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Skepsis beim Rathausanbau in Berg

Bürgermeister Bergler plädiert für weitere Räume. Viele Gemeinderäte sehen das anders. Nun gibt es einen Zwischenschritt.
Von Hans Stepper

Bürgermeister Peter Bergler wirbt für einen Anbau an das Rathaus II.
Bürgermeister Peter Bergler wirbt für einen Anbau an das Rathaus II. Foto: HANS STEPPER/HANS STEPPER

BERG.Eine lebhafte öffentliche Gemeinderatssitzung verfolgten am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle des Sport- und Kulturzentrums viele Zuhörer auf der Tribüne. Drei Stunden dauerte die Sitzung.

Einige Eltern, vor allem Mütter, waren etwas enttäuscht, dass der Punkt „Vorstellung Mittagsbetreuung/Offene Ganztagesstätte“, der in Berg in den zurückliegenden Wochen für heftige Diskussionen sorgte, kurzfristig abgesetzt wurde.

Ursprünglich wollten in dieser Angelegenheit Sabine Kunz, Koordinatorin Ganztagesschule bei der Regierung der Oberpfalz und Schulamtsdirektor Franz Hübl vom Staatlichen Schulamt Neumarkt Informationen geben, wie weiter verfahren wird. Sie forderten aber, dass dieser Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung zur Sprache kommt.

Diskussion um Mittagsbetreuung sorgt für Ärger

Bürgermeister Peter Bergler war allerdings der Auffassung, dass diese für viele Eltern von schulpflichtigen Kinder wichtige Sache öffentlich behandelt werden soll. Dem stimmten viele Zuhörende zu. Nachdem sich zu dieser Angelegenheit eine Zuhörerin bei der „Bürgerfragestunde“ ans Mikrophon wagte, und ihre Sicht erläuterte, gab ihr der Bürgermeister zu verstehen, dass man in Berg an der Schwarzachtal-Schule auch im kommenden Schuljahr 2020/2021 die bisherige bewährte Regelung bei der Mittagsbetreuung und der Offenen Ganztagesschule beibehalten werde. Bevor das Schuljahr 2021/2022 beginnt, werde die Kommune zusammen mit der Schule in dieses heikle Thema rechtzeitig einsteigen. „Das Wort eines Berger Bürgermeister gilt etwas“, gab Bergler zu verstehen. Das Neumarkter Tagblatt beleuchtet die Hintergründe näher.

Kinder

Ärger an der Schule in Berg

Mittagsbetreuung oder offener Ganztag? Darüber ist man sich uneinig. Außerdem steht eine Überprüfung durch die Regierung an.

Unter dem Punkt „Vollzug der Baugesetze“ wurde der Neubau des Altenpflege-Heimes „AWO-Schwarzachkarree“ und einer Kindertagesstätte im Hauptort Berg durch die Architekten Dimitrina Jegova und Christoph Augustin vom Planungs-Büro F.R.A.U. Architektur & Design aus München ausführlich vorgestellt. Der Auftraggeber und zukünftige Betreiber des „Schwarzachkarree“, die Arbeiterwohlfahrt Nürnberger Land, wurde bei der Präsentation durch den Vorstandsvorsitzender Christian Fügl vertreten.

In dem großen Gebäude sollen in 79 Zimmern alte Menschen betreut werden. Dieses „Haus der Generationen“, das auf dem ehemaligen Festplatz an der Schulstraße entstehen soll, wird nach der „Bedarfsfeststellung für eine Kindertagesstätte“ auch zwei Kinderkrippen-Gruppen und zwei Kindergarten-Gruppen im Erdgeschoss für 74 Mädchen und Buben beherbergen. Somit soll generationsübergreifend die Inklusion gefördert werden.

Turnraum und Café geplant

Geplant wird auch ein Turnraum in der Kindertagesstätte, der für besondere Veranstaltungen als Begegnungsstätte und Nachbarschaftshilfe flexibel genutzt werden kann. Zur Förderung der generationsübergreifenden Inklusion soll im Gebäude ein „Oma-Mama-Kind-Café“ eingerichtet werden, dass an drei Tagen der Woche halbtags öffnet und auch für kleinere private Feierlichkeiten gebucht werden kann.

