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Solarberg: Nicht nur ein Stromlieferant

Der Solarberg in Fürth hat sich nach 15 Jahren zum Geheimtipp für Drachensteiger und Wanderer entwickelt.
Von Nikolas Pelke

Der Solarberg liefert seit 15 Jahren grünen Strom und tolle Aussichten. Foto: Norbert Mittelsdorf
Der Solarberg liefert seit 15 Jahren grünen Strom und tolle Aussichten. Foto: Norbert Mittelsdorf

Fürth. Klein, aber fein: Die Franken lieben ihre Berge wie Moritzberg, Walberla & Co. heiß und innig. Der „Solarberg“ in Fürth ist vor 15 Jahren neu hinzugekommen. Die genau 348 Meter hohe Erhebung haben die Fürther mittlerweile ins Herz geschlossen. Und das nicht nur wegen der grandiosen Aussicht. Denn der „Solarberg“ produziert wie der Name schon sagt obendrein Strom für die Kleeblattstadt. Jedes Jahr liefern die Sonnenkollektoren auf der Südseite des Berges den Strom für rund 250 Haushalte. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt ist Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) auf die Idee gekommen, den ehemaligen Müllberg in einen Solarberg umzuwandeln. Trotz vieler Bedenken habe Jung laut Presseamt der Stadt Fürth damals die Photovoltaikanlage am Südhang des Schuttberges durchgesetzt. Jung wertet den „Solarberg“ vor dem Hintergrund der anstehenden Kommunalwahlen im März offensichtlich zurecht als Erfolg auf der politischen Habenseite.

Module auf dem Südhang

In dreimonatiger Bauzeit sind im Herbst vor 15 Jahren genau 5760 Solarmodule auf der Sonnenseite des Berghanges mit einer Nennleistung von insgesamt knapp über einem Megawatt auf einer Fläche von 7500 Quadratmetern installiert worden. Allein 320 Betonfundamente mit einem Gewicht von rund 800 Tonnen sind in den Bergrücken getrieben worden, um die Solarmodule auf den Stahlträgern im Hang verankern und mit 44 Kabel-Kilometern ans Netz anschließen zu können.

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Rund 150 Privatanleger haben sich seinerzeit entschlossen, rund 4,6 Millionen Euro in die schadstofffreie Energieerzeugung gemeinsam mit der Stadt Fürth zu investieren. Die Kleeblattstadt hat damals mit 500000 Euro den Löwenanteil beigesteuert. Bereits nach 15 Jahren habe die Stadt laut Presseamt einen Gewinn in Höhe von rund 40000 Euro erzielt. An die Privatanleger seien insgesamt bereits über 1,5 Millionen Euro zurückgeflossen. Die prognostizierten Gewinne seien laut Stadt Fürth „deutlich übertroffen“ worden. Durch die Stromproduktion auf dem Solarberg können laut Stadt jährlich auch rund 670000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid vermieden werden. Die Investition scheint sich also nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell bereits gelohnt zu haben.

Die Verwandlung vom Müll- zum Solarberg ist freilich nicht von heute auf morgen erfolgt. Seit 1968 diente die Deponie im Fürther Stadtteil Atzenhof der Müllentsorgung. Im Laufe der Jahre ist der Müllberg immer weiter in die Wolken gewachsen. Nach der Wiedervereinigung hat die Stadt fast 20 Gasbrunnen in den Müllberg eingebaut. Seit 1995 wird dem Berg das Deponiegas entzogen – pro Jahr durchschnittlich eine Million Kubikmeter. Das Methangas wird heute wiederum zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Lohnende Gipfelwanderung

Neben dem ökologischen und finanziellen Nutzen ist der Solarberg mittlerweile auch zum beliebten Ausflugsberg aufgestiegen. Bei schönem Wetter glauben manche Gipfelbezwinger die Flugzeuge mit Händen greifen zu können, die von dem nur einen Katzensprung entfernten Albrecht-Dürer-Flughafen in den Himmel steigen. Wanderer können für den Aufstieg wählen zwischen einem schmalen, dafür aber relativ steilen Fußweg ,oder einer breiten Asphaltstraße, die sich in Serpentinen wie eine Spirale langsam zur Spitze des Berges hochschlängelt. Der Aufstieg ist daher – eine gewisse Grundkondition vorausgesetzt – auch für Fahrradfahrer oder Familien mit Kinderwagen durchaus geeignet. In dieser Jahreszeit soll sich der Solarberg obendrein besonders gut zum Drachensteigen eignen.

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