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Projekt

Recherche als Unterrichtsfach

In Neumarkter Schulen arbeitetenm Kinder und Jugendliche als Journalisten – und produzierten eine Talkshow.
Von Josef Wittmann

Talkgast und Verwaltungsleiter der Stadt Neumarkt Thomas Thumann beobachtet fasziniert einen Schüler, der in seine Rolle geschlüpft ist. Die Szene zeigt einen Vereinsvorsitzenden, der bei Thumann um die Überlassung einer Turnhalle für ein Projekt mit Geflüchteten bittet. Foto: Josef Wittmann
Talkgast und Verwaltungsleiter der Stadt Neumarkt Thomas Thumann beobachtet fasziniert einen Schüler, der in seine Rolle geschlüpft ist. Die Szene zeigt einen Vereinsvorsitzenden, der bei Thumann um die Überlassung einer Turnhalle für ein Projekt mit Geflüchteten bittet. Foto: Josef Wittmann

Neumarkt.Sabine Söllner-Gsell und Ulrike Severa sind stolz auf ihre Schüler. 20 von ihnen aus den 10. Klassen haben von 10. bis 14. Februar am Medienprojekt „volo – die junge Redaktion“ für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund teilgenommen.

Im Mittelpunkt dieses Bildungsprojekts steht die journalistische Recherche von Schülern, die am Ende in einer Themenseite einer Regionalzeitung, einem langen Radiomagazin bei „Charivari“ und einer mit Sketchen aufgelockerten Talkshow mündete.

Die Knabenrealschule organisierte zusammen mit dem Ostendorfer-Gymnasium diese aufwendige Medien-Projektwoche. Auch Sturmtief Sabine, das die geplante Laufzeit mit einem sturmfreien Montag verkürzt hat, konnte den Eifer der Schüler nicht stoppen. Die waren in dieser Woche sowieso komplett vom Unterricht freigestellt und arbeiteten ganztägig in ihren Workshops.

Was nie in der FAZ steht

Der Arbeitstitel lautete: „Kommunales – Wie funktioniert das öffentliche Zusammenleben in einer Kommune?“ Das ist in einer Stadt wie Neumarkt, wo sich die Akteure aus Kommunalpolitik und Gesellschaft und auch die Journalisten ständig über den Weg laufen, ein besonders interessantes Thema, aus dem sich zahlreiche Fragen ergaben. Wie funktionieren politische Entscheidungsprozesse auf kommunaler Ebene? Wie bringt man eine Idee voran, und findet dafür Mitstreiter?

Das Projekt „volo“ – die junge Redaktion

  • Der Träger:

    Volo ist ein medienpädagogisches Projekt der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit.

  • Das Ziel:

    Jungen Leute werden in die Welt der Medien eingeführt. Interessierte Jugendliche werden ermutigt, Journalist zu werden.

Wie ist das Zusammenspiel zwischen der Verwaltung, dem Stadtrat und der Zivilgesellschaft? Wie wichtig ist die Lokalzeitung, weil im Regionalteil Themen stehen, die es nicht in die Süddeutsche oder FAZ schaffen? Die Schüler arbeiteten in dieser Woche in den drei Workshops Zeitung, Radio und szenische Talkshow in den Schulräumen an der Mühlstraße zusammen. Die Talkshow am Donnerstagabend in der Turnhalle der Knabenrealschule moderierte der Kulturdesigner Jean-Francois Drozak aus Gostenhof mit Tabea Hildner.

Als Talkgäste nahmen die Geschäftsfrau Stefanie Haubner und die Neumarkter Einzelhändlerin Susanne Sippl mit dem großen Herzen für die Geflüchteten in der Stadt neben Radioredakteur Roland Rosenbauer Platz. Thomas Thumann, Namensvetter von Oberbürgermeister Thumann und Hauptamtsleiter der Stadt Neumarkt, beantwortete als Rathaus-Insider die Fragen der Schüler zur Kommunalpolitik.

Zuhörer hat viele Politiker erlebt

Und Adolf Schlierf, der seit 40 Jahren kaum eine Stadtratssitzung versäumt hat, stand den Projektteilnehmern Rede und Antwort aus der Sicht eines besonders interessierten Bürgers. Wie sich der Umgang der Kommunalpolitiker miteinander verändert habe, wollten sie wissen. Früher seien alle nach der Sitzung zum Schafkopf gegangen. Heute hagle es Dienstaufsichtsbeschwerden, sagte er.

Der halbstündige Radiobeitrag der Schüler wird übrigens am Sonntag ab 7.40 Uhr auf Radio Charivari Regensburg und ab 9 Uhr auf Charivari Nürnberg „98,6“ zu hören sein.

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