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Gedenken

Schüler erinnern an Kriegstote

Die Stadt beging den Volkstrauertag erstmals in neuer Form. Dabei wurden auch Jugendliche eingebunden.
Von Josef Wittmann

Die Schüler stellten einen Soldaten und eine Deportierte vor.  Foto: Wittmann
Die Schüler stellten einen Soldaten und eine Deportierte vor. Foto: Wittmann

Neumarkt.Ende 2018 erfragte das Tagblatt online die Meinung der Neumarkter zum Volkstrauertag. Die Stadt hatte die zentrale Feier ausgesetzt. Für viele Vereine sei die Teilnahme kaum zu organisieren. Nur 22 Prozent antworteten, das Gedenken wirke „aus der Zeit gefallen“. Die Mehrheit sagte, „das Gedenken daran, wie schlimm Kriege sind, ist wichtig“ oder die einmalige Aussetzung sei wegen des Kriegsendes 1918 unsensibel gewesen. Inzwischen hat die Stadt mit den Kirchen, dem WGG, Vereinen und Institutionen die Feier neu organisiert.

Auch für OB Thomas Thumann ist das Gedenken an die Opfer der Kriege notwendig. Bei der Feier am Sonntag vor dem Kriegerdenkmal mit den Namen der Toten sagte er vor den Abordnungen von Kameraden- und Soldatenvereinigung, KAB, Kolping, Rotem Kreuz, Chevaulegers und vielen Bürgern: „Angesichts der Tatsache, dass die Zeitzeugen immer weniger werden, wollen wir die Jugend einbinden, damit die wichtigen historischen Erkenntnisse auch in die nächsten Generationen weitergetragen werden.“ Die Jugend sorge dafür, dass der Volkstrauertag nicht zu rückwärtsgewandten Heldengedenken umgewandelt werden könne. Die Neumarkter feierten den Volkstrauertag zum ersten Mal am Vormittag und nach dem neuen Konzept ohne Trauerzug zum Eichelgarten. Die Kirchen werden sich künftig im jährlichen Wechsel beteiligen. Den Anfang machte Pfarrer Andreas Grell von der evangelischen Gemeinde mit Psalm 34, der im Aufruf gipfelt „Suchet den Frieden und jaget ihm nach“.

Anschließend stellten die Schüler Eren Babayigit, Sandrina Lößl und Jan Giemsa vom Willibald-Gluck-Gymnasium zwei Opfer-Schicksale vor. Der 17-jährige Schreiner Michael Brunner kam am 17. Juni 1944 bei Kämpfen im Gebiet Serwery in der heutigen Ukraine ums Leben. Er liegt mit mehr als 15000 Soldaten auf der Kriegsgräberstätte Poylicz in der Ukraine.

Maria Sawadskij aus dem russischen Smolensk war 1942 mit 20 Jahren als Zwangsarbeiterin nach Neumarkt deportiert worden. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, brachte Tochter Nelli zur Welt. Mit der Befreiung im April 1945 verlieren sich die Spuren der von Nazi-Deutschland entrechteten und verschleppten Familie. Die Werkvolkkapelle beendete die Feier mit der Europahymne.

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