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Schmid setzt auf Neuanfang

Johann Karg von den Freien Wählern wird einstimmig zum 2.Bürgermeister gewählt. Bernhard Dürr bleibt 3. Stellvertreter.
Von Wolfgang Schön

  • In der konstituierenden Sitzung wurden die neuen Velburger Stadträte vereidigt. Fotos: Wolfgang Schön
  • Der neue Velburger Bürgermeister Christian Schmid mit seinen beiden Stellvertretern: 2. Bürgermeister Johann Karg (rechts) und 3. Bürgermeister Bernhard Dürr (links)

VELBURG.Wohl selten zuvor wurde in der Stadt Velburg einer konstituierenden Sitzung des neugewählten Stadtrates mit Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter so entgegengefiebert, wie es am Dienstagabend der Fall war. Dafür gab es gleich drei Gründe.

Zum einen war es das Wahlergebnis vom 15. März, das keiner der Parteien und Fraktionen eine absolute Mehrheit beschert hatte und zum anderen, dass mit Christian Schmid ein neuer Bürgermeister ins Amt kommt. Und schließlich hatte es immer wieder geheißen, es sei Zeit, auch in Velburg neue Wege zu gehen – gerade was die Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter anbelangt.

In der 24-jährigen Amtszeit von Bürgermeister Bernhard Kraus stellte die CSU stets die stärkste Fraktion mit absoluten Mehrheiten bei den Mandaten, was es ihr dann auch ermöglichte, stets über die Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter alleine zu befinden. „Mehrheit ist Mehrheit“, hieß es da – und so wurde es dann auch umgesetzt. Vier Wahlperioden hindurch stellte die CSU die stellvertretenden Bürgermeister, zuletzt Klemens Meyer, der 18 Jahre das Amt des zweiten Bürgermeisters innehatte und Bernhard Dürr als 3. Bürgermeister, der seit Oktober 2011 im Amt war.

Klare Ansage bei Vorgesprächen

Bei ersten Sondierungsgesprächen mit Vertretern der im Stadtrat vertretenen Parteien und Wählergruppierungen stellten vor einigen Wochen die „Nicht-CSU-Mandatsträger“ unmissverständlich klar, dass sie Anspruch auf Bürgermeister-Stellvertreterposten erheben und auch Kandidaten dafür haben. Insbesondere Johann Karg, der bei der Kommunalwahl als Kandidat der Freien Wähler um das Bürgermeisteramt gegen Christian Schmid von der CSU antrat, sollte auf den Schild gehoben werden und 2.Bürgermeister werden. Der CSU fiel die Entscheidung nicht leicht, auf einen eigenen Kandidaten für die Wahl des zweiten Bürgermeister zu verzichten, wie es nun bei der konstituierenden Sitzung der neue Fraktionssprecher der CSU/ABV (Aktive Bürger Velburg) Martin Pruy anmerkte – noch dazu, weil man Klemens Meyer weiterhin gerne im Amt gesehen hätte.

Diesem wurde nun auch von allen Seiten bestätigt, sein Amt mit innerster Überzeugung und geradezu leidenschaftlichem Einsatz zum Wohle der Stadt Velburg ausgeübt zu haben. „Für mich war das Amt mit seinen vielen Terminen niemals Arbeit, sondern stets eine Herzensangelegenheit, der ich mich gerne gewidmet habe“, sagte Klemens Meyer und man merkte ihm an, welche Wehmut ihn in diesem Moment befiel.

Der Amtsverzicht war dann gleichsam der Startschuss für den Neuanfang in der Kommunalpolitik in Velburg, der von Bürgermeister Christian Schmid schon in einigen seiner Wahlveranstaltungen angedeutet wurde. Er hatte davon gesprochen, es sei für ihn nicht von ausschlagebener Bedeutung, wer das Amt des 2. oder 3. Bürgermeisters zukünftig innehabe. Schließlich wolle er mit allen Mandatsträgern im Stadtrat das Gespräch suchen. Dass dann aber bei der geheimen Wahl alle 20 Stadträte mit dem Bürgermeister (21:0 Stimmen) für Johann Karg votieren würden, war nun wirklich nicht zu erwarten und versetzte auch die mehr als 30 Gemeindebürger in Erstaunen, die als interessierte Beobachter zur „Festsitzung“ gekommen waren, wie diese von Bürgermeister Christian Schmid in seinen einführenden Erläuterungen bezeichnet wurde.

Johann Karg war natürlich sichtlich erfreut, denn mit so einem Zuspruch hatten er und seine Fraktion nun wirklich nicht gerechnet. Für die CSU wird dieses Vertrauen in den FW-Kandidaten Johann Karg als ein erster Schritt gesehen, um in der Zukunft eine faire und sachliche Zusammenarbeit des gesamten Stadtrates der Stadt Velburg zu ermöglichen, führten Martin Pruy und Bürgermeister Christian Schmid weiter aus.

Bei der Wahl des 3. Bürgermeisters hätten die Freien Wähler ganz dem demokratischen Grundgedanken einer Kommunalwahl folgend gerne einen Kandidaten der Partei „Bündnis 90/ Grüne“ auf diesem Posten gesehen und diesen auch unterstützt, doch der dafür vorgesehene Kandidat Dr. Roland Schlusche zog seine zunächst signalisierte Zusage zurück. So benannten die Freien Wähler dafür Erwin Gradl.

Bernhard Dürr bleibt im Amt

Bei der Kandidatenvorstellung verwies die FW-Vorsitzende Beate Höß auf die lange kommunalpolitische Erfahrung von Erwin Gradl, der seit 36 Jahren dem Stadtrat von Velburg angehört und somit eine wertvolle Stütze für die beiden „jungen“ Bürgermeister Schmid und Karg sein könne.

Die CSU nominierte ihren bisher schon amtierenden 3. Bürgermeister Bernhard Dürr, der sich dann auch mit 12:9 Stimmen durchsetzte. Aus dem Stadtratsgremium gab es zu den beiden Wahlvorgängen keinerlei Kommentierungen – auch ein Zeichen dafür, dass es mit den neuen Wegen durchaus ernst gemeint sein soll.

Auch die Besetzungen des Bau- und Umweltausschusses, sowie des kommunalen Rechnungsprüfungsausschusses liefen einvernehmlich ohne jegliche Zwischenbemerkungen ab. Die Ausschüsse werden von Bürgermeister Schmid (Bau- und Umweltangelegenheiten) und wie zuletzt schon auch von Beate Höß als der Vorsitzenden im Rechnungsprüfungswesen geleitet.

Christian Schmid konnte mit dem Verlauf seiner ersten offiziellen Stadtratssitzung mehr als zufrieden sein und äußerte dies dann auch in einem kurzen Gespräch mit dem Tagblatt. Bleibt für ihn die Hoffnung, dass der eingeschlagene „neue Weg“ in der Stadtratsarbeit nun auch von allen Beteiligten mitgetragen und dann auch zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Velburg ausgestaltet wird.

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