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Ehrenamt

Seit 65 Jahren ist er Mesner

Johann Weidinger sperrt seit 1954 täglich die Kirche in Großalfalterbach auf. Seine Arbeit ist ihm ans Herz gewachsen.
von Andreas Friedl

Johann Weidinger mit seinem Urenkel Lukas in der Sakristei der Pfarrkirche St. Vitus Foto: Juliana Weidinger
Johann Weidinger mit seinem Urenkel Lukas in der Sakristei der Pfarrkirche St. Vitus Foto: Juliana Weidinger

Deining.65 Jahre ehrenamtlicher Mesner und als Hobby 75 Jahre Imker, das sind Seltenheitswerte. Aber nicht für Johann Weidinger aus Großalfalterbach und ein Ende dieser Tätigkeiten ist nicht abzusehen. Anlässlich seines 90. Geburtstages, den er vor kurzem feierte, erzählte der äußerst vitale Mann nicht nur über die Mesnertätigkeit, sondern auch über viele Tätigkeiten, die teilweise immer noch sein Leben prägen.

„Als ich mit 23 Jahren im Jahre 1952 als gebürtiger Pirkacher die Hochzeit mit meiner Frau Ida Kienlein in Großalfalterbach feierte, kam nach dem Hochzeitsmahl der örtliche Geistliche Pfarrer Josef Griesbauer auf mich zu und fragte, ob ich nicht das Amt des Mesners von meinem Schwager Konrad Kienlein übernehmen möchte, da ich in Zukunft neben der Kirche wohne.“ Wie der äußerst sympathische 90-Jährige schmunzelnd anfügte, sagte er nach kurzer Überlegung zu und war 1953 zunächst als Aushilfsmesner und ab 1. Januar 1954 als alleiniger Mesner in der Pfarrkirche St. Vitus tätig: „Zeitgleich übernahm auch meine Frau Ida das Putzen in der Kirche.“

Immer weniger Kirchgänger

Wie aus der Pistole geschossen, erinnert sich Johann Weidinger an die vielen Pfarrer und Kapläne, die er während der vergangenen 65 Jahren erlebt hat. „Pfarrer Griesbauer war bis zu seinem Tod 1956 bei uns tätig. Diesem folgte ab 1. Januar 1958 Pfarrer Anton Frühauf, der bis 1976 bei uns in Großalfalterbach blieb. Ab hier wurden wir dann von der Pfarrei Deining mitbetreut.“

Er erwähnte unter anderem die Pfarrer Willibald Brems, Bruder des damaligen Bischofs Alois Brems, Franz Mattes, der später Domkapitular in Eichstätt wurde, sowie die folgenden Pfarrer. Mit dem jetzigen Pfarrer Michael Konecny habe er, wie schon mit den anderen Geistlichen, ein gutes Miteinander. „Jeder Mensch hat Vorlieben und mag das eine oder andere nicht so gern, aber man kann sich darauf einstellen und man ist ja nicht immer mit den Geistlichen zusammen“, sagt er mit einem Lächeln. Auch mit den mehr als 20 Kaplänen sei er gut zurechtgekommen. Was Johann Weidinger zur Zeit etwas Sorge macht, ist der zurückgehende Besuch bei den Gottesdiensten: „Die Kirchgänger werden immer weniger. Ich hoffe, dass dies nur eine vorübergehende Sache ist, denn es gab schon immer Höhen und Tiefen im Glauben.“

Besondere Momente

  • Feste:

    Sehr schön seien auch die Vereinsfeierlichkeiten in Großalfalterbach gewesen, wie die Fahnenweihen der Feuerwehr, des Schützen- oder des Kriegervereins.

Auf seine Zukunft als Mesner angesprochen sagt er: „Ich bin noch nicht amtsmüde. Ich habe großen Gefallen an dieser Tätigkeit und so lange es mir gesundheitlich so gut geht, möchte ich Mesner bleiben.“ Nebenbei erwähnt er, dass er die Kirchentür in Großalfalterbach in den vergangenen 65 Jahren täglich morgens auf-, und abends abgesperrt hat, was knapp 48 000 Schlüsselumdrehungen ergebe.

Die Bienen sind sein Hobby

Einer, der das Ehrenamt von Johann Weidinger für großartig hält und auch hofft, dass er noch lange weitermacht, ist der Deininger Pfarrer Michael Konecny: „Er ist der gute Geist in der Kirche in Großalfalterbach und wird von uns allen geschätzt.“

Ein Lachen huscht über das Gesicht von Johann Weidinger, als sein großes Hobby, die Imkerei, zur Sprache kommt. „Mit 15 Jahren habe ich die Imkerei und den Umgang und die Pflege der Bienen von meinem Vater übertragen bekommen. Dieses Hobby habe ich dann auch mit nach Großalfalterbach mitgenommen und werde es auch weiterhin machen.“

Lang wäre die Liste, die weiteren jahrzehntelangen und teilweise ehrenamtlichen Tätigkeiten dieses 90-jähren Mannes aufzuführen. Dazu zählen beispielsweise Gemeindediener, Schulbusfahrer und 48 Jahre Wasserwart.

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