald auf www.gruene-neumarkt.de.

Dass die AfD mit völkischer Sprache und pöbelndem Gebaren im Landtag auftrete, habe aber auch etwas Gutes. Die Abgeordneten der anderen Parteien stünden enger zusammen und gemeinsam für die Demokratie ein. Schulze forderte mehr Ermittlungsdruck gegen Rechtsextreme und eine „Online-Polizeiwache“. Denn die Täter könnten vom Sofa aus hetzen. Opfer aber müssten heute zur Anzeige noch zur nächsten Polizeistation gehen.

Parkplatzfreie Marktstraße

„Wir setzen uns auch für die Gleichberechtigung ein“, sagte Katharina Schulze voller Stolz auf ihre „feministische Partei“. Nach 101 Jahren Frauenwahlrecht verdienten Frauen immer noch weniger, als Männer. Und im Landtag sei der Frauenanteil nach der letzten Wahl sogar gesunken. Und selbstverständlich „stehen wir Grüne für eine klare Kante beim Klima und Umweltschutz“.

Auch im neuen Flyer der Neumarkter Grünen stehen dazu Maßnahmen bis hin zur parkplatzfreien Marktstraße. „Anders als bei Herrn Söder, der immer gerne jeden Baum umarmt, aber wenn es drauf ankommt, die entscheidenden Weichen nicht stellt“, sagte Schulze. „Wir haben in Bayern immer noch das 10-h-Windkraftverhinderungsgesetz und wundern uns, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht funktioniert“.

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