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Schüler drehen Filme über Neumarkter FOS

Die Abiturienten wurden für ihre Seminararbeit Regisseure. Drei Jugendliche erhielten Bestnoten. Die Themen sind vielfältig.

Sie haben die besten Seminararbeiten an der FOS abgeliefert – und erhielten viel Lob.  Foto: Franz Xaver Meyer
Sie haben die besten Seminararbeiten an der FOS abgeliefert – und erhielten viel Lob. Foto: Franz Xaver Meyer Foto: Franz Xaver Meyer

Neumarkt.„Sie sind mit Abstand der beste Jahrgang“, scherzte Markus Domeier, Oberstudiendirektor der Maximilian-Kolbe-Fach- und Berufsoberschule, mit der fünfköpfigen Schülergruppe, die in der 13. Klasse die besten Seminararbeiten geschrieben hatte, bei der Aufstellung zum Gruppenfoto. Natürlich musste man coronabedingt auseinanderrücken und mindestens 1,50 Meter Distanz einhalten.

Alle Jugendlichen erzielten 15 Punkte, freute sich Seminarbetreuer Roman Schieder, der ihnen wie der Schulleiter zum Erfolg gratulierte. Für das Abitur, das mit den schriftlichen Prüfungen verspätet am 18. Juni beginnt, ist die gelungene Seminararbeit ein wichtiger Baustein.

Das bevorstehende 50-jährige Jubiläum der Schule wurde als eines der Oberthemen für die Seminararbeiten gestellt. Jedes Jahrzehnt sollte dabei filmisch von einem Schüler aufgearbeitet werden. Drei Schüler erzielten dabei Bestnoten. In jeweils vier Minuten stellten Pascal Haunfelder aus Meckenhausen sowie die Neumarkter Johannes Hierl und Simon Sommerer die Jahrzehnte 1990 bis 1999 bzw. 2011 bis 2019 vor. Die Schüler verfassten dazu selbst ein Drehbuch.

Maximilian Kolbe als Vorbild

Im Jahr 1990 hatte die damalige Fachoberschule ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Damals wurde sie gleichzeitig auf den Namen Maximilian Kolbe getauft. Dies nahm Pascal Haunfelder zum Anlass, sich mit dem Leben von Pater Maximilian Kolbe zu beschäftigen, der sich im Jahr 1941 im KZ Auschwitz für einen Familienvater geopfert hatte. Haunfelder besuchte dazu mit drei weiteren Schülern das Konzentrationslager im heutigen Polen und sah mit eigenen Augen den Hungerbunker, in dem der Pater auf den Tod wartete. Am 14. August 1941 wurde der Franziskanerpater mit einer Spritze ermordet.

„Wie die Werte von Maximilian Kolbe in unser heutiges Schulleben umgesetzt werden, war ein weiterer Teil meines Filmes“, berichtete der Jugendliche, der auch den Heimatort des Geistlichen besucht hat. Der Förderverein der Schule griff den Schülern dabei finanziell unter die Arme.

Radikalisierung der Jugendlichen

Johannes Hierl beschäftigte sich vorwiegend mit dem Schulleben im letzten Jahrzehnt. Er zeigte die Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, Ausschnitte aus einem Vortrag dazu und den dafür angesetzten Spendenlauf. Ferner baute Hierl die Preisverleihung zur Umweltschule in seinen Film ein. Die Ausstattung mit LED-Lampen hatte dazu beigetragen.

Simon Sommerer komprimierte in seinem Streifen zwei Schuljahre auf einen Tag. „Mitschüler Fabio Hocksan fungierte als Hauptdarsteller“, sagte Sommerer. Neben dem gewöhnlichen Schulalltag bis zu Prüfungen konzentrierte sich der angehende Abiturient auf das vielfältige Sportangebot der Schule. Dazu gehören Mountainbiken, Bouldern oder Fußball.

Klara-Sophie Heim aus Mühlhausen setzte sich mit der Radikalisierung Jugendlicher über das Internet auseinander. Der Islamische Staat (IS) stand dabei im Mittelpunkt. „Auslöser für mich, das Thema zu wählen, war der aktuelle Fall eines 17-jährigen Mädchens“, sagte die Schülerin. Sie beschäftigte sich mit den Bedürfnissen, Ängsten und Unsicherheiten vieler junger Erwachsener und wie diese von radikalen Gruppen meist online und über verschiedene Plattformen ausgenutzt werden. Entgegenwirken könnten Eltern durch ihre Erziehung und mit dem persönlichen Vorbild. „Soziale Fähigkeiten sollten die Eltern unbedingt fördern“, betonte die 19-Jährige.

Wege der Künstlichen Intelligenz

Jakob Semmler aus Kevenhüll bei Beilngries wählte mit der Funktionsweise neuronaler Netze ein abstraktes Thema aus dem Fach Mathematik. „Dass Rechner heute Probleme lösen können, die vor ein paar Jahren noch unlösbar erschienen, hat mich dazu motiviert“, berichtete Jakob Semmler.

Rechner können inzwischen unter anderen Gesichter erkennen oder Gesprochenes verstehen. „Vor allem Fortschritte im Bereich künstlicher Intelligenz mit sogenannten neuronalen Netzen sind zentraler Antrieb dieser Neuerung“, fand der Schüler heraus. Die Grundlagen dieser Netze werden in der Arbeit vorgestellt. Außerdem wird erklärt, wie es möglich ist, Probleme der realen Welt mathematisch darzustellen und wie diese Netze von ihnen lernen und ihre Lösung vorhersagen können.

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