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Stadt investiert viel Geld in neuen Flügel

76 070 Euro zahlt Neumarkt an die berühmte Klavierbaufirma Steinway & Sons. Der Preis wäre ohne einen Gönner aber noch viel höher ausgefallen.

Die Konzertflügel von Steinway & Sons sind mit die teuersten auf der Welt –sie gelten aber auch mit als die besten. Foto: Marks

Neumarkt. Per Eilentscheidung hat Oberbürgermeister Thomas Thumann den Ankauf eines neuen Steinway-Konzertflügels genehmigt. Das teilte er in der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Kultursenats mit. Die Stadt wird demnach 76 070 Euro in die Hand nehmen, denn „es geht um das Renommee“, wie Thumann betonte.

Ein solches habe sich die Stadt mit dem Reitstadel weltweit erarbeitet. Dieser gelte als erstklassiger Konzertsaal, insbesondere für CD-Aufnahmen. Damit dieser Ruf gewahrt bleibt, müsse dem bisherigen Steinway-Flügel, den die Stadt 1986 für 92 000 DM gekauft hatte, ein neues Klavier zur Seite gestellt werden.

Der bisherige Flügel sei dabei keineswegs verbraucht, betonte Kulturamtschefin Dr. Gabriele Moritz. „Der Flügel ist in einem Top-Zustand für Konzerte, aber nicht mehr für CD-Aufnahmen.“ Doch eben diese bringen der Stadt das meiste Geld ein. Rund 25 000 Euro jedes Jahr kämen so zusammen, ist den Sitzungsunterlagen zu entnehmen.

Bei unveränderter ausgiebiger Nutzung durch Aufnahmen und Konzerte stehe jedoch beim alten Flügel sehr bald eine Großreperatur an. Diese könne rund 30 000 Euro kosten –ohne, dass eine gleichbleibende Klangqualität des Flügels garantiert werden könne. Das Jahr 2013 sei der letzte und optimale Zeitpunkt für die Ersatzbeschaffung, war zu hören.

Der Ersatz soll ebenfalls aus der berühmten Klavierbauwerkstatt von Steinway & Sons in Hamburg kommen. Neumarkt habe von der Firma einen unverhandelbaren Sonderpreis von 136 070 Euro erhalten. Dass die Stadt davon nur 76 070 Euro zahlen muss, ist der kräftigen Unterstützung von Kultur-Mäzen Ernst Herbert Pfleiderer geschuldet. Dieser zahlt für den alten Flügel 60 000 Euro, die die Stadt für den Ersatz hernehmen wird. Der alte Flügel wird weiterhin im Reitstadel verbleiben und für Konzerte seine Dienste leisten. Durch eine reduzierte Nutzung nur bei Konzerten wäre bei diesem Klavier eine Renovierung weit in die Zukunft aufgeschoben.

Einen weiteren Vorteil habe der Kauf zu diesem Zeitpunkt, erläuterte Kulturreferent Arnold Graf. Im September sei der weltbeste Klavierbauer George Amann in Hamburg bei Steinway & Sons. Dieser kenne aus mehrfachen Besuchen den Reitstadel und seine Anforderungen an einen Flügel.

Zusammen mit dem renommierten, langjährigen Klavierstimmer des Reitstadels, Leo Niedermeyer, werde Amann den für den Neumarkter Konzertsaal passenden Flügel aussuchen. Dabei sei auch gewährleistet, dass, falls das Musikinstrument im ersten Anlauf nicht zum Reitstadel passen sollte, der richtige Flügel in einer zweiten Runde gefunden wird.

Außerdem stimmte der Verwaltungssenat der Beschlussvorlage zu, die vorsieht, dass sich die Stadt mit ihren elf Feuerwehren am Probebetrieb des Digitalfunks beteiligt. Dieser findet ab Oktober 2014 statt. Bis dahin müssen entsprechende Geräte beschafft werden und eingebaut werden. Dabei fallen Gesamtkosten von 95 000 Euro an. Nach Abzug der Förderung der Beschaffung der Geräte durch den Freistaat mit 80 Prozent kommen auf die Stadt Kosten von rund 47 000 Euro zu.

Der Probebetrieb soll ein halbes Jahr dauern und mögliche Mängel aufzeigen. Diese müssten dann durch den Netz-Betreiber Digi-Net behoben werden. Ohne Teilnahme am Probebetrieb könnten eventuelle Mängel nicht vorab identifiziert werden und nach Übergabe des Netzes auf die Kommunen zukommen. Man gehe somit möglichen Mehrkosten aus dem Weg, sagte OB Thumann. Das fand dann auch die Zustimmung der Räte im Verwaltungssenat.

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