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Bildung

Schüler arbeiten an einer Genossenschaft

Mit vielen externen Partnern betritt das Neumarkter WGG Neuland. Es ist mit diesem Projekt in Bayern ein Vorreiter.

Rund 50 Schüler des Willibald-Gluck-Gymnasiums haben ein gemeinsames Ziel. Foto: Wilfried Gelo
Rund 50 Schüler des Willibald-Gluck-Gymnasiums haben ein gemeinsames Ziel. Foto: Wilfried Gelo

Neumarkt.„Ich finde es gut, dass Ihr Euch so engagiert“, lobte Michael Vogel, Vorsitzender der Jurenergie, die rund 50 Schüler des Willibald-Gluck-Gymnasiums. Diese hatten sich mit ihren Lehrerinnen Linda Kraus und Yvonne Westiner und Schulleiter Bernhard Schiffer in der Raiffeisenbank eingefunden, um eine Schülergenossenschaft auf den Weg zu bringen.

Das WGG trage damit seinem wirtschaftswissenschaftlichen Profil Rechnung und sei auch eines der ersten bayerischen Gymnasien, das ein solches Projekt startet, betont Wirtschaftslehrer Philipp Dull, der das Projekt betreut.

Dabei erarbeiten die Schüler eigene Geschäftsideen, geben sich eine Satzung und Organisationsstrukturen, klären Arbeitsabläufe, schreiben einen Businessplan und entwickeln Marketingkonzepte. Damit werde ein Lernen ermöglicht, das den üblichen Abläufen im Wirtschaftsleben schon recht nahekomme. Das Besondere an dieser Unternehmensform sei, dass Verantwortung und Entscheidungen auf viele Schultern verteilt werden. Eine Genossenschaft baue also auf Kommunikation, Kooperation und demokratische Mitbestimmung. Das seien auch in der Schule zentrale Bildungsziele. „Die Arbeit in diesem Projekt bietet also besondere Lernchancen im Hinblick auf Demokratieerziehung und konkreten Lebensbezug“, sagt Philipp Dull, der diese Initiative als Wirtschaftslehrer am WGG betreut.

Jurenergie schiebt mit an

Umso wertvoller werde dieses Projekt, weil es von zahlreichen Partnern aus der Region begleitet wird, die die nötige Expertise und einen reichen Erfahrungsschatz mitbringen. Tatkräftig unterstützt werde die Initiative nämlich von der Neumarkter Raiffeisenbank, der Bürgergenossenschaft Jurenerige e.G, der regionalen Innovationsagentur des Landkreises, dem Digitalen Gründerzentrum Parsberg und dem Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Das habe sich gleich bei dieser Auftaktveranstaltung gezeigt. Oliver Melde von der Raiffeisenbank und Franz Penker, Regionaldirektor des Genossenschaftsverbandes für die Oberpfalz, informierten über Ziele und die Struktur von Genossenschaften. Nach dieser kurzen Einführung standen sie ebenso wie Michael Vogel von der Jurenergie und Roland Hadwiger von der Kreisentwicklung des Landratsamts den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. In Kleingruppen wurden unter anderem Buchführung, Controlling und Marketing besprochen.

Bis zur Gründung der Schülergenossenschaften ist allerdings noch ein Stück zu gehen. Die Schüler wollten eigendlich in den nächsten Wochen eine Satzung ausarbeiten, die dann auf einer Generalversammlung im Juni verabschiedet werden soll, um die Schülergenossenschaft fest zu etablieren. Das wird nun wohl länger dauern.

Gründung steht noch aus

Eine erste Geschäftsidee steht schon fest, nämlich die Weiterentwicklung und der Vertrieb eines WGG-Hausaufgabenhefts. Auch weitere Projektideen sind schon in Planung.

Das wecke die Hoffnung, dass viele Schülergenerationen auch in Zukunft Ihre Anliegen in der Schülergenossenschaft einbringen können. „So gelingt vielleicht, was der Begründer der Raiffeisenbewegung Friedrich Wilhelm Raiffeisen schon vor über 100 Jahren auf den Punkt gebracht hat: Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“, sagt Philipp Dull.

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