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Bildung

Schule Holnstein auf dem Prüfstand

Die Einrichtung soll untersucht werden, wie sie für die Zukunft gerüstet werden kann. Erst dann geht es mit der GMB weiter.
Von Alexandra Nurtsch

Rund 100 Mädchen und Buben werden an der Grundschule Holnstein unterrichtet. Foto: Felix Kästle/dpa
Rund 100 Mädchen und Buben werden an der Grundschule Holnstein unterrichtet. Foto: Felix Kästle/dpa

Berching. Über die Berchinger Grund- und Mittelschule (GMB) wird seit Wochen und Monaten viel diskutiert. Wird sie generalsaniert, oder kommt doch ein Neubau? Wenn die Entscheidung für den Neubau fällt, wo wird er entstehen? Denn die Standortsuche gestaltet sich schwierig. Ein entsprechendes Gelände müsste ausreichend groß sein. Europahalle und Sportplatz müssten fußläufig zu erreichen sein. Für die Schulbusse ist eine gute Verkehrsanbindung wichtig – und die Grundstückseigentümer müssten bereit sein, ihre Flächen an die Stadt zu verkaufen.

Weitere Räume erforderlich

Doch jetzt rückt die Grundschule Holnstein in den Fokus: „Wenn in Berching nach einem neuen pädagogischen Konzept unterrichtet wird, dann kann man Holnstein nicht außen vor lassen“, sagt Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Die Eltern würden das kaum akzeptieren. Darum müsse geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen ein solches Konzept auch in Holnstein umgesetzt werden könne.

Hier lesen Sie einen Artikel über das neue pädagogische Konzept.

Das Schulgebäude wurde in den 60er-Jahren erbaut. Foto: Nurtsch
Das Schulgebäude wurde in den 60er-Jahren erbaut. Foto: Nurtsch

Kommt es zu baulichen Veränderungen, müssten auch die energetische Sanierung in Angriff genommen, Zugänge barrierefrei gestaltet und neue Brandschutzvorschriften erfüllt werden. Zudem werden zusätzliche Räume nötig werden, denn die große Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung auch bei Grundschulen geschaffen werden soll.

Für Eisenreich ist klar: Erst müsse geklärt werden, wie die Schule Holnstein zukunftssicher gemacht werden kann, dann könne man sich weiter mit der Berchinger Grund- und Mittelschule beschäftigen. Das sieht auch Schulleiter Stefan Kleinod so: „Die Kinder dürfen keinen Nachteil haben, wenn sie in Holnstein in die Schule gehen.“ Die Schule müsse den Schülern ein zukunftsfähiges Konzept bieten. Ob das möglich sei, müsse vor einer Sanierung oder einem Neubau der Berchinger Schule entschieden werden.

Sehr gute bauliche Substanz

Stadtrat Christian Meissner (CSU) hofft auf eine zeitnahe, positive Entscheidung. Für ihn hat die Schule Zukunft, denn die bauliche Substanz sei sehr gut und sie wäre ausbaufähig. Eng verknüpft ist damit auch die Zukunft des Kindergartens. Die Pläne für die Sanierung und Erweiterung liegen fertig in der Schublade. „Das muss jetzt leider hinter angestellt werden. Das kann ich verstehen, auch wenn es nicht befriedigend ist“, sagt der Ortssprecher von Holnstein, der von der Grundschule vor Ort schwärmt. „Sie ist ein Paradies für Grundschüler, ein richtiges Kleinod“.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Grundschule Holnstein:

Die Grundschule Holnstein

  • Unterricht:

    In der Grundschule Holnstein gibt es eine erste, eine zweite, eine dritte und eine vierte Klasse. Insgesamt werden rund 100 Schüler von fünf Klassenlehrern unterrichtet. Die Fachlehrer kommen aus Berching.

  • Einzugsgebiet:

    Der Schulsprengel Holnstein umfasst unter anderem die Ortschaften Raitenbuch, Oening, Staufersbuch, Wackersberg, Hermannsberg, Simbach, Thann und Wattenberg.

  • Herkunft:

    Dieses Schuljahr wurden die Klassen mit Kindern aufgefüllt, die eigentlich in die Schule nach Berching gehen müssten. Im nächsten Schuljahr kommen wieder alle Schüler aus dem Schulsprengel Holnstein.

  • Gebäude:

    Das Schulhaus wurde in den 1960-er Jahren errichtet und ist mehr als 50 Jahre alt. In den nächsten Jahren steht unter anderem eine energetische Sanierung der Räumlichkeiten an.

Dem pflichtet auch die stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, Kerstin Bierschneider bei. „Für die Kinder ist es ein schöner Start ins Schulleben.“ Das Individuelle stehe im Vordergrund, es werde großer Wert auf Umgangsformen gelegt und man fühle sich gut aufgehoben. Auf den Elternbeirat sei bislang noch niemand zugekommen, um über die Zukunft der Holnsteiner Schule zu sprechen. „Aber ich habe mir schon gedacht, dass es schwierig für die Schule werden könnte. Das wäre wirklich schade.“

Nachnutzung wichtiges Thema

Bevor eine Entscheidung fällt, werden nun Daten und Fakten gesammelt. Mit Unterstützung der Fachleute des Projektentwicklungsbüros ConceptK sollen neben den potenziellen Standorten für die Berchinger Schule vorrangig auch die Optionen für Holnstein geprüft werden. Dann sollen Fragen wie, „wie kann zum pädagogischen Konzept auch eine Ganztagsbetreuung in Holnstein realisiert werden“ oder „welche Nachnutzungen sind denkbar für den Fall, dass eine Weiterentwicklung der Holnsteiner Schule in der erforderlichen Form nicht realisierbar ist“, beantwortet werden können. Den entsprechenden Auftrag an ConceptK behandeln die Berchinger Räte in ihrer Sitzung am Dienstagabend.

Christian Meissner ist der Ortssprecher von Holnstein. Foto: Nurtsch
Christian Meissner ist der Ortssprecher von Holnstein. Foto: Nurtsch

Für Christian Meissner ist die Nachnutzung ein entscheidendes Thema. „Seit Mitte der 60-er Jahre prägt die Holnsteiner Schule das Ortsbild. Ganz schlimm wäre es, wenn das Gebäude leer stehen würde. Das wäre ein Problem.“ Sobald aktuelle und belastbare Daten vorliegen, werde sich der Stadtrat wieder mit diesen schwierigen Fragen befassen müssen, sagt Bürgermeister Eisenreich.

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