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Fasching

Seit 65 Jahren Weckrufkolonne

Zum Dietfurter Nationalfeiertag am Unsinnigen Donnerstag gehört auch die Weckrufkolonne dazu. Diese feierte Jubiläum.

Weckrufler mit Fahne von 1954 und li Kalrhein Wuttig der seit 44 Jahren dabei ist  Foto: Anton Bachhuber
Weckrufler mit Fahne von 1954 und li Kalrhein Wuttig der seit 44 Jahren dabei ist Foto: Anton Bachhuber

Dietfurt.Im „gelben Fieber“, das am „Unsinnigen“ viele Freunde des Chinesenfaschings befallen hat, wurde fast übersehen, dass eine wichtige Institution von Bayrisch China sein 65-Jähriges feiern konnte, die „Weckrufkolonne“. Sie gehört längst zu den Einrichtungen, ohne die man sich Dietfurts Nationalfeiertag nicht vorstellen kann.

Der Unsinnige Donnerstag 1954 stand im Zeichen der ersten Krönung eines Kaisers von Bayrisch China. Der Begnadete war Malermeister Egid Prock, der fortan Kaiser Ma-Ler-Gi hieß.

Im Geheimen organisiert

Die Aktiven im Faschingsgeschehen nahmen das besondere Ereignis zum Anlass, die Bevölkerung schon am frühen Morgen auf den großen Tag einzustimmen. Im geheimen haben die Obermaschkerer Hans Geyer, Erich Moser und Willi Huber einen Weckruf organisiert, der dafür sorgte, dass niemand die Kaiserkrönung verschläft.

Erstmals dabei Dr. Hradetzky mit Sax und der 75-jährige Hans Flierl, der ältester Weckrufler. Foto: Bachhuber
Erstmals dabei Dr. Hradetzky mit Sax und der 75-jährige Hans Flierl, der ältester Weckrufler. Foto: Bachhuber

Weit vor dem Gebetläuten zogen die drei Genannten und noch einige Fasching-Unikums als Kapelle „Krach und fürchterlich“ durch die wichtigsten Straßen von Dietfurt und rissen die Bevölkerung buchstäblich aus den Federn. Leider ist heute nicht mehr bekannt, wer noch dabei war. Wer die Namen kennt, sollte sie Anton Bachhuber mitteilen, damit sie dokumentiert werden können. Da nur Eingeweihte von der Aktion etwas wussten, war es für alle anderen eine Überraschung. Sie war so gut, dass die Beteiligten beschlossen, am Unsinnigen 1955 wieder als Chinaclowns ein großes Wecken zu veranstalten.

Im Laufe der Zeit wuchs die 7-Täler-Stadt, so dass die Weckrufkapelle Jahr für Jahr eine längere Strecke marschieren musste. Heuer hatte die 34 Mann starke Gruppe 15 Kilometer zu bewältigen. Bei 51 Personen war ein kleines Ständchen Pflicht, die meisten bedankten sich mit flüssiger Nahrung, bei einigen gab es Kaffee, Gebäck oder Weißwürste.

Zu denen, die aufgesucht wurden gehörten Bürgermeisterin Carolin Braun, Stadtpfarrer Gerhard Schlechta und Kaiser Fu Gao-Di. In guter Tradition ging es kurz nach 8 Uhr zum Kindergarten. Die Buben und Mädchen grüßten die Weckrufler mit der Chinesenhymne und dankten fürs Kommen mit Orden. Nächste Station war die Schule, auch hier wurde die Weckrufmannschaft mit Orden geehrt. Bevor sich die Gruppe auf den Nachhauseweg machte, besuchte sie das Seniorenheim, um die Heimbewohner zu erfreuen.

Kurz nach zwei Uhr gestartet

Damit dies alles möglich war, startete der Weckruf kurz nach zwei Uhr, wie ihre Vorfahren als China-Clowns. Während die echten Musikanten für harmonische Klänge sorgten, haben die Original-Weckrufler mit Sirenengeheul, Glockenklang, Trommelwirbel und Kanonenschüssen ganz Dietfurt wach gerüttelt. Karlheinz Wuttig war als Dienstältester 44 Jahre dabei. Hans Flierl (75) darf sich als Senior bezeichnen und marschierte zum 35. Mal mit. Stefan Baumer, der bisher die Gruppe anführte, trat zum 34. Mal an und möchte die Tortur langsam beenden. Mit Michael Heislbetz und Markus Hellweg hat er schon zwei neue Anführer gefunden.

Zum ersten Mal ging Dr. Alexander Hradetzky mit. „Mich haben einige Weckrufler dazu animiert einmal mitzugehen, mir hat es gut gefallen, noch dazu bei so einer tollen Truppe.“ 25 Jahre Begrüßungsschilder

Kurz & knapp

  • Schmuck: Seit 25 Jahren wird die Innenstadt zu Advent geschmück, darfür wurden Halterungen angebracht.
  • Weitere Verwendung: Xaver Leidl und Anton Bachhuber sahen es als zweckmäßig angebracht diese auch für anderweitig zu nützen. Seitdem sorgen die rund 200 Schilder dafür, dass jeder merkt, der im Fasching nach Dietfurt kommt, er befindet sich in Bayrisch China.

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