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Sie begleiten Familien im Alltag

Die Rummelsberger Diakonie bietet in Neumarkt ein Mutter-Kind-Wohnen an. Eine junge Familie kann noch einziehen.

Für die Beratung im neuen Mutter-Kind-Wohnen besteht keine Maskenpflicht.  Foto: Heike Schmidt-Neumeyer
Für die Beratung im neuen Mutter-Kind-Wohnen besteht keine Maskenpflicht. Foto: Heike Schmidt-Neumeyer

Neumarkt.Anna Meyer (Name geändert) hat schon seit einiger Zeit Kontakt mit Fachkräften der Rummelsberger Diakonie und dem Neumarkter Jugendamt. Die junge Mutter braucht Unterstützung bei der Erziehung ihrer beiden kleinen Kinder. Gerne würde sie es allein schaffen, denn die junge Frau hat sich immer eine „normale“ Familie gewünscht. Eine Familie, in der die Kinder in Liebe und Fürsorge aufwachsen können.

Aber für Anna Meyer ist das nur ein Traum. Als sie noch sehr klein war, hat ihre Mutter die Familie verlassen. Ihr Vater konnte der Tochter keine Zuneigung zeigen. „Ich habe nie gelernt, was eine Mama ist und was eine Mama macht“, sagt Anna Meyer. Und gelernt, wie man kleine Menschen liebevoll beim Großwerden begleitet, hat sie auch nicht. Aber sie will es lernen. Deshalb hat sich die junge Frau Hilfe geholt. Seit März lebt sie im Mutter-Kind-Wohnen der Rummelsberger Diakonie in der Neumarkter Innenstadt.

„Ich liebe meine beiden Kinder sehr, aber allein schaffe ich das noch nicht.“

Anna Meyer, Mutter

Eine Wohnung ist noch frei. „Aufgenommen werden Mütter und schwangere Frauen zwischen 18 und 27 Jahren und deren Kinder bis zum siebten Lebensjahr“, informiert Heike Schmidt-Neumeyer, die Leiterin der Jugendhilfestation Neumarkt. Gemeinsam mit dem Jugendamt werden Ziele für die Hilfe formuliert und regelmäßig überprüft. Die Mütter können dort so lange wohnen, bis diese Ziele erreicht sind und sie im Umgang mit ihren Kindern sicherer geworden sind.

Mütter mussten früher wegziehen

Die Mitarbeiterinnen der Rummelsberger Diakonie sind die Woche über täglich drei Stunden vor Ort und auch sonst telefonisch erreichbar. Sie beraten zu Erziehungsfragen, unterstützen im Alltag und helfen dabei, Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Vor allem helfen sie dabei, dass eine tragfähige Mutter-Kind-Beziehung möglich wird. Finanziert wird das Angebot für junge Mütter vom Jugendamt Neumarkt.

„Im Fokus des Handelns steht für das Kreisjugendamt Neumarkt immer das Wohl der Kinder“, sagt Amtsleiter André Schilay. Die neu geschaffene Mutter-Kind-Einrichtung der Jugendhilfestation Neumarkt der Rummelsberger Diakonie sei dafür ein zentraler und sehr wertvoller Baustein im Spektrum der Hilfsangebote im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis Neumarkt.

Zwei-Zimmer-Wohnung mit Garten

2018 hatte das Jugendamt Kontakt zur Rummelsberger Diakonie aufgenommen und angefragt, ob die Familienstation ein stationäres Wohnangebot für Mutter und Kind anbieten könne. „Hintergrund war damals unter anderem, dass junge Mütter immer weiter wegziehen mussten, um sozialpädagogisch betreut und begleitet mit ihrem Kind oder ihren Kindern leben zu können“, erinnert sich Schmidt-Neumeyer.

Auch Anna Meyer wollte in Neumarkt bleiben. „Als das Jugendamt mir einen Platz im Mutter-Kind-Wohnen angeboten hat, habe ich gleich zugesagt.“ Inzwischen hat sich die junge Familie gut eingelebt. Die Drei wohnen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad/WC. Rund 60 Quadratmeter haben sie zur Verfügung. Außerdem gibt einen großen Garten und Abstellräume für Kinderwagen und Fahrräder.

„Ich liebe meine beiden Kinder sehr, aber allein schaffe ich das noch nicht“, sagt Anna Meyer. Mit dem Vater der Kinder gab es Probleme. Schließlich trennten sie sich und Anna Meyer ging eigene Wege. Allerdings wünscht sich die junge Mutter Gesellschaft. „Ich freue mich, wenn oben eine nette Mama einzieht. Dann könnten die Kinder zusammenspielen“, hofft sie und die beiden Frauen könnten reden und sich austauschen.

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