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Naturdenkmal

Soll aus „Sulzbürg“ Wohngebiet werden?

Der Bund Naturschutz sorgt sich ums Naturdenkmal in Mühlhausen und das Landschaftsschutzgebiet. Es soll ein Wohngebiet geben.

Der Bund Naturschutz sorgt sich um die Sandgrasheide, aus der Teile entnommen werden sollen. Foto: Schindler
Der Bund Naturschutz sorgt sich um die Sandgrasheide, aus der Teile entnommen werden sollen. Foto: Schindler

Mühlhausen. In einer Pressemitteilung informiert der Bund Naturschutz, dass für beide geschützte Areale - für „Sandgrasheide Breitenloh“ und „Sulzbürg mit Schlüpfelberg“ - Anträge von der Gemeinde Mühlhausen gestellt worden seien, um die Abgrenzungen zu verändern. Laut Bund Naturschutz soll eine Fläche entnommen werden, um im Anschluss ein Wohngebiet zu realisieren. Um dieses Wohngebiet in die Wirklichkeit umzusetzen, müsste ein kleiner Wald am nördlichen Ortsausgang vollständig gerodet werden, zehn wertvolle, geschützte Waldameisenkolonien würden ihren Lebensraum verlieren.

Auf dem zukünftigen Baugebiet sei außerdem ganz aktuell das Vorkommen des Aufrechten Fingerkrauts (Potentilla recta) festgestellt worden. Diese selten gewordene Pflanze gehöre in Bayern zu den Rote-Liste-Arten. Als Ausgleich biete die Gemeinde einen Feldweg neben dem Naturdenkmal an, von dem die Humusschicht entfernt werden solle. Der Bund lehne dieses Vorhaben mit aller Entschiedenheit ab.

Lebensraum seltener Arten

Die Sandgrasheiden gehören zu den in der FFH-Richtlinie aufgeführten Biotoptypen. Sie haben sich über Jahrhunderte entwickelt und seien Lebensraum zahlreiche seltene Arten.

Die überregionale Bedeutung sei auch daran zu ermessen, dass sogar im Planfeststellungsbeschluss zum Neubau der B 299 die neue Trasse so gewählt wurde, dass der Verkehr vom geschützten Areal „abgerückt“ wurde, um negative Beeinträchtigungen zukünftig auszuschließen. Für das Überleben dieses in der Oberpfalz einmaligen Biotops ist auch der Erhalt der Randvegetation entscheidend, er bilde mit dem Kiefernwald eine enge Verbindung.

Bamberg: Sandgrasheide in Pettstadt

Im Landkreis Bamberg gibt es noch ein größeres Vorkommen der Sandgrasheide in Pettstadt, das bestens gepflegt und sogar touristisch genutzt werde. Es könne nicht nachvollzogen werden, warum derartige Kleinodien im Landkreis Neumarkt offenbar nicht die Wertschätzung erhalten wie in anderen Landkreisen.

Das Landschaftsschutzgebiet „Sulzbürg mit Schlüpfelberg“ soll laut Bund um zehn Prozent seiner Fläche, also um über 74 Hektar, reduziert werden. Dabei handelt es sich im geringeren Teil um bereits bebaute Flächen, der größere Teil soll offenbar zur Bebauung frei gegeben werden.

Bund Naturschutz: Kritik an Sulzbürg

Besonders kritisch sieht der Bund dabei die Freigabe der Ortschaft Sulzbürg für weitere Bauvorhaben. Hier habe es 1982 einen dramatischen Hangrutsch gegeben. Der relativ instabile Sandstein ruht auf einer Schicht von Opalinuston. Nach anhaltenden Regenfällen im Herbst 1981 geriet der Hang Richtung Körnersdorf ins Rutschen. Als Ursache für den Abrutsch des Erdreichs habe die Landesgewerbeanstalt Nürnberg vor allem die Belastung durch die Bebauung festgestellt.

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