Angetan waren die Gemeinderäte und der Bürgermeister von dem Gebäude, das nach Aussage der Planer kein Prunkbau werden soll, als „Haus für Jedermann“ gedacht sei, und im Bebauungsplan als Sondergebiet „Gesundheit und Pflege“ ausgewiesen ist. „Für die Gemeinde Berg wird dieses Gebäude nach Fertigstellung eine Bereicherung auf dem sozialen Sektor sein. Diese Chance sollten wir nützen“, hieß es. Trotz großer Zustimmung gab es auch kritische Anmerkungen von Gemeinderäten. Diese betrafen nicht das Gebäude selber, sondern die wenigen nach Bauplanungsrecht erforderlichen neun Stellplätze.

Gemeinderats-Splitter

  • Straßenausbau:

    Bernhard Birgmeier, Leiter des gemeindlichen Bauamtes, informierte die Gemeinderäte darüber, dass bei der derzeit angelaufenen Wegebau-Maßnahme von Häuselstein zur Mauertsmühle hin, Mehrkosten für die Verlegung von Sparten-Leistungen entstehen.

  • Außenanlage:

    Birgmeier stellte außerdem kurz auch die Planung für die Außenanlage am Bauhof vor, die mit Pflasterungen und Asphaltbelag ausgeführt werden soll. Die Kosten belaufen sich, wie der Leiter des gemeindlichen Bauamts die Gemeinderäte informiere, auf 87498 Euro.

  • Toiletten:

    Im „Haus der Gemeinschaft“ in Loderbach ist nicht nur der Kindergarten untergebracht, sondern auch die Feuerwehr. Nachdem die Toiletten kindgerecht umgebaut wurden, hat die Wehr kein WC mehr. Angeregt wurde, zunächst einen Toiletten-Container zu mieten oder zu kaufen.

Weit auseinander gingen allerdings die Meinungen des Bürgermeisters und der Mehrheit des Gemeinderats beim Punkt „Anbau und Sanierung Rathaus II zum Ausbau als Hauptverwaltungsgebäude“. Bürgermeister Bergler erläuterte das grundlegende Problem in der Verwaltung. Neben einem personellen Engpass herrsche ein akuter Raummangel im jetzigen, denkmalgeschützten Verwaltungsgebäude am Sophie-Scholl-Platz, das im Jahr 1885 errichtet und Jahrzehnte als Schulhaus genutzt wurde. Für Neueinstellungen, die dringend notwendig wären, fehle es an geeigneten Arbeitsplätzen. Aufgrund dessen regt Bergler an, einen Anbau an das Rathaus II, das im Juli 1994, eingeweiht wurde, in Betracht zu ziehen. Zudem soll das jetzige Verwaltungsgebäude saniert und anderweitig sinnvoll genutzt werden.

Verkehr

So viele Autos fahren durch Berg

Die Umgehung spaltet den Ort. Ein Gutachter hat die Verkehrsbelastung untersucht – und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Mehr Personal nötig

Bevor es aber zu einer heftigen Diskussion kam, bei der die Mehrheit der gewählten Volksvertreter nicht auf der Wellenlänge des Bürgermeisters schwammen, ging der etwas gereizte Bergler auf die „Personalschraube“ ein, die in der Zukunft „in die Höhe geschraubt werden müsse“. Während die Städte Berching und Freystadt sowie der Markt Postbauer-Heng 25 bzw. 24 Beschäftigte in der Verwaltung hätten, habe man in der Schwarzachtal-Gemeinde, die mit ihren mehr als 8000 Einwohnern die viertgrößte Kommune im Landkreis Neumarkt ist, nur 14 Frauen und Männer in Diensten. Davon seien zwei Frauen seit längerer Zeit noch im Krankenstand.

„Für Neueinstellungen brauchen wir aber die entsprechenden Büros und Räume, die wir derzeit allerdings nicht haben“, betonte das Gemeindeoberhaupt: „Jeder unserer Angestellten und Beamten leistet mehr als 100 Prozent.“ Bergler: „Menschenwürdiges Arbeiten“ solle in der Gemeindeverwaltung durch neue Räume wieder möglich werden. Letztendlich verständigte man sich auf eine sogenannte „Machbarkeitsstudie“, die einige Gemeinderäte, darunter Markus Mederer von der CSU, bereits bei der Besichtigungsfahrt forderten. Diese Studie sollen baldmöglichst mehrere Architekturbüros erstellen. Hinzugezogen werde in dieser Sache noch ein Fachplaner.

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