MyMz
Anzeige

Aktion

Retter trainieren für Ernstfall

Zwei Tage lang mussten BRK und Wasserwacht in Beilngries Aufgaben meistern. Deren Szenarien stellten sie vor ungeahnte Herausforderungen.
Von Christine Fux-Muschaweck

  • Mit Vollgas brausten die Retter von Wasserwacht und BRK auf dem Kanal zu den verunglückten Bootsfahrern. Fotos: Fux-Muschaweck
  • Bei den Helfern war Eile geboten.
  • Die Einsatzkräfte versorgten die „Verletzten“.

BEILNGRIES. Mit Verwunderung betrachteten die Beilngrieser am Freitagabend das große Aufgebot von Rettungswägen und -booten, das mit Blaulicht und Martinshorn durch die Altmühlstadt jagte. Grund dafür war jedoch kein echtes Unglück, sondern eine großangelegte Übungsaktion. Im Kanal zwischen dem Beilngrieser Hafen und der Schleuse bei Berching wurde das Szenario eines gekenterten Floßes simuliert. Als zusätzliche Schwierigkeit wurde die Rettung von zahlreichen Ausflüglern auf dem Gewässer verkompliziert.

Insgesamt drei große Rettungsübungen standen am Freitag und Samstag auf dem Plan der Wasserwachten Beilngries, Eichstätt, Kipfenberg, Almannstein und Großmehring sowie des BRK und seiner Schnelleinsatzgruppe. „Wir trainieren die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den einzelnen Gruppen, so dass die Teamarbeit im Ernstfall klappt“, sagte der Einsatzleiter Peter Gampl.

Bei dem simulierten Floßunglück wurden zuerst die durch Neopren-Anzüge geschützten Schiffbrüchigen von den Einsatzkräften gerettet und ans sichere Ufer gebracht. Dort konnten sie von den bereitstehenden Rettungskräften erstversorgt werden. Zeitgleich wurde in der eintretenden Dämmerung das Ufer abgesucht, da sich wohl noch einige Gekenterte aus eigener Kraft dorthin retten konnten.

Großübung findet jedes Jahr statt

Übungsleiter Marcus Röttel hatte sich im Vorfeld die Szenarien der Großübungen ausgedacht, die auf die insgesamt 55 Einsatzkräfte vor Ort warteten. „Wir wissen bei der jährlich stattfindenden Übungen nicht, was genau auf uns zukommt“, so Gampl. Genau das sei die Herausforderung. Das Ergebnis des Rettungseinsatzes stimmte Helfer und Verantwortliche dann auch zufrieden.

Am Samstagvormittag wurde in der Nähe des Beilngrieser Gymnasiums dann eine Demonstration mit zahlreichen Leicht-, Mittel- und Schwerverletzten simuliert. Ein Passant hatte aus Panik Reizgas versprüht, wodurch eine furchtbare Massenschlägerei – im Fachjargon „Großschadenslage“ oder „Massenanfall Verletzter“ genannt – entstand. Unter der Leitung von Oliver Rothbauer, Zugführer der Schnelleinsatzgruppe, wurde auf dem nahen Volksfestplatz ein Zelt und ein Behandlungsplatz des Katastrophenschutzes aufgebaut. Die rund 20 Schwerstverletzten konnten hier umgehend erstversorgt werden.

Schüler mimten die Verletzten

Die „verletzten“ Protagonisten spielten Schüler der Krankenpflegeschule Ingolstadt. Und sie machten ihren Job beängstigend gut: Lautes Gejammer lag über dem Übungslager und die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, die am Boden liegenden Patienten optimal zu versorgen. Mit Kühl- und Wärmeboxen, Infusionen, EKG-Geräten, Defibrillatoren, Tragen und Verbandsmaterial schritten sie zur Tat. Einsatzleiter Gampl war via Funk mit den umliegenden Krankenhäusern in Verbindung und forderte Rettungshubschrauber für die Schwerverletzten an. Nach einer guten Stunde war der Einsatz beendet. Wie schon am Vortag verlief auch hier alles nach Plan.

Bei der letzten Übung wurde ein Boot der Wasserschutzpolizei Beilngries kurzerhand zum Party-Schiff umfunktioniert. Nach dem es dort zur Massenpanik gekommen war, fanden sich einige der „Partygäste“ im Wasser wieder. Auch vom Boot selbst mussten die Erstretter mehrere Verletzte bergen. Einsatzleiter Gampel sorgte am Hafen für einen reibungslosen Ablauf der Rettungs- und Versorgungsmaßnahmen. Am Ende zeigten sich Gampl und Übungsleiter Marcus Röttel auch hier mit dem Ergebnis hochzufrieden und lobten alle Beteiligten für ihren Einsatz.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht