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Psyche

Schwerpunkt zum Thema Autismus

Fachleute und Betroffene tauschten sich bei einem Fachtag von Regens Wagner Holnstein aus. Zwei prominente Autisten berichteten aus ihrem Leben.
Von Dagmar Fuhrmann

Die Referenten des Fachtags, der bei Regens Wagner stattfand

BERCHING.. Eine Mutter musste 34 Jahre lang darauf warten, dass ihr Sohn endlich die richtige Diagnose bekommen hat. Ein junger Mann hat einen IQ von 140, will Informatik studieren, scheitert aber daran, weil er letztlich nicht in der Lage ist, seinen Alltag zu organisieren. Beide haben eine autistische Spektrumsstörung, sind also Autisten. Und vermutlich stießen beide junge Männer in ihrer Umgebung auf viel Unverständnis.

Regens Wagner hat am Donnerstag einen Fachtag mit Teilnehmern aus ganz Deutschland organisiert. „Wir wollen damit zum Verständnis der Menschen mit Autismus in der Gesellschaft und Fachöffentlichkeit beitragen“, sagte der Gesamtleiter von Regens Wagner, Richard Theil.

Regens Wagner betreut seit vielen Jahren Menschen mit Autismus und hat 2010 entschieden, sich in diesem Bereich zu spezialisieren. Es wurden ein Haus und eine Gruppe für Menschen mit Autismus konzipiert und dazu ein neues Förderstättenkonzept für Menschen mit Autismus entwickelt.

Seit dieser Zeit ist Regens Wagner Holnstein auf vielen fachlichen Ebenen präsent und bringt sich als Gesellschafter des Netzwerk Autismus und Mitglied im Bundesverband Autismus ein. Vor diesem Hintergrund erhält die Einrichtung viele Anfragen und Besuche, auch von anderen Einrichtungen. Aufgrund dieser Nachfrage sei die Idee für den Fachtag entstanden, so Theil. „Wir wollten gezielt in der Region einen Schwerpunkt zum Thema Autismus setzen.“

Teilgenommen haben pädagogische Mitarbeiter, Ärzte, Mitarbeiter von Bezirken, Landratsämtern und Jugendämtern sowie Schulen, aber auch Eltern von Kindern und Erwachsenen mit Autismus. Sie kamen aus ganz Deutschland.

Als Referenten wurden Ärzte, Professoren und Psychologen verpflichtet, die sich führend in Deutschland und Europa mit Autismus beschäftigen. Zu Wort kamen aber auch Betroffene wie Johannes Scherer. Er ist ein junger Mann mit frühkindlichem Autismus, der nicht spricht. Dennoch hat er sein Abitur gemacht und Erziehungswissenschaften studiert – mit Hilfe von gestützter Kommunikation. Ros Blackburn ist eine junge Frau mit Asberger Syndrom, sie hat Signourey Weaver bei dem Film „Snowcake“ gecoacht. Auch sie nahm an der Tagung in Holnstein teil. „Wir freuen uns, dass sie die weite Reise auf sich genommen hat, um uns an ihrem ganz alltäglichen Leben teilnehmen zu lassen und uns einen Eindruck zu verschaffen, wie herrlich, aber auch wie problematisch die Welt eines Menschen mit Asberger- Syndrom sein kann“, sagte Theil.

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