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Spielkartenpresse ist Heimatschatz

Das Heimatministerium hat ein Objekt des Dietfurter Wagnerei-Museums als bedeutend geadelt.
Von Johann Grad

Anton Zacherl zeigt die Spielkartenpresse, Ehefrau Luitgard weitere Schätze, Carolin Braun (r.) und Christina Dietz Veröffentlichungen zu den Heimatschätzen Bayerns. Foto: Grad
Anton Zacherl zeigt die Spielkartenpresse, Ehefrau Luitgard weitere Schätze, Carolin Braun (r.) und Christina Dietz Veröffentlichungen zu den Heimatschätzen Bayerns. Foto: Grad

Dietfurt.100 Orte in Bayern, wo man gewesen sein muss, 100 Gasthöfe, deren Küche man gekostet haben sollte – in die Reihe passen auch die „100 Heimartschätze“, die man gesehen haben muss. Die Idee dazu hatte der Staatsminister für Finanzen und Heimat, Albert Füracker. Im Frühjahr 2018 waren nichtstaatliche Museen aufgerufen, Gegenstände vorzuschlagen, die „bayerisches Leben“ repräsentieren. In ihrem Wagnerei-Museum fanden Luitgard und Anton Zacherl drei Dinge, die ihrer Meinung passen könnten. Aus Großvaters Zeiten hatte Anton Zacherl ein Büchlein mit dem Titel „Faulenzer“ mit allen Tabellen und Zahlenreihen zur Multiplikation und Division oder zur schnellen Bestimmung des Rauminhaltes eines Baumes. Es wurde jedoch nicht akzeptiert. Der nächste Vorschlag war eine „Kracherl-Flasche“. Das Treibgas des Limos drückte eine Kugel in den Flaschenhals, verschloss diesen und nichts von dem guten Getränk konnte auslaufen. Fürs Trinken drückte man die Kugel hinunter und das gab einen Kracher. Diese Flasche fand auch nicht das Gefallen der Mitarbeiter des Wissenschaftsministeriums und externer Juroren.

Anton Zacherl hatte auch eine „Bierfilzl“-Presse, jedenfalls glaubte er das. Für einen Museumsbesucher war das aber eine Spielkartenpresse. Sie war etwas unhandlich und technisch nicht sehr ausgereift. Anton Zacherls Vater, der Wagner war und mit Holz vertraut, kreierte eine wesentlich bessere Presse. Mit ihr konnte man fünf Kartenstapel über Nacht auf einmal pressen und dann für weitere Schafkopfrunden beim „Mehringer Wirt“ verwenden. Es war ja viel zu teuer, immer mit neuen Karten zu spielen. Diese Kartenpresse fand Gefallen und wurde im Juli 2018 prämiert. Weiteren 99 Gegenständen wurde diese Ehre zuteil. Jeder erhielt 1000 Euro Preisgeld.

Die „100 Schätze“ wurden für ein Buch professionell fotografiert und mit Texten versehen. Jetzt ist dieses Werk mit einer Karte erschienen, mit der die Objekte zu lokalisieren sind.

Bürgermeisterin Carolin Braun teilte mit, jede Bücherei der Großgemeinde besitze so ein Buch. Man erhalte einen Überblick über Dinge, die abseits von den großen und bekannten Sachen stehen. Braun meinte auch, dass viele Dinge aus Not entstanden seien und früher nachhaltiger gehandelt wurde. Wer das 240-seitige Buch möchte, kann es bei der Bayrischen Staatsregierung kostenlos erhalten.

Im Wagnerei-Museum werden nach Anmeldung auch für Kleingruppen Führungen angeboten.

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