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Lauterhofen

Seine Bienen kommen ins Schwärmen

Imker Georg Seitz aus Trautmannshofen fing heuer bereits zwei Schwärme ein. Führ ihn ist es ein „Naturschauspiel“.
Von Christine Riel-Sommer

Am Vatertag fing auch Günther Pfeiffer mit Tochter Paula den Schwarm mit ein.
Am Vatertag fing auch Günther Pfeiffer mit Tochter Paula den Schwarm mit ein.

Trautmannshofen.Eigentlich wollte sich Georg Seitz am Vatertag auf sein Fahrrad schwingen. Aber dann kam es doch anders und er fing seinen Bienenschwarm ein. An Pfingsten schwärmte das gleiche Volk nochmals und teilte sich zum vierten Mal in diesem Jahr. „Ein wahres Naturschauspiel“ schwärmen er und seine Familie über die beeindruckenden Erfahrungen.

Georg Seitz aus Trautmannshofen hat zwei Leidenschaften: Einerseits fährt er im Jahr um die 10 000 Kilometer mit seinem Fahrrad. Andererseits ist er seit 2017 in Rente und genießt das Leben im eigenen Garten, um seine Bienen zu beobachten. Ab dem Jahr 2015 stand bereits ein Stock von Hubert Lehmeier in seinem grünen Wohnzimmer und in 2017 begann Seitz dann selbst mit einem Bienenstock als Jungimker. „Vorher hätte ich keine Zeit gehabt, mich um Tiere zu kümmern – ich war ja die ganze Woche als Vertriebler im Außendienst unterwegs. Jetzt in der Rente geht es“, freut sich der 64- Jährige.

Ein Bienenvolk zum Start

Georg Seitz mit dem eingefangenen Schwarm von Pfingsten Foto: Sommer-Riel
Georg Seitz mit dem eingefangenen Schwarm von Pfingsten Foto: Sommer-Riel

Zum Start bekam Seitz 2017 ein Bienenvolk. Der Honigeintrag dieses fleißigen Volkes sei 2017 überwältigend gewesen. „Die Bienenkönigin da drin legt so fleißig Eier, dass ich von diesem starken Volk im April 2018 einen Ableger machen musste, sonst hätte es bald geschwärmt“, lacht er rückblickend. Unter einem Ableger wird in der Imkerei ein durch imkerlichen Eingriff entstandenes neues Bienenvolk verstanden.

Die Bildung von Ablegern ist die Alternative zum – oftmals schwierigen – Einfangen natürlich entstandener Schwärme. Also entnahm Seitz drei schöne gedeckelte Brutwaben mit offenen Weiselzellen und gab ausreichend Futter hinzu. Danach musste er nur noch abwarten. Eine neue Königin schlüpfte, begab sich auf Hochzeitsflug und zog danach wieder in den Ablegerkasten ein.

Am Tag vor Christi-Himmelfahrt bemerkte er verdeckelte Weiselzellen im Muttervolk. Der Bien – so wird ein Bienenvolk auch genannt – hatte neue Königinnen herangezogen. „Das habe ich auf der Vereinsversammlung abends erzählt und wir waren uns einig, dass das Volk schwärmen wird.“ Und so war es dann auch: Das Naturschauspiel ergab sich regelrecht nach Lehrbuch in Trautmannshofen um 11 Uhr am Vatertag: Die Bienen kündigten ihr Vorhaben an, indem sie sich außen auf dem Bienenkasten sammelten. „Ein Höllenlärm war das, als sie aufstiegen“, berichtet der begeisterte Jungimker. „So laut als würde ein Helikopter landen. Die Nachbarn kamen aus dem Haus und wir schauten in den durch Bienen leicht verdunkelten Himmel“, schmunzelt Seitz.

Eine gezeichnete Königin

Tochter Melanie und Schwiegersohn Johannes beobachten den Einzug der Bienen in den Stock. Foto: Sommer-Riel
Tochter Melanie und Schwiegersohn Johannes beobachten den Einzug der Bienen in den Stock. Foto: Sommer-Riel

Zuerst habe sich der Schwarm in einem Vogelhaus einnisten wollen, dann sei er in der angrenzenden Wiese zu Boden gegangen. „Das war Glück“, sagt Imkerkollege Günther Pfeiffer, der auch seine kleine Tochter Paula zum Einfangen des Schwarmes mitbrachte. Ausgestattet mit einer Wassersprühflasche hätten alle drei den Schwarm dann mit Wasser benetzt, um ihn am Weiterflug zu hintern. „Schließlich gibt es in der nahen Umgebung genug große Bäume, auf denen sie sich auch niederlassen hätten können. Weil die Königin gezeichnet war, haben wir sie glücklicherweise gefunden und gekäfigt“, resümiert Pfeiffer. Auf diese Weise war es ein Leichtes, die rund 15 000 zugehörigen Bienen zum Einzug in eine neue Behausung zu bewegen.

Unten am Rähmchen sind deutlich zwei Weiselzellen zu sehen, das weist auf baldiges Schwärmen hin. Foto: Sommer-Riel
Unten am Rähmchen sind deutlich zwei Weiselzellen zu sehen, das weist auf baldiges Schwärmen hin. Foto: Sommer-Riel

Denn: Arbeitsbienen folgen dem Geruch ihrer Königin – daher krochen sie innerhalb von zwei Stunden in den Bienenkasten. Doch hier ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Im Muttervolk schlüpften einige Tage später aus den Weiselzellen weitere Königinnen. Eine Jungkönigin begab sich auf Hochzeitsflug und es ergab noch einen Nachschwarm. „Ich lebe ja in unserem Garten und konnte so beobachten, wie das Volk nachschwärmte. Es ließ sich dann mitsamt einer Jungkönigin auf einem Strauch im Garten nieder. Wir mussten nur noch den Ast abschneiden und sahen sogar die Königin darauf“, freut sich der Trautmannshofener.

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Die Bienenvermehrung

  • Natürlicher Weg:

    Die natürliche Vermehrung ist das Schwärmen: Nachdem sich Königinnenlarven verpuppen, teilt sich das Volk und die alte Königin verlässt den Bienenstock.

  • Königin:

    Die neue Königin schlüpft, geht auf Hochzeitsflug und kommt in den Stock zurück, um dann befruchtete Eier zu legen und so die notwendige Brutpflege zu betreiben.

  • Zeitpunkt:

    Der Schwarmtrieb kommt zwischen Vollfrühling und Frühsommer auf, wenn sehr viele Jungbienen im Volk sind. Jetzt legt die Königin bis zu 2000 Eier am Tag.

  • Planung:

    Die meisten Imker wollen Schwärmen verhindern. Der Zeitpunkt ist nicht planbar, die Schwarmverfolgung, z.B. auf hohe Bäume stellt eine Herausfoderung dar.

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