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Planung

Schulumbau fordert Pilsach

Ein Teil des Gebäudes wird abgerissen, der finanzielle Kraftakt für die Gemeinde ist mit sieben Millionen Euro enorm.
Von Doris Distler

  • Bei der Aufräumungsaktion kam ein Sarg zum Vorschein, er diente als Theaterrequisite. Foto: Schule Pilsach/Wittmann
  • So sieht der Plan der Schule aus. Foto: Berschneider&Berschneider
  • Bürgermeister Wolf im Gespräch mit Rektor Wittmann. Foto: Distler

PILSACH.Auf dem Dachboden machten sie den überraschenden Fund: Ein Sarg stand da, ganz harmlos, als gehöre er dorthin. Selbst Rektor Wolfgang Wittmann war erstaunt, was sein Schulhaus an Schätzen barg, als die Räumaktion so manches vergessene Objekt zu Tage förderte. Die Schule soll teilweise abgerissen werden, deshalb wurden die Räume geleert.

Eine Leiche fand sich glücklicherweise nicht im Sarg. Schmunzelnd erläutert Schulrektor Wittmann, dass ein Lehrer vor seiner Zeit den Sarg sehr liebevoll für ein Theaterspiel angefertigt hatte. „Besonders beeindruckend ist das Knarzen, wenn man den Deckel öffnet,“ feixt Wolfgang Wittmann. Als es ans Erinnerungsfoto ging, umringten die Räum-Helfer den Sarg wie eine Trophäe.

270 Schüler in 13 Klassen

In ihrer Glanzzeit hatte die Pilsacher Schule 270 Schüler in 13 Klassen. Damals war sogar der Mehrzweckraum zum Klassenzimmer umfunktioniert worden – bis 2012 der Wegfall der Hauptschule das Konzept änderte. Dazu kam die sinkende Geburtsrate (es sind im Moment noch 110 Schüler in fünf Klassen) und plötzlich standen Räume leer. Schule und Gemeinde überlegten, wie sie diese am besten nutzten könnten und vermieteten sie zum Beispiel für Kurse an das Amt für Landwirtschaft und Ernährung, oder auch an kleinere Dienstleister wie eine Fußpflegerin. Sogar Bands fanden einen Probenraum hier. Doch das alles war ja nun nicht eigentlich der Sinn eines Schulhauses. Dazu kam die Forderung der Regierung, Schule und Gemeinde im Schulhaus getrennt zu halten, was aber alleine schon wegen der Zugänge nicht so recht möglich war. Und auch die Heizungsanlage sprach dagegen: Wenn man einen Teil des Gebäudes beheizen wollte, wurde immer die ganze Schule gewärmt. Es gab keine getrennte Kreisläufe.

Dann legte die Regierung nahe, eine Ganztagslösung unterzubringen, weil dies die Tendenz der Zukunft sei. „Dazu waren jetzt noch die Zinsen günstig und auch die Baukosten werden bald wieder steigen, wir sind mit den Schülerzahlen gerade in einer Talsohle, die Fördersätze für Ganztag sind gehoben, also haben wir gesagt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Umbau,“ erinnert sich Bürgermeister Adolf Wolf an die Anfänge des Umbau-Gedankens.

Er stieß damit nicht bei allen Bürgern auf Gegenliebe, denn das Gesamtprojekt wird sieben Millionen Euro kosten. Eine Summe, bei der sogar das Landratsamt zur Vorsicht mahnte. Die Konsequenz: Alle kostspieligen Maßnahmen in der Gemeinde Pilsach, die nicht unbedingt notwendig sind, werden zurückgestellt, bis der Schulhaus-Umbau abgeschlossen ist. Das wird 2021 sein. Bis dahin werden auch wieder höhere Schülerzahlen prognostiziert. Im Moment stehen in der Aula der Schule Tische mit Büchern aus der Lehrerbücherei, über die Tücher gelegt sind. Es wird umgeräumt, damit die betroffenen Räume dorthin verlagert werden, wo sie in der ersten Bauphase noch bestehen bleiben. Während der Osterferien wird dann die Aula abgerissen und in 18 Monaten Bauzeit das bestehen bleibende Schulgebäude generalsaniert, also Fenster und Fassade gegen energieeffizientere ausgetauscht.

Neu gebaut werden ein Mehrzweckraum und die Aula, „oben kommen noch Räume für den offenen Ganztag rein“, ergänzt Bürgermeister Wolf. Im oberen Schulbereich entstehen Klassenzimmer, ein Speisesaal und die Küche. Dazu wird die Gemeindebücherei in der Schule untergebracht und Räume für die Gemeinde wie ein Sitzungssaal, der zugleich Trauzimmer wird und auch der Bürgermeister erhält ein Zimmer. Bisher teilt er sich Räume in der Verwaltungsgemeinschaft in der Bahnhofstaße in Neumarkt mit den Bürgermeistern von Berngau und Sengenthal.

Saal für gemeindliche Anlässe

Es wird einen Festsaal für gemeindliche Anlässe in der Schule geben - „das wird ein richtiges kleines Gemeindezentrum,“ freut sich Bürgermeister Wolf. Und die Folgen für die Pilsacher? Gesperrt wird lediglich die Schulstraße während der Bauzeit. Die Bushaltestellen werden verlegt in die Litzloher Straße und in die Hauptstraße bei der Raiffeisenbank, Schulweghelfer werden für einen sicheren Weg in die Schule sorgen. „Da können sich gerne noch Interessierte melden,“ merkt Schulleiter Wolfgang Wittmann an. Ansonsten wird es eher weniger Behinderungen wegen der Schulbusse geben, die aus der Schulstraße in die Kurve unten in die Abzweigung Litzloher/Hauptstraße einbogen. „Es ist der richtige Weg, den Umbau jetzt zu machen,“ ist Wolf überzeugt.

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