mz_logo

Region Neumarkt
Freitag, 20. April 2018 25° 2

Verkehr

Radler bleiben in Neumarkt Sorgenkinder

Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht sieht das Verhalten mancher Biker kritisch – und dass sie darin noch bestärkt würden.
Von Josef Wittmann

  • Die Gefahren des „toten Winkels“ sind Thema der Verkehrserziehung. Foto: obs/Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V./Gerhard Zerbes und DVR
  • Landrat Willibad Gailler und Hermann Pfeiffer zeichnen Christian Schlögel von der Firma Bärnreuther+Deuerlein mit dem Verkehrssicherheitspreis 2017 aus. Fotos: Wittmann (2)

Neumarkt.„Ich suche immer noch nach einem Nachfolger und möchte, dass das heute Abend auf keinen Fall eine ernste Veranstaltung wird“, begrüßte der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Hermann Pfeiffer Landrat Gailler, viele Bürgermeister und zahlreiche Ehrengäste im großen Sammüller-Saal zur Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Diese gute Laune konnte er nicht den ganzen Abend durchhalten, denn es gebe ein großes Sorgenkind, führte Pfeiffer in der Folge aus. Das sind die Radfahrer, die in 55 Prozent aller Unfälle verwickelt seien und überwiegend hätten die Radler diese verursacht.

Mit E-Bike und ohne Helm

Sechs von zehn Opfern seien unter 65 Jahre und oft mit elektrifzierten Mountainbikes ohne Helm unterwegs. Er sei selbst Rennradfahrer und habe 2017 auf einen Leserbrief zu diesem Problem in einer örtlichen Tageszeitung unzählige zustimmende Reaktionen bekommen. Ausgerechnet der Chef „der Neumarkter Fahrradfahrer-Lobby“ habe so geantwortet, dass „ich eigentlich heute Abend den Rücktritt des ersten Vorsitzenden des ADFC fordern müsste. Es war ein unpassender Leserbrief, wie er schlimmer nicht hätte sein können. Wir arbeiten für den Eigenschutz der Radfahrer. Die Autofahrer haben keine göttlichen Fähigkeiten Radfahrer zu erkennen, die sich total gegen jegliche Vernunft verhalten. Was nützen die besten Verkehrsanlagen, wenn die Regeln und die STVO total ignoriert werden“.

2018 werde die Verkehrswacht gemeinsame mit der Polizei Präventions-Veranstaltungen für Radfahrer vor dem Rathaus machen. Bei solchen Gelegenheiten „glänzt die Radlerlobby mit Untätigkeit und macht nur die Stadt Neumarkt im Ranking schlecht. Sie klärt ständig die Radfahrer über ihre zum Teil tödlichen Rechte auf, aber nicht in Sachen Disziplin.“ Spreche man zum Beispiel Radler an, die trotz des ausgezeichneten Radwegenetzes im Landkreis auf Straße nebeneinander führen, habe er schon die Antwort bekommen, „wir sind vom ADFC aufgeklärt und haben das Recht dazu“, zürnte Pfeiffer, der selbst gerne mit dem Rennrad unterwegs ist. „Wir müssen die Radfahrer zum Selbstschutz kriegen“, war sich Pfeiffer mit den Vertretern von Polizei und Kommunen einig.

Geschäftsführerin Petra Traboulsi ging in ihrem Bericht auf die Schwerpunkte der Kreisverkehrswacht im Jahr 2017 ein. Bundesweit seien 60000 Helfer der Verkehrswacht unterwegs und davon 30000 in Bayern. Die Neumarkter sind mit 144 Mitgliedern in ihrem Betreuungsgebiet für mehr als 130000 Einwohner zuständig. Mit etwa 30 Schülerlotsen, 100 Schulbuslotsen und 100 Schulweghelfern wurden 2017 mehr als 1 500 Stunden im Ehrenamt geleistet. Highlight sei die musikalische Verkehrserziehung der Liedermacherin Beate Lambert in der LGS gewesen. „Das würde ich gerne wiedermachen“ seufzte Traboulsi.

Dauerbrenner „Toter Winkel“

Natürlich bleibt der „Tote Winkel“ der Dauerbrenner bei den Verkehrswachtlern und in 40 Veranstaltungen haben sie 2017 mehr als 800 Kinder dafür mit Kreativität sensibilisiert. Für das besondere Engagement der Schotterwerke Bärnreuther+Deuerlein zeichnete Landrat Willibald Gailler die Firma mit dem Verkehrssicherheitspreis aus. Der Neumarkter Verkehrsreferent Jakob Bierschneider informierte abschließend über den Generalverkehrsplan der Stadt für Neumarkt und seinen Zehn-Punkte-Plan zur Verkehrs- und Parksituation rund um die Realschulen und das Ganzjahresbad.

Einen Busunternehmer, der aus Sorge um die Sicherheit dort ankündigte: „Ich werde die Bushaltestelle Seelstraße nicht mehr anfahren. Da müssen doch Leute gefragt werden, die täglich am Verkehr teilnehmen“, bat Bierschneider um „was Schriftliches“, damit es in den entscheidenden Stadtrat-Sitzungen berücksichtigt werden könne.

Abschließend wagte Pfeiffer einen Blick in die Zukunft der Elektromobilität. „Wer jetzt seinen Diesel verkauft, hat ihn zu früh verkauft. Die E-Autos haben eine Halbwertzeit wie ein Handy“ und man werde bald weit bessere Batterien oder Brennstoffzellen sehen..

Pilsachs zweite Bürgermeisterin Ulrike Nißlbeck freuen sich über jeden Schulweghelfer.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht