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Kommentar

Schulen sollten selbst bestimmen dürfen

Ein Kommentar von Eva Gaupp

Was ist in Bayern schon über Bildungspolitik gestritten worden! Vierstufige Realschule, dann sechsstufige, Abitur nach neun Jahren, dann nach acht, dann wieder nach acht oder neun Jahren. Flexiklassen und Oberstufe plus – blickt da eigentlich noch jemand durch? In den vergangenen 15 Jahren gab es weder für Lehrer noch für Eltern eine längere Verschnaufpause.

Sicherlich haben alle Politiker gute Argumente für ihre Reformen. Und ich möchte nicht behaupten, dass eine Gesamtschule oder Oberschule wie sie in Bremerhaven heißt, dem mehrgliedrigen System in Bayern überlegen ist.

Aber Bayern würde ein Schulfrieden sicher auch sehr guttun. Anstatt Experten und Politiker darüber entscheiden zu lassen, wie eine Schule zu funktionieren hat, sollte man dies den Betroffenen überlassen: Lehrer, Schulleiter, Eltern und Kinder wissen, was gut für sie ist. Gemeinsam könnten sie von unten ein System entwickeln, das alltagstauglich ist.

Inklusion ist nicht nur ein sperriges Wort – es stellt das Personal von Regelschulen vor eine fast unlösbare Aufgabe. Und nicht nur sie. Gerade ein Kind mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung braucht eine perfekte Unterstützung. Wie aber soll eine Regelschule das gewährleisten? Es gibt schließlich einen Grund, dass Sonderschullehrer eine andere Ausbildung genießen als Gymnasial- oder Mittelschullehrer.

In der Mittelschule Weinberger Straße hat man den Mut, selbst Strukturen zu schaffen, die dem individuellen Leistungsstand der Kinder gerecht werden. Und zwar allen Kindern – nicht nur denen mit einem diagnostizierten Handicap. Es ist ein erster kleiner Schritt. Hoffentlich dürfen noch viele weitere folgen.

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