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Wirtschaft

Schwierige Zeiten für Waldbesitzer

Die Waldbesitzer Vereinigung Parsberg (WVP) sprach bei der Herbstversammlung über Holzpreise, Schädlinge und das Klima.
Von Johann Grad

Die niedrigen Holzpreise problematisierten die Parsberger Waldbesitzer in ihrer Versammlung. Foto: Marcel Bieri/dpa
Die niedrigen Holzpreise problematisierten die Parsberger Waldbesitzer in ihrer Versammlung. Foto: Marcel Bieri/dpa

Dietfurt.„Die Stimmung in der Forstwirtschaft ist dramatisch. Die Holzpreise sind eine Katastrophe, man muss draufzahlen.“ Diese Worte fand Martin Schmid, Vorsitzender der Waldbesitzer Vereinigung Parsberg (WVP), als er die Herbstversammlung eröffnete. So etwas habe er noch nie erlebt, doch die Gesellschaft und die Politik hätten die Situation noch nicht erfasst. Die Wertschöpfung und Leistung der 13 000 deutschen Waldbesitzer würden nicht honoriert. Dabei absorbiere der Wald jede Menge CO2, sei Wasserspeicher, Rückzugsgebiet für Tiere und biete Erholung. Schmid lobte die Aktion „Jura Mischung – natürliche Verjüngung ohne Zaun“.

Sicherheitsberater Georg Straller von der Berufsgenossenschaft sprach die Rettungspunkte an. Jeder solle sich die entsprechende Nummer aufschreiben, im Traktor, auf dem Helm, um sie sofort parat zu haben. Er wies auf Gefahren beim Umgang mit Motorsäge und Seilwinde hin. Beim Fällen eines Baumes müsse man sich vorher vergewissern, ob jemand in der Nähe sei. „Mit dem Baum reden und auf den Baum hören“, gab er als Devise aus.

Christian Kleiner, Stellvertreter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Neumarkt berichtete, dass heuer an manchen Orten die Regenmenge um vier Prozent höher gewesen sei, als der langjährige Mittelwert. Die hohe Verdunstung wegen der Wärme sei aber ein Problem. Der Borkenkäfer habe keine so großen Schäden wie 2018 angerichtet. Kleiner plädierte dafür, mehr aus Holz zu bauen.

Ziel beim Waldumbau seien klimastabile Mischbestände, Naturverjüngung und Durchforstung. „Was sollen wir in der jetzigen Situation pflanzen?“, fragte Förster Oliver Kuhn. Auf lehmige Böden gehörten Rotbuche, Bergahorn oder die lindenblättrige Birke, auf tonigen, staunassen Böden Moorbirke oder Flatterulme. Die Bäume sollten klimatolerant sein, große genetische Anpassungsfähigkeit besitzen und Frost aushalten. Vom Saatgut verlangt Kuhn Qualität, Der Holzzuwachs werde sinken.

Josef Meier, Förster bei der WBV Parsberg, warnte vor dem Bockkäfer und dem Hallimasch. Auf einem „Käferloch“ solle Weißtanne und Douglasie gepflanzt werden. Auf Bildern konnte gelungene Naturverjüngung, aber auch Trockenschäden am Holz der Buchen gesehen werden. Meier plädierte für Massivholzwände, bei denen kein Leim notwendig sei.

Der Holzpreis

  • Preise:

    Er lobte die regionalen Sägewerke: Sie bedienten die Waldbesitzer 2019 sehr gut. Im Wald solle kontinuierlich gearbeitet und frisches Langholz geliefert werden. Für das Stammholz Fichte gibt es 70 bis 75 Euro pro Festmeter, für Kiefer 60 Euro.

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