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Ortsgeschehen

St. Stephan droht Schließung

Soll die Filialkirche in Langenthonhausen erhalten bleiben, muss sie renoviert werden. Das kostet aber viel Geld.
Von Markus Rath

Die Kirche von Langenthonhausen ist in einem schlechten Zustand. Foto: Ines Greiner
Die Kirche von Langenthonhausen ist in einem schlechten Zustand. Foto: Ines Greiner

Breitenbrunn.Es steht schlecht um die um 1752 erbaute Filialkirche St. Stephan in Langenthonhausen. Das Bauwerk ist in keinem guten Zustand und muss vor allem statisch umfangreich ertüchtigt werden. Ansonsten droht die Schließung der Kirche. Geplant sind nach Auskunft von Pfarrer Jacek Machura Arbeiten an der Gründung. Zudem müssen Risse in der Außenfassade geschlossen und neu verputzt werden. Die erste Kostenschätzung beläuft sich auf 260 000 Euro. Da diese Summe für ein so kleines Dorf eine enorme Herausforderung darstellt, hat sich Pfarrer Jacek Machura in einem Brief an die Marktgemeinde Breitenbrunn gewandt und um Unterstützung gebeten.

Bürgermeister Johann Lanzhammer informierte in der Sitzung am Montagabend den Marktgemeinderat über die Probleme der Pfarrei und schlug vor, dass der Markt Breitenbrunn gemäß dem Grundsatzbeschluss vom 22. April 2005 einen Zuschuss in Höhe von 2,50 Prozent der nachgewiesenen Sanierungskosten gewähren soll – das wären analog zur Kostenschätzung 6500 Euro. Diesem Ansinnen stimmten die Marktgemeinderäte einstimmig zu.

Symbolische Zuschüsse

Für Pfarrer Machura hat dieser Beitrag – so wie auch mögliche Zuschüsse vom Landkreis oder vom Landesamt für Denkmalschutz – symbolischen Charakter. Die Zukunft der Filialkirche liege in der Hand des Bistums Eichstätt, das wohl auch den größten Teil der Sanierung bezahlen müsste. Denn die Filialkirchen-Stiftung Langenthonhausen könne zwar sicher ein „paar tausend Euro“ aufbringen, aber bei Weitem nicht die geforderte Summe.

Und genau hier beginnt das große Problem des Pfarrers. Das Bistum hat erst vor einigen Tagen deutlich gemacht, dass es im Hinblick auf den zu erwartenden Rückgang der Kirchensteuereinnahmen sparen will. „Es ist für die Zukunft unbedingt notwendig, dass wir den Einsatz der Finanzen der Diözese fokussieren. Deshalb arbeiten wir auch weiter an einem nachhaltigen Umgang mit den uns anvertrauten Geldern durch professionelle und vorausschauende Planung“, erklärte der Leitende Finanzdirektor Florian Bohn bei der Bilanzpressekonferenz im Juni. Dabei wurde auch deutlich gemacht, dass das Bistum außerdem genau prüfen werde, welche Immobilien notwendig sind und welche abgestoßen werden können. Dabei spiele vor allem auch eine Rolle, wie intensiv sie genutzt werden.

Chancen für Langenthonhausen

Deutlich sichtbar sind die Schäden am Breitenegger Weg. Foto: Rath
Deutlich sichtbar sind die Schäden am Breitenegger Weg. Foto: Rath

Vor diesem Hintergrund stehen die Chancen für Langenthonhausen eher schlecht: „Wir haben nur einmal im Monat einen Gottesdienst dort, alle zwei Jahre ist eine Hochzeit“, räumt Machura ein. Das sei nicht zu vergleichen mit Wallfahrtskirchen wie der Mariahilf-Kirche in Neumarkt, die praktisch ständig für Hochzeiten ausgebucht ist. Trotzdem hätte St. Stephan eine große Bedeutung für die Dorfgemeinschaft. „Wir müssen abwarten, wie sich das Bistum entscheidet“, übt sich der Pfarrer in Geduld. Bisher gebe es nur nebulöse Aussagen zur geplanten Renovierung. Bis eine Entscheidung getroffen ist, bleibe der Kirchengemeinde nichts anderes übrig, als die Risse zu beobachten und zu hoffen, dass sich der Untergrund nur wegen der Trockenheit einige Zentimeter gesetzt hat. Zudem habe man im Altarraum bereits kosmetisch gearbeitet und Risse verputzt sowie neu gestrichen, damit „die Gläubigen im Gottesdienst nicht auf eine Wand schauen, von der der Putz zu Boden bröckelt.“

Ein weiteres Thema der Sitzung war das geplante Gewerbegebiet mit einem angrenzenden Mischgebiet in Breitenegg. Dazu muss auch der Flächennutzungsplan der Gemeinde entsprechend geändert werden. Hier ist die Marktgemeinde vorangekommen. Bürgermeister Johann Lanzhammer trug in der Sitzung die Ergebnisse der vorgezogenen Bürgerbeteiligung und der frühzeitigen Behördenbeteiligung in Vertretung des Planers, Bernhard Bartsch, vor, der für die Sitzung abgesagt hatte. Bartsch hatte die Anregungen aus der ersten Auslegung ausgewertet und die Erkenntnisse zusammen mit den schalltechnischen Untersuchungen, Verkehrsuntersuchungen und dem Baugrundgutachten in die Bauleitplanung eingearbeitet.

Marktrat einstimmig dafür

Die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes sowie die Aufstellung des Bebauungs- und Grünordnungsplans Gewerbe- und Mischgebiet Breitenegg wurden vom Marktrat einstimmig gebilligt. Gleichzeitig wurde beschlossen, die beiden Entwürfe mit der Begründung und allen Anlagen für die Dauer eines Monats öffentlich auszulegen. Die ortsübliche Bekanntmachung soll im Juli erfolgen.

Der Breitenegger Weg

Kümmern muss sich die Marktgemeinde um den Breitenegger Weg im Bereich der Zufahrt nach Breitenegg. Dieser weist starke Straßenschäden wie zum Beispiel Verformungen und netzartige Risse auf. Die Verwaltung hat deshalb von der Firma Freitag auf Grundlage des Jahres-Leistungsverzeichnisses ein Kostenangebot für die Tiefbau- und Asphaltarbeiten eingeholt. Darin enthalten sind das Abfräsen der vorhandenen Asphaltoberfläche sowie der Einbau einer neuen Asphaltfeinschicht auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern. Kosten wird dies rund 20 000 Euro.

Der Rat stimmte diesen Plänen grundsätzlich zu, forderte aber, dass Lanzhammer beziehungsweise die Verwaltung noch Kontakt mit der Firma aufnehmen soll, die im September die Gemeindeverbindungsstraße von Langenried nach Kemnathen ausbaut. Das Gremium war der Meinung, dass diese den Breitenbrunner Weg gleich mitmachen könnte, was sich positiv auf die Kosten auswirken könnte.

Kurz & knapp

Langenried: In dem Ortsteil darf ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage gebaut werden. Der Marktrat erteilte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

Gimpertshausen: Die Gesamtfeuerungswärmeleistung der dort bestehenden Biogasanlage darf erhöht werden. Sie steigt durch die Installation von zwei weiteren Blockheizkraftwerken von 1121 Kilowatt auf 3837 Kilowatt.

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