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St. Gregor lädt alle Christen ein

Zu Corona-Zeiten kann man viel Gutes tun, wie die Mitarbeiter des ökumenischen Leb-mit-Treffs in Parsberg deutlich machen.
Von Günter Treiber

Pfarrer Peter Gräff (v. r.) hat die evangelischen Gäste in der St. Gregor Kirche willkommen geheißen.  Foto: Günter Treiber
Pfarrer Peter Gräff (v. r.) hat die evangelischen Gäste in der St. Gregor Kirche willkommen geheißen. Foto: Günter Treiber

Parsberg.Der Lockdown hat Vieles durcheinandergewirbelt und hat vor allem die getroffen, die sowieso schon auf der Negativseite des Lebens stehen. Zu ihnen gehören die „Kunden“ des seit 2006 bestehenden „Ökumenischen Leb-mit-Treffs Parsberg“, der aktuell von 37 ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen wird. Der Bedarf an Unterstützung wäre zum Erliegen gekommen, wenn es nicht diese Frauen und Männer gäbe und außerdem ihre Träger, die beiden christlichen Pfarrgemeinden.

Pfarrer Hans-Joachim Gonser, nie um eine Idee verlegen, ließ die Not der Menschen nicht los; er hat seine „Schäflein“ über soziale Medien informiert, dass man doch spenden sollte, da von den Supermärkten und Geschäften wegen der Hamsterkäufe fast nichts mehr zu bekommen war. Ein einstimmiger Beschluss des Kirchenvorstands der evangelischen Diasporagemeinde ließ 500 Euro auch Schwester Pietro Prechtl zukommen.

Im Gespräch mit Schwester Pietro konnte das Tagblatt dann erfahren, dass auch die katholische Seite „einige Hundert Euro“ gespendet hat. Mit dem Geld wurden Einkäufe getätigt, natürlich bei den Firmen, die sonst Lebensmittel dem Leb-mit-Treff zukommen ließen. „Wir haben da vor allem an die Kinder gedacht und haben Milch, Brot und Semmeln gekauft und andere Lebensmittel, wie frisches Obst und Gemüse“, so Schwester Pietro.

Dann erzählt Pfarrer Gonser eine andere Geschichte, die mit der Ausgangssperre zu tun hat. Seit letztem Wochenende dürfen wieder Gottesdienste mit besonderen Auflagen abgehalten werden. Und diese Auflagen waren für die evangelische Kirchen in Parsberg und Velburg fatal. Sie besagen im Einzelnen, dass nicht gesungen werden darf. Außerdem seien in allen Kirchen die Emporen gesperrt, damit die darunter Sitzenden nicht betroffen sind. Darüber hinaus seien die hinreichend bekannten zwei Meter Abstand einzuhalten – und das trifft die evangelischen Kirchen hart.

„Wir haben errechnet“, so Pfarrer Gonser, „dass in Velburg zwölf Personen Platz fänden und in Parsberg 20“. Da aber im Mittel der letzten Gottesdienste 25 Personen anwesend waren, sei auch dies keine Möglichkeit, einen Gottesdienst abzuhalten. „Wer darf rein und wer muss draußen bleiben“, machte sich des Kirchenvorstandsgremium Gedanken. Da hatte Pfarrer Gonser die Idee, bei seinem Amtskollegen Pfarrer Peter Gräff in Seubersdorf nachzufragen.

Für den katholischen Geistlichen war dies eine Selbstverständlichkeit, „den evangelischen Geschwistern“ Gastfreundschaft anzubieten. Der zuständige Generalvikar der Diözese Eichstätt hat diese Gastfreundschaft begrüßt und die Dekanin Christiane Murner des Dekanats Neumarkt war der Angelegenheit auch zugetan und hat ihre Zustimmung gegeben.

Pfarrer Hans-Joachim Gonser hat dann mit Pfarrer Peter Gräff abgesprochen, dass jeden Sonntag, um 18.30 Uhr, in der Kirche St. Gregor in Seubersdorf ein Gottesdienst stattfindet. Der erste Gottesdienst war am vergangenen Sonntag. Allerdings hatte man keine Möglichkeit mehr, die evangelischen Christen hinreichend zu informieren, so dass die Besucherzahl noch nicht hoch war. Gottesdienste sind zunächst bis einschließlich Pfingstsonntag, 31. Mai, in St. Gregor vereinbart.

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