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Auszeichnung

Neumarkter Klimaschutzpreis verliehen

Geehrt wurden sehr unterschiedliche Projekte – vom Rübenretter über die Kita bis zum Einfamilienhaus.
Von Josef Wittmann

Hans Werner Gloßner und Albert Löhner zeichneten das Haus der kleinen Füße aus. Foto: Wittmann
Hans Werner Gloßner und Albert Löhner zeichneten das Haus der kleinen Füße aus. Foto: Wittmann

Neumarkt.Wenn die Polkappen schmelzen, wird das Münster nicht im Meer versinken. Aber trockene Sommer und Sturmschäden zeugen auch bei uns vom Klimawandel. Bis 2050 soll die CO2-Emission deshalb um 95 Prozent sinken. Bei der Verleihung des dritten Neumarkter Klimaschutzpreises im Festsaal der Residenz sagte Bürgermeister Albert Löhner, die Stadt könne das ohne ihre Bürger nicht schaffen. Deshalb sei aus dem Klimaforum der Stadt heraus 2015 der Klimaschutzpreis geschaffen worden.

Preis in vier Kategorien verliehen

Der Preis wird alle zwei Jahre in vier Kategorien vergeben. Wer ihn gewinne, habe sich in besonderer Weise mit einem konkreten Beitrag als Vorbild für den Klimaschutz in Neumarkt engagiert. Der Preis wird in den Kategorien „Privatpersonen“, „Organisationen, Schulen und sonstige Einrichtungen“ sowie „Wirtschaft/Gewerbe“ vergeben. Für junge Tüftler und Erfinder gibt es als Sonderkategorie einen Nachwuchs- und Förderpreis. Die Firmen Klebl Hausbau und Gloßner Immobilien haben dafür nun zum dritten Mal 10 000 Euro gestiftet. Juroren sind die Preisstifter, Mitglieder des Stadtrates, der Stadtverwaltung, das Amt für Nachhaltigkeitsförderung und die Technische Hochschule Nürnberg. Die Gewinner mussten Einsparungen bei Energie und CO2 und einen Umweltnutzen nachweisen.

Plädoyer für autonome Taxis

Prof. Dr. Andreas Knie, der am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin die Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik leitet, sprach im Impulsvortrag über die Herausforderungen an die Mobilität der Zukunft. Mit 47 Millionen Autos „passt jeder Deutsche in ein Auto und keiner muss auf den Rücksitz“, frotzelte Knie. So seien die Klimaziele nicht zu schaffen. Dazu müssten die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geändert werden. Car-Sharing und autonome Ruf-Taxis, wie es sie in Kalifornien schon gebe, seien dazu nötig, während hierzulande auch die Autoindustrie noch auf das Familienauto setze. Das hartnäckige Beharren auf „Expertenkultur“ statt amerikanischem „try and error“ sei auch ein großes Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg, warnte der Referent.

Die Borke-Thomas zählen zu den Preisträgern. Foto: Wittmann
Die Borke-Thomas zählen zu den Preisträgern. Foto: Wittmann

Georg Hollfelder von der Firma Klebl Hausbau stellte in der Kategorie „Privatpersonen“ das innovative neue Haus der Preisträger Eva Borke-Thoma und Markus Borke vor. Sie haben mit ihrem Hausneubau inklusive Bienen-Garten mit einem ökologischen Konzept, nachhaltigen Werkstoffen und einem 50kw-Stromspeicher ihren ökologischen Fußabdruck minimiert.

Immobilienunternehmen Hans Werner Gloßner präsentierte die ProBIne gGmbH in der Kategorie „Organisation, Schule oder sonstige Einrichtung“. Im Naturkindergarten der ProBInE neben der Burgruine Wolfstein werden Kinder im Freien betreut. Wie der Alltag im Naturkindergarten aussieht, lesen Sie hier.

Die ProBInE erhielt einen Preis. Foto: Wittmann
Die ProBInE erhielt einen Preis. Foto: Wittmann

Es gibt für schlechtes Wetter einen Gruppenraum in einem umgebauten Kuhstall. Es wird gegärtnert und gekocht. ProBInE teilt sich den Preis mit der Kinderkrippe Haus der kleinen Füße in Pölling. Dort werden die Kinder von Anfang an gesund mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten gestärkt.

Ein Preis ging an die Rübenretter. Foto: Wittmann
Ein Preis ging an die Rübenretter. Foto: Wittmann

Stadträtin und Referentin für Nachhaltigkeitsförderung Ruth Dorner präsentierte als Preisträger in der Kategorie „Wirtschaft/Gewerbe“ www.ruebenretter.de. Die Rübenretter lassen Obst und Gemüse, das zu groß, zu klein oder zu krumm ist und deshalb nicht in den Handel kommt, nicht verkommen, lobte Laudatorin Ruth Dorner. Solche B-Ware kann auf der Homepage als Retter-Box bestellt werden. Mehr über das Projekt Rübenretter lesen Sie hier.

Christian Huber ist mit einer mobilen Kaffeebar unterwegs. Foto: Wittmann
Christian Huber ist mit einer mobilen Kaffeebar unterwegs. Foto: Wittmann

Den Reigen der Preisträger schloss Prof. Dr. Frank Ebinger von der Nürnberger Technischen Hochschule Georg Simon Ohm. In seiner Laudatio stellte er den Preisträger Christian Huber in der Kategorie „Junge Tüftler“ vor. Huber hat zehn Jahre lang eine Elektro-Vespa-Ape zur einzigen fahrbaren Kaffeemaschine in und um Neumarkt umgebaut („Fair-Kaffee-Mobil“). Bei der Nacht der Sinne konnten viele Neumarkter die Kaffeespezialitäten kennenlernen.

Das Duo Christine Rouamba und Klaus Rauchensteiner sorgte mit einschmeichelnden Swing-Nummern ebenso für den festlichen Rahmen wie das vegane Buffet der Neumarkter Leichtsinnsküche, das nach der Preisverleihung auf die Gäste im Erdgeschoss der Residenz wartete, wo an den Wänden eine Fotoausstellung „Klima-Heldinnen“ aus zwölf Ländern portraitierte.

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