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Unterricht

Schulen setzen auf Wertevermittlung

Bei einer Lehrer-Weiterbildung ging es um das Philosophieren mit Kindern. Die Methode ist in vielen Bereichen einsetzbar.
Von Alexandra Lindner

Die Teilnehmer des Workshops „Interkulturalität und WerteDialog“ in Neumarkt Foto: Alexandra Lindner
Die Teilnehmer des Workshops „Interkulturalität und WerteDialog“ in Neumarkt Foto: Alexandra Lindner

Neumarkt.In einem zweitägigen Workshop haben Lehrerinnen und Lehrer aus Neumarkter Schulen an einem Aufbaukurs zum Thema „Interkulturalität & WerteDialog“ teilgenommen. Die bereits zertifizierten Lehrkräfte lernen bei diesen Kursen, wie man Schulkindern in Gesprächsrunden „Wertebildung“ vermittelt. Besonderes Augenmerk liegt dabei in Neumarkt auf der Demokratieerziehung und Persönlichkeitsentwicklung – statt wie üblich Werteerziehung und Wertevermittlung.

Wahrnehmen, wertschätzen, wohlfühlen – das seien die drei Aspekte für Wertebildung, sagt Astrid Kölbel, die Schulleiterin der Grundschule Bräugasse: „Nur wenn ich mich selbst wahrnehme, kann ich auch den Anderen wahrnehmen“. Häufig fehle die Emphatie für andere Kinder, weil das Kind sich selbst gar nicht wahrnimmt. Bereits bei Schulkindern gibt es hier Störungen. „Nur wenn ein Kind gelernt hat, sich selbst bewusst wahrzunehmen, kann es sich in andere Kinder hineinfühlen und Emphatie zeigen“, sagt Kölbel und weiter „Wer sich wertgeschätzt fühlt, kann sich auch wohlfühlen – egal wo man ist.“ Werte seien wichtig in der Schulentwicklung. Für Kölbel steht bei dem Thema auch die persönliche Entwicklung der Schüler im Vordergrund. Emphatie, Achtung und Respekt – erstmal für sich selbst, dann auch für andere Menschen und die Umwelt.

Philosophieren mit Zertifikat

Um das zu den Schülern zu transportieren, gibt es die Ausbildung zum philosophischen Gesprächsmoderator. Die Lehrer sollen dabei lernen, mit den Kindern philosophische Gespräche zu führen, denn philosophieren bedeute hier auch, Vorurteile zu hinterfragen, Begründungen zu finden, kreativ und lösungsorientiert zu denken, das eigene Handeln zu reflektieren und Orientierungshilfen für den Alltag zu entwickeln. In unserer Leistungsgesellschaft werde alles gemessen, doch hier gehe es um das „Menschsein“, um die eigene Haltung, die eigene Meinung.

Die Akademie

  • Konzept:

    Die „Akademie für Philosophische Bildung und Wertedialog“ entwickelt Ideen und Konzepte für die Verankerung des Philosophierens als Bildungsprinzip in Kindertageseinrichtungen und Schulen, sowie in der Ausbildung von Lehrkräften und Erzieherinnen.

  • Workshop:

    Die Akademie hat den Workshop zusammen mit dem Schulamt, der Stadt und der Hans-Lindner-Stiftung veranstaltet. Die Stadt fördert das Projekt im Rahmen des Aktionsprogrammes Nachhaltigkeit. Kinder werden dabei darin bestärkt, existenzielle und ethische Fragen zu stellen.

Das wird in den Workshops in der Gruppe geübt. Es werden Themen mit den anderen Teilnehmern philosophisch besprochen und dabei kommt man zu einem Konsens – oder eben auch nicht. Für das Zertifikat mussten die Lehrer eine Philosophie-Gruppe als Moderator leiten, die Regeln und die Methoden des Philosophierens mit Kindern anwenden, wie es innerhalb der Module erlernt wurde.

Die Frage nach der Unendlichkeit

In den Schulen kann Philosophieren als Methode zur Wertevermittlung in vielen Fachbereichen eingesetzt werden. Neben Ethik und Religion kann Wertevermittlung auch in Heimat- und Sachunterricht oder Deutsch eingesetzt werden. Man kann sogar in Mathematik philosophieren: Was ist Unendlichkeit?

Ein wichtiges Ziel hierbei ist auch die Persönlichkeitsentwicklung: Die Schüler zu stärken, damit sie Ihren Selbst-Wert erkennen. Das Selbstbewusstsein zu haben, seine Meinung frei äußern zu können. Dazu gehört auch der Bereich Sprech-Erziehung.

Der theoretische Part für die Lehrer ist hierbei z.B. „Was ist Werteerziehung“ und „Wie gelingt Werteerziehung“ – und welche Möglichkeiten gibt es für Lehrer, das einzusetzen. Dazu gibt es in Neumarkt einen Arbeitskreis unter der Leitung von Kölbel (Schulleitung Bräugasse).

Mehr Informationen zu den Workshops gibt es beim Schulamt Neumarkt oder auf der Akademie-Webseite kinder-philosophieren.de.

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