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Rathauschef Wild dankt ab

In Berngau geht die Dienstzeit des Bürgermeisters zu Ende. Bei der letzten Gemeindesitzung würdigt er das Engagement.
Von Michael Schrafl

  • Bei der 875-Jahr-Feier in Berngau trat der Gemeinderat in historischen Gewändern auf: eine Lieblingserinnerung des Bürgermeisters. FotoS: Michael Schrafl
  • Die Erkläranlage nimmt immer mehr Gestalt an: nur eines der vielen Projekte im Berngauer Gemeindeleben.

Berngau.Bürgermeister Wolfgang Wild wird nach seinem Amtsverzicht zum 30. April nicht in seinen ehemaligen Beruf als Polizist zurückkehren, sondern in den Ruhestand gehen. Dies erklärte er bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Schulturnhalle: .„Ich bin froh, dass die Amtszeit zum 30. April endet!“ Die letzten zwölf Jahre hätten Spuren hinterlassen. Sehr gefreut habe er sich über die vielen Dankesworte und guten Wünsche zum Abschied: „Die Zeit ab Mai werde ich jetzt nutzen für all die Sachen, die in den Jahren liegen bleiben mussten. Mir wird nicht langweilig werden!“

In seiner letzten Sitzung als Rathauschef zog er ein Resümee. Viel sei passiert in den letzten Jahren. Wild erinnerte stolz an den Verschuldungsrückbau , der trotz getätigter Investitionen geschafft wurde. Außerdem blickte er auf die Generalsanierung der Schule, den Aufbau eines Generationennetzwerkes und die damit verbundene soziale Dorfentwicklung zurück.

Bürgerbeteiligung gewürdigt

Bürgerbeteiligung und ehrenamtliches Engagement würden in Berngau großgeschrieben. Die vielen Gruppen, Vereine und Institutionen, Nachbarschaftshilfen, Schulweghelfer und Kulturkreise wären im großen Netzwerk wichtige „Bausteine“ und würden wesentlich zur positiven Entwicklung der Gemeinde beitragen. Wiederholt konnten dafür Auszeichnungen und Preise errungen werden.

Bürgermeister Wild versicherte: „Das gelebte Ehrenamt und die vielen Aktionen in all den Jahren lassen das Herz eines Bürgermeisters höher schlagen.“ Unvergesslich wären die 875-Jahrfeier, auch an die Gründung von fünf Vereinen während seiner Amtszeit erinnere er sich gerne. Stolz sei er besonders auf die jüngste Aktion: Viele fleißige Hände hätten 300 Gesichtsmasken genäht und dabei Spendengelder in Höhe von 1050 Euro eingenommen. Der Bürgermeister würdigte auch die verschiedenen Projekte der Städtebauförderung, der Dorferneuerung und der Renaturierung.

Große Dankbarkeit sprach der Bürgermeister seinen beiden Stellvertretern, den Gemeinderäten, den Mitarbeitern der VG Neumarkt und des Bauhofs, für die konstruktive Zusammenarbeit aus. Außerdem würdigte er die Unterstützung seiner Familie und seiner Gattin Maria, die in den zwölf Jahren auf Vieles habe verzichten müssen.

Seinem Amtsnachfolger Thomas Meier sowie dem neuen Gemeinderatsgremium wünschte er Mut, die erforderliche Weitsicht, das kollegiale Verständnis und das Quäntchen Glück bei anstehenden Entscheidungen. Stellvertretender Bürgermeister Thomas Großhauser dankte Bürgermeister Wild für die geleistete Arbeit und seine beachtlichen Erfolge bei der sozialen Dorfentwicklung. Mit dem Rathauschef legen sieben weitere Gemeinderäte ihr Amt nieder.

Einstimmig verabschiedet hatte der Gemeinderat den Haushalt 2020 mit einem Gesamtvolumen von 12,7 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf 4782919 Euro und der Vermögenshaushalt auf 7928867 Euro. Die Erhöhung des Verwaltungshaushalts um neun Prozent sei auf die deutlich gestiegenen Personalkosten, hieß es. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt liegt bei 670000 Euro und die freie Finanzspanne voraussichtlich bei 600600 Euro.

Die Gemeinde rechne aufgrund der Corona-Pandemie mit massiven Einnahmeausfällen bei der Gewerbesteuer und mit einem verringerten Umsatz- und Einkommenssteueranteil. Das Volumen des Vermögenshaushalts würde damit von 3,8 Millionen Euro im Vorjahr, auf nunmehr 7,9 Millionen Euro steigen. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit liege neben der Erweiterung der Kindertagesstätte, dem Straßen- und Wegebau bei der Baulandausweisung, der Städtebauförderung, dem Breitbandausbau und in der Fortführung der Finanzierung der Generalsanierung der Schule.

337, 54 Euro Schulden je Bürger

Zur Finanzierung benötige die Gemeinde einen Kredit in Höhe von etwa 500000 Euro. Für die Sanierung des Lukas-Anwesens soll ein Teil der Investitionskosten über Bürgerbeteiligungen abgedeckt werden. Zudem soll die Baulanderschließung für die Baugebiete „Allershofener Brunnen Nord“ und „Röckersbühl West II“ über einen Erschließungs-träger erfolgen. Für die Quellensanierung am Buchberg soll ein Verbesserungsbeitrag erhoben werden. Bei der Straßensanierung im Wohngebiet „Seewiesen“ könnten die Kosten durch Verringerung des Ausbau-Standards gesenkt werden. Die Verschuldung der Gemeinde wird zum Ende des Haushaltsjahres voraussichtlich bei 337,54 Euro pro Einwohner liegen.

